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Stadt Arnsberg legt dritten Bildungsbericht vor

Esther von Kucz­kow­ski, Lei­tung Digi­ta­ler Wan­del |Smart City|Zukunft Ler­nen (Mit­te), stell­te den drit­ten Bil­dungs­be­richt der Stadt Arns­berg jetzt zusam­men mit Janet Hen­ke und Syl­via Höl­ter vom Bil­dungs­bü­ro der Stadt Arns­berg öffent­lich vor. (Foto: Stadt Arnsberg)

Arns­berg. Eine wir­kungs­ori­en­tier­te Bestands­auf­nah­me über die Ent­wick­lung ins­be­son­de­re der schu­li­schen Bil­dung und Per­spek­ti­ven für die Zukunft der Bil­dung in Arns­berg – das ist der Sinn der städ­ti­schen Bil­dungs­be­richt­erstat­tung. Der jetzt vor­ge­leg­te drit­te Bil­dungs­be­richt Arns­berg („Leben – Leh­ren – Ler­nen in Arns­berg 2020/21“) zeich­net ein detail­lier­tes Bild der Bil­dungs­land­schaft Arns­berg. Wäh­rend 2015 die Inklu­si­on als gesell­schaft­li­che und bil­dungs­po­li­ti­sche Auf­ga­be unter­sucht wur­de, fokus­siert der drit­te Bil­dungs­be­richt 2020/21, der unter Feder­füh­rung des städ­ti­schen Bil­dungs­bü­ros erar­bei­tet wur­de, das The­ma Bil­dung in einer digi­ta­li­sier­ten Welt als zen­tra­le Auf­ga­ben­stel­lung für Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Stadt – ein Schwer­punkt­the­ma, das durch die Coro­na-Pan­de­mie beson­ders an Rele­vanz gewon­nen hat.

(1) Positive Entwicklungen bei allen Bildungsstufen sichern und gleichzeitig bei negativen gegensteuern

Dass die Antei­le der Schüler:innen ohne Schul­ab­schluss zurück­ge­gan­gen sind, ist die ers­te gute Nach­richt für Arns­berg. Noch bes­ser ist, dass sich die Schul­ab­bre­cher­quo­te bei aus­län­di­schen Schüler:innen von 2015/16 bis 2020/21 fast hal­biert hat. Auch kann fest­ge­stellt wer­den, dass in Arns­berg beson­ders vie­le jun­ge Men­schen das Abitur able­gen und damit der Anteil auf 16,4 Pro­zent (2020/21) über den Kreis- und Lan­des­durch­schnitt gestie­gen ist (HSK: 11,2 Pro­zent, NRW: 12,8 Pro­zent). Obschon die­se Ent­wick­lung ver­mu­ten lässt, dass damit auch höhe­re Antei­le von Schul­ab­gän­gern in Hoch­schul­städ­te abwan­dern, zeigt die Kenn­zahl der „Bil­dungs­wan­de­rung“ im Berichts­zeit­raum (2015/16 – 2019/20) einen Rück­gang der Weg­zü­ge der 18 bis 24-Jäh­ri­gen von 20,4 auf 14,7 (pro 1000 Ein­woh­ner). Mit einer zusätz­lich posi­ti­ven Fami­li­en­wan­de­rung von 6,7 auf 8,2 Per­so­nen (pro 1000 Ein­woh­ner im ent­spre­chen­den Alter) zeigt sich im Berichts­raum gar ein posi­ti­ver Trend für den Stand­ort Arnsberg.

Die­sen posi­ti­ven Trend der Ver­jün­gung Arns­bergs ver­stär­ken stei­gen­de Gebur­ten­zah­len seit 2015. Sie kön­nen zwar den Bevöl­ke­rungs­rück­gang ins­ge­samt nicht abwen­den, bewir­ken aber eine Ver­lang­sa­mung des Trends. Außer­dem kom­men dadurch bereits in 2020/21 mehr Kin­der in Grund­schu­len an. Eine durch­aus posi­ti­ve Ent­wick­lung für Arns­berg, die die Stadt gleich­zei­tig vor die Auf­ga­be stellt, mehr Raum, Lehr- und Betreu­ungs­per­so­nal bereit zu hal­ten. Hin­zu kommt, dass 2026 mit dem Rechts­an­spruch auf einen Ganz­tags­platz in Grund­schu­len für die Betreu­ung am Nach­mit­tag eben­falls Kapa­zi­tä­ten aus­ge­baut wer­den müssen.

Neben der quan­ti­ta­ti­ven Schul­ent­wick­lung muss Arns­berg sei­ne Anstren­gun­gen ver­stär­ken, wenn es dar­um geht, kein Kind abzu­hän­gen. Bei stei­gen­den Wie­der­ho­lerquo­ten im Berichts­zeit­raum (Sek I – 2015: 7,7 Pro­zent auf 2019: 9,3 Pro­zent) sind vor allem mehr aus­län­di­sche als deut­sche Schüler:innen und mehr Jun­gen als Mäd­chen betrof­fen und müs­sen eine Klas­se wie­der­ho­len. Bei den Schüler:innen ohne Schul­ab­schluss lie­gen die Antei­le der aus­län­di­schen Schüler:innen eben­falls über denen ihrer deut­schen Mitschüler:innen.

Das Ein­set­zen der Coro­na-Pan­de­mie zum Ende des Berichts­zeit­rau­mes hat die Ungleich­heit der Lern­be­din­gun­gen wei­ter ver­stärkt. Arns­berg wird somit im Sin­ne einer chan­cen­ge­rech­ten und inklu­si­ven Bil­dung noch inten­si­ver als bis­her den Fokus auf die Unter­stüt­zung benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­cher legen müs­sen. Die bewähr­te kom­mu­na­le Sprach­lern­be­glei­tung in Schu­len und die viel­fäl­ti­gen Maß­nah­men aus dem Lan­des­för­der­pro­jekt „Auf­ho­len nach Coro­na“ müs­sen wei­ter ver­ste­tigt werden.

(2) „Lehren und Lernen in einer von Digitalisierung geprägten Welt“ – Bildungsstudie stellt Aufgaben an Gesellschaft und Schulen

Bil­dung und das Beherr­schen wich­ti­ger Zukunfts­kom­pe­ten­zen sind Vor­aus­set­zung für die Gestal­tung der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen, wie Kli­ma­schutz, öko­no­mi­sche Ent­wick­lung, wehr­haf­te Demo­kra­tie und per­sön­li­cher wie gesell­schaft­li­cher Frieden.

Wie Arns­berg dafür auf­ge­stellt ist, zeigt der Unter­su­chungs­be­fund des Schwer­punkt­the­mas in Form einer Schul­be­fra­gung. Mit der Stu­die „Leh­ren und Ler­nen in einer von Digi­ta­li­sie­rung gepräg­ten Welt“ spricht die Stadt mit sich und zu sich selbst. Alle Schu­len, alle Eltern, Schü­ler und Schü­le­rin­nen ab Klas­se 5 geben Rück­mel­dung zu:

# Aus­stat­tung, Anwen­dung und Fortbildungsgeschehen

# Grund­hal­tun­gen und Erwar­tun­gen zur Digitalisierung

# Ent­wick­lun­gen von Digi­ta­li­sie­rung im Unter­richt (Zusam­men­ar­beit, Feh­ler­kul­tur, Kompetenzen)

Wie Chan­cen und Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung gese­hen wer­den und wie die wech­sel­sei­ti­gen Kom­pe­tenz­vor­sprün­ge im Umgang mit digi­ta­len Medi­en die jun­ge von der älte­ren Genera­ti­on tren­nen, zeigt die Stu­die. Eben­so wie die für das 21. Jahr­hun­dert wich­ti­gen Trans­for­ma­ti­ons­kom­pe­ten­zen – die 4 K (Kommu­ni­ka­ti­on, Koope­ra­ti­on, kriti­sches Den­ken, Krea­ti­vi­tät) im Leh­ren und Ler­nen ver­an­kert sind und von den Befrag­ten­grup­pen bewer­tet wer­den. Die Stu­die zeigt ins­ge­samt eine posi­ti­ve Grund­hal­tung zu Digi­ta­li­sie­rung bei allen Befrag­ten auf. Bei den Erwach­se­nen besteht hier­bei jedoch im Ver­gleich zu den Schüler:innen eine aus­ge­präg­te­re Risikosensibilität.

Um jun­ge Men­schen in Arns­berg stark und kom­pe­tent zu machen und das gemein­sam mit Schu­le, wur­de auf einer Fach­kon­fe­renz am 19. Novem­ber 2022 mit den Ergeb­nis­sen der Stu­die bereits gear­bei­tet. Zu den Hand­lungs­fel­dern „Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung im All­tag und für die Demo­kra­tie“, „Gefah­ren von Echo­klam­mern und Fil­ter­bla­sen“, „Hal­tun­gen und Wer­te für eine kon­struk­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on“ sowie „Zukunfts­kom­pe­tenz Leben – und Ler­nen (4K)“ haben Vertreter:innen aus Poli­tik, Bür­ger­schaft, Ver­wal­tung, Unter­neh­men, Initia­ti­ven und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen Zie­le und ers­te Maß­nah­men ent­wi­ckelt. Um z.B. aktiv demo­kra­ti­sche Ver­ant­wor­tung über­neh­men zu kön­nen, digi­tal mün­dig zu agie­ren oder der Zer­split­te­rung der Gesell­schaft ent­ge­gen zu wir­ken, sol­len kon­kre­te For­ma­te und Pro­jek­te ent­wi­ckelt wer­den, die Bewusst­sein schaf­fen und Hand­lungs­kom­pe­tenz auf­bau­en. So kön­nen jun­ge Men­schen in Plan­spie­len, Work­shops und Peer-to-Peer-Trai­nings im Auf­bau der 4 K gestärkt und für eine hoch ver­netz­te, media­ti­sier­te Welt fit gemacht wer­den. Zen­tral ist, dass sie Spaß ent­wi­ckeln an der Gestal­tung ihrer eige­nen Zukunft und einer Welt im Wandel.

(3) Kinder und Jugendlich stark machen durch starke Partner

Indem der Bil­dungs­be­richt mit sei­ner Stu­die zu kon­kre­ten Zie­len und Maß­nah­men führt, sind alle Bil­dungs­part­ner im Bil­dungs­netz­werk ein­ge­la­den, aktiv mit­zu­ar­bei­ten. Schu­len haben die Chan­ce mit Unter­stüt­zung des Arns­ber­ger Schul­ent­wick­lungs­ra­tes, des Bil­dungs­bü­ros und des beauf­trag­ten Insti­tuts „kmf viel­ha­ber“ die Ergeb­nis­se zur eige­nen Schul- und Unter­richts­ent­wick­lung zu nut­zen. Hier kön­nen auch schul­form­über­grei­fen­de Koope­ra­ti­ons­vor­ha­ben Wir­kung erzeu­gen – eben­so wie die Zusam­men­ar­beit mit außer­schu­li­schen Bil­dungs­part­nern. Unter­neh­men in Arns­berg sowie Stif­tun­gen zur För­de­rung von Kin­dern und Jugend­li­chen sind ange­spro­chen, sich an kon­kre­ten Pro­jek­ten zu beteiligen.

In einem Akti­ons­plan Bil­dung, in den die Arbeits­er­geb­nis­se der Fach­kon­fe­renz und Vor­schlä­ge der Schu­len ein­flie­ßen, wer­den die Maß­nah­men in den nächs­ten Jah­ren gemein­sam ange­gan­gen. Damit ist die Bil­dungs­be­richt­erstat­tung Aus­gangs­punkt und Auf­ruf für kon­kre­tes bil­dungs­po­li­ti­sches und gesell­schaft­li­ches Handeln.

Arns­berg ist Bil­dungs­stadt seit gut zwei Jahr­zehn­ten und agiert als kom­mu­na­les Bil­dungs­netz­werk nach dem Prin­zip der Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft. D.h. Kräf­te wer­den gebün­delt, alle arbei­ten gemein­sam an gelin­gen­den Bil­dungs­bio­gra­fien der Men­schen in Arns­berg: Ver­wal­tung und Poli­tik, Bür­ger­schaft, Unter­neh­men, Ver­ei­ne und Initia­ti­ven mit Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und den Auf­sichts­be­hör­den. Wo gehan­delt wer­den muss und Ent­wick­lung vor­an­ge­trie­ben wer­den soll­te, ist nicht immer offen­sicht­lich. Damit Res­sour­cen ziel­ge­nau für eine leben­di­ge und för­der­li­che Bil­dungs­land­schaft ein­ge­setzt wer­den kön­nen, erstellt die Bil­dungs­stadt Arns­berg regel­mä­ßi­ge Bildungsberichte.

Der aktu­el­le Bil­dungs­be­richt ist unter dem Link https://www.arnsberg.de/bildungsberichte veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quel­le: Stadt Arnsberg)

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