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„Sehnsuchtsjahre“ im Museum – der Petticoat fasziniert die Besucher

Der Petticoat begeistert die Besucher der Ausstellung "Sehnsuchtsjahre" im Sauerlandmuseum. (Foto: marita Gerwin)
Der Pet­ti­coat begeis­tert die Besu­cher der Aus­stel­lung „Sehn­suchts­jah­re“ im Sauer­land­mu­se­um. (Foto: Mari­ta Gerwin)

Arns­berg.  Pet­ti­coat, die Moder der 1950-er Jah­re, fas­zi­niert die Besu­cher der Aus­stel­lung „Sehn­suchts­jah­re“, die noch bis Sonn­tag, 23. Febru­ar 2014 im Sauer­land­mu­se­um in Arns­berg gezeigt wird.
Ein grüner Petticoat aus der Ausstellung "Sehnsuchtsjahre". (Foto: marita Gerwin)
Ein grü­ner Pet­ti­coat aus der Aus­stel­lung „Sehn­suchts­jah­re“. (Foto: Mari­ta Gerwin)

Der Pet­ti­coat ist ein bau­schig wei­ter Unter­rock aus ver­steif­ten Per­lon- und Nylon-Stof­fen mit rüschen- und spit­zen­ver­zier­ten Stu­fen, der in den 1950-er Jah­ren unter lan­gen, wei­ten und tail­len­be­ton­ten Röcken zu deren Form­un­ter­stüt­zung getra­gen wur­de.  Er besteht meist aus einem Sat­tel und dem eigent­li­chen, dar­un­ter begin­nen­den breit aus­fal­len­den Pet­ti­coat-Teil mit drei oder vier Stu­fen. Die Stoff­ver­ar­bei­tung von meist meh­re­ren Lagen Tüll unter­stützt die wei­te Aus­le­gung die­ses Klei­dungs­stücks. 1947 ent­warf der fran­zö­si­sche Mode­schöp­fer Chris­ti­an Dior die „Blü­ten­kelch­li­nie“, die die Mode der 50-er und frü­hen 60-er Jah­re stark beein­fluss­te. In die­ser Zeit bestimm­ten weich abfal­len­de Schul­tern, run­de Hüf­ten und extrem schma­le Tail­len das Bild der Damen­mo­de. Das zu offi­zi­el­len Anläs­sen getra­ge­ne tail­lier­te Kos­tüm wur­de je nach Sai­son ent­we­der mit einem engen oder einem durch einen Pet­ti­coat gestütz­ten wei­ten Rock getragen.

Petticoat wird ab 1966 vom Minirock abgelöst

Ab 1954 wur­de der Pet­ti­coat durch das Auf­kom­men des Rock’n’Roll-Tanzes erneut popu­lär, für des­sen Bewe­gungs­ab­läu­fe die­se Mode gut geeig­net erschien. Sei­ne Bedeu­tung kul­mi­nier­te ange­sichts der ansons­ten sehr prü­den Klei­dungs­kon­ven­tio­nen in dem 1958 auf­kom­men­den Streit, ob Pet­ti­coats län­ger als die Über­be­klei­dung und damit öffent­lich sicht­bar sein dürf­ten. Er blieb auch wäh­rend der den Rock’n‘ Roll ablö­sen­den Twist-Pha­se popu­lär und ver­schwand ab 1966 mit Auf­kom­men der Minirock-Mode.

Auch Tante-Emma-Laden erinnert an Wirtschaftswunderzeit

Die Mode der 50-er Jah­re ist nicht das ein­zi­ge fas­zi­nie­ren­de The­ma in der Aus­stel­lung „Sehn­suchts­jah­re“. Sie beleuch­tet einen bedeu­ten­den Aus­schnitt der west­deut­schen All­tags­ge­schich­te und weckt mit einem „Tan­te-Emma-Laden“, einem Kiosk, einem Fri­seur­sa­lon, einem Radio- und Fern­seh­ge­schäft u.v.m. alte Erin­ne­run­gen an die Zeit des Wirtschaftswunders.
In einen zwei­ten Arti­kel wird Mari­ta Ger­win in den nächs­ten Tagen wei­te­re Erin­ne­run­gen an die 50-er Jah­re vorstellen.

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