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Rat: Her­drin­ger Becken bleibt, Bir­ken­pfad­schu­le geht

Arns­berg. Trotz vor­auf­ge­gan­ge­ner fast drei­ein­halb­mo­na­ti­ger Pau­se war die Tages­ord­nung der ers­ten Rats­sit­zung in 2018 über­sicht­lich. Nach Erle­di­gung der Per­so­na­lia han­del­ten die Rats­ver­tre­ter die anste­hen­den Sach­fra­gen zügig und ohne Über­ra­schun­gen ab. Der Erhalt des Lehr­schwimm­be­ckens Her­drin­gen erhielt eben­so eine brei­te Mehr­heit wie die Schlie­ßung des Schul­teil­stand­orts Bir­ken­pfad­schu­le.

War­ten auf Prio­ri­tä­ten­lis­te für Schul­ge­bäu­de

Das Lehr­schwimm­be­cken in Her­drin­gen bleibt. (Foto: oe)

„Nur die FDP ist wie­der mal wider­spens­tig”, begrün­de­te Rena­te Nie­mand die drei Nein-Stim­men ihrer Frak­ti­on gegen den Erhalt des Lehr­schwimm­be­ckens Her­drin­gen. Die FDP woll­te hier aus wirt­schaft­li­chen Grün­den einen Neu­bau am Nass. Von CDU, Grü­nen und SPD wur­de eine gan­ze Lis­te von Gegen­ar­gu­men­ten vor­ge­tra­gen. Ein seriö­ser Kos­ten­ver­gleich sei nicht mög­lich, solan­ge es kei­ne Zah­len zu Fol­ge­kos­ten der Still­le­gung in Her­drin­gen gebe, der Bau­zu­stand in Her­drin­gen habe sich bei einer Orts­be­sich­ti­gung als durch­aus gut her­aus­ge­stellt, am Nass dür­fe man sich jetzt den Platz für künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen nicht ver­bau­en, dörf­li­che Infra­struk­tur müs­se erhal­ten blei­ben und für die Schü­ler in Her­drin­gen, Müsche­de und Hol­zen sor­ge das Her­drin­ger Bad für kur­ze Wege. Mit gro­ßer Mehr­heit ange­nom­men wur­de ein Zusatz­an­trag er FDP, in den nächs­ten Haupt- und Finanz­aus­schuss­sit­zun­gen über Kos­ten­ent­wick­lun­gen zu berich­ten. Wann mit der Sanie­rung begon­nen wer­den soll, wird erst nach Vor­la­ge der Prio­ri­tä­ten­lis­te ent­schie­den, die der städ­ti­sche Immo­bi­li­en­ser­vice bis Som­mer für alle Schul­ge­bäu­de der Stadt erstel­len soll. Vor­aus­sicht­lich wird es nötig sein, im neu­en Dop­pel­haus­halt 2020/21 Mit­tel  für die auf 1,7 Mio. Euro geschätz­te Sanie­rung bereit­zu­stel­len.

Bis 2024 16 neue Grund­schul­klas­sen nötig

Der Grund­schul-Teil­stand­ort Bir­ken­pfad­schu­le wird geschlos­sen. (Foto: oe)

Beim Punkt Bir­ken­pfad­schu­le sorg­ten die Lin­ken-Frak­ti­on und ein­zel­ne SPD.Ratsmitglieder für die vier Gegen­stim­men. Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Wer­ner Ruh­nert bezeich­ne­te die Schlie­ßung des Grund­schul-teil­stand­orts als „unaus­ge­go­ren ange­sichts wie­der stei­gen­der Schü­ler­zah­len”. Nie­mand hier im Saal fal­le es leicht eine Schu­le zu schlie­ßen, doch dies sei ein Son­der­fall, sag­te Nico­le Jeru­sa­lem (CDU), Vor­sit­zen­de des Schul­aus­schus­ses und ver­wies auf den Antrag, der von der Schul­kon­fe­renz gekom­men sei. „Ein Hil­fe­ruf!”, so Vere­na Ver­spohl (Grü­ne). Der Schul­kon­fe­renz gehe es vor allem um päd­ago­gi­sche Grün­de, ins­be­son­de­re den effek­ti­ve­ren Ein­satz der sozi­al­päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te, die der­zeit noch zu oft gera­de am ande­ren Teil­stand­ort sind, wenn sie gebraucht wür­den. Wich­tig für die Ent­schei­dung sei auch, dass es eine ech­te Gebäu­de-Alter­na­ti­ve gebe. Die Bir­ken­pfad­schü­ler kön­nen in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft der Johan­nes­schu­le in eins der bes­ten Schul­ge­bäu­de der Stadt zie­hen, wenn die aus­lau­fen­de Real­schu­le ab Som­mer die frü­he­re Theo­dor-Heuss-Schu­le nicht mehr benö­tigt. SPD-Frak­ti­ons­chef Gerd Sto­dollick mach­te deut­lich, dass zum Beschluss auch der Erhalt des Kin­der- und Jugend­treffs Giers­käm­pen und des dor­ti­gen För­der­ver­eins gehö­re. Einig­keit herrsch­te auch, dass bereits in der nächs­ten Sit­zung es Schul­aus­schus­ses das The­ma Schul­ent­wick­lungs­pla­nung für die gesam­te Stadt auf den Tisch kom­men soll. Nach neu­es­ten Erkennt­nis­sen der Ver­wal­tung ist bis 2024 mit 16 neu­en Grund­schul­klas­sen im Stadt­ge­biet zu rech­nen.

AfD will kei­ne Rat­haus­brü­cke

Der Sie­ger­ent­wurf für die Rat­haus­sa­nie­rung. Ohne die Brü­cke zahlt das Land nicht.

Bei der Aktua­li­sie­rung des Inte­grier­ten Hand­lungs­kon­zepts für das Stadt­um­bau­ge­biets Hüs­ten kamen zwei Gegen­stim­men von der AfD. Frak­ti­ons­chef Jür­gen Anto­ni sag­te, die Plä­ne sei­en gut und sei­ne Frak­ti­on wür­de ger­ne zustim­men, doch müss­te dafür die soge­nann­te Piz­za­brü­cke gestri­chen wer­den. „Die Brü­cke kann man nicht ein­fach strei­chen, denn die ist zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die För­de­rung durch das Land”, ent­geg­ne­te der neue CDU-Frak­ti­ons­chef Jochem Hun­e­cke. Käm­me­rer Peter Ban­nes ergänz­te, dass das Land nur für die Rat­haus­sa­nie­rung zah­le, wenn eine soge­nann­te Öff­nung zum Quar­tier, also hier kon­kret zum Bahn­hof und zum Cam­pus Ber­li­ner Platz, erfol­ge. Das Minis­te­ri­um habe deut­lich gemacht, dass die Brü­cke hier­für die Ein­tritts­kar­te sei. Wer­ner Ruh­nert atta­ckier­te die AfD, sie sol­le doch lie­ber regel­mä­ßig an den Aus­schuss­sit­zun­gen teil­neh­men, sich dort infor­mie­ren und zu Wort mel­den, als erst am Ende daher­zu­kom­men und popu­lis­ti­sche For­de­run­gen zu stel­len.

Drei Bebau­ungs­plä­ne beschlos­sen

Am Nehei­mer Bar­t­hold-Clo­er-Weg kön­nen jetzt Woh­nun­gen gebaut wer­den. (Foto: oe)

Ein­stim­mig fass­te der Rat die Sat­zungs­be­schlus­se für drei Bebau­ungs­plä­ne. Die Ände­rung des Plans V 13 „Gut Nier­hoff I” soll im Voß­win­ke­ler Gewer­be­ge­biet zusätz­li­che Gewer­be­flä­chen und ins­be­son­de­re eine grö­ße­re zusam­men­hän­gen­de Flä­che für die Ver­la­ge­rung eines Leuch­ten­be­triebs ermög­li­chen. Der Plan NH 21 A „Woh­nen am Bar­t­hold-Clo­er-Weg“ soll in Neheim innen­stadt­na­hes Woh­nen auf einer frü­her gewerb­lich genutz­ten Flä­che ermög­li­chen. Der Plan A 71 „Rum­be­cker Stra­ße” soll die Ansied­lung von Ver­gnü­gungs­stät­ten in der Arns­ber­ger Neu­stadt künf­tig pla­nungs­recht­lich steu­ern bzw. inner­halb des Zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­reichs aus­schlie­ßen. Eben­falls ein­stim­mig beschlos­sen wur­den die Bereit­stel­lung zusätz­li­cher Haus­halts­mit­tel für Inves­ti­tio­nen in den Ver­wal­tungs­trakt des His­to­ri­schen Rat­hau­ses in Alt-Arns­berg und eine Sondersat­zung für die Unte­re Soes­ter Stra­ße in der Alt­stadt, die die Anlie­ger­bei­trä­ge nach der denk­mal­ge­rech­ten Sanie­rung der Stra­ße mit his­to­ri­schen Ruhr­kie­seln auf die anfal­len­de Sum­me bei einer nor­ma­len Asphal­tie­rung begrenzt.

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