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Weding­hau­ser Noten­blatt neu illu­mi­niert

Die Kalligrafin Susanne Ulmke übergibt das Pergamentfaksimile an Stadtarchivar Michael Gosmann, der das Original in Händen hält. Foto: Nadja Töws, Stadtarchiv
Die Kal­li­gra­fin Susan­ne Ulm­ke über­gibt das Per­ga­ment­fak­si­mi­le an Stadt­ar­chi­var Micha­el Gos­mann, der das Ori­gi­nal in Hän­den hält. Foto: Nad­ja Töws, Stadt­ar­chiv

 

Arns­berg. Im Pfarr­ar­chiv der Arns­ber­ger Prop­stei­gemein­de, dem ehe­ma­li­gen Klos­ter Weding­hau­sen, wur­de vor eini­gen Jah­ren im Innen­band eines alten Buches ein illu­mi­nier­tes, d.h. mit Buch­ma­le­rei ver­zier­tes Noten­blatt aus Per­ga­ment gefun­den. Es gilt als eines der ältes­ten Über­res­te von Weding­hau­ser Hand­schrif­ten, das eher zufäl­lig erhal­ten ist, weil die­ses Per­ga­ment­blatt spä­ter als Umschlag genutzt und dabei ver­schmiert und ver­dor­ben wur­de. Dar­um blieb ihm Unter­gang oder Ver­schlep­pung erspart, es wur­de eben als Buch­ein­band „recy­cled“ und nach Jahr­hun­der­ten dort von dem auf­merk­sa­men Küs­ter Win­fried Orth­mann im Pfarr­ar­chiv wie­der­ent­deckt.

Die Arns­ber­ger Kal­li­gra­fin Susan­ne Ulm­ke hat sich einer ers­ten „Fak­si­mi­lie­rung“ die­ses Noten­blat­tes ange­nom­men. Es ist der Ver­such, eine ähn­li­che Illu­mi­na­ti­on auf ech­tem Per­ga­ment zu schaf­fen und so die ursprüng­li­che Schön­heit des Ori­gi­nals wie­der anschau­lich zu machen.

Man­che Ran­ke ist mit Phan­ta­sie gewach­sen, weil das Ori­gi­nal ver­wischt war. Aber man kann so zumin­dest die meis­ter­haf­te Aus­le­gung der Initia­le des Buch­sta­bens „R“ nach­voll­zie­hen. Wer der Urhe­ber die­ser Hand­schrift war, ist unklar. Das Noten­blatt ist ein wei­te­res Indiz dafür, dass im Arns­ber­ger Klos­ter Weding­hau­sen schon seit sei­ner Grün­dung im 12. Jahr­hun­dert ein außer­or­dent­lich fähi­ges Scrip­to­ri­um tätig war. Lei­der wur­den des­sen Schät­ze im tur­bu­len­ten Lauf der Geschich­te mehr­heit­lich zer­streut oder ver­nich­tet. In den Wir­ren der Napo­leo­ni­schen Krie­ge und der Säku­la­ri­sa­ti­on gin­gen über­haupt vie­le Zeug­nis­se der Arns­ber­ger Geschich­te ver­lo­ren.

Das Per­ga­ment ist ein Geschenk der Schrei­be­rin zum 775jährigen Jubi­lä­um an ihre Hei­mat­stadt. Es wur­de kürz­lich dem Arns­ber­ger Stadt­ar­chiv über­ge­ben, das nun über eine per­ga­men­te­ne Nach­schrift des Ori­gi­nal­do­ku­ments ver­fügt. Hier kann es den Archiv­be­su­chern eine blas­se Ahnung von den leuch­ten­den Buch­sta­ben (Illu­mi­nie­run­gen) und der Pracht mit­tel­al­ter­li­cher Hand­schrif­ten ver­mit­teln.

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