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Liese: „Skifahren vor der Haustür ohne schlechtes Gewissen“

Hans-Wil­helm Schif­fer (RWE), Dr. Peter Lie­se und Micha­el Beck­mann (Win­ter­sport­are­na Sauer­land) spre­chen sich für eine euro­päi­sche Kli­ma­schutz­po­li­tik aus. (Foto: Die­ter Berger)

HSK. Ski­fah­ren in Süd­west­fa­len ohne schlech­tes Gewis­sen auch auf beschnei­ten Pis­ten statt der win­ter­li­chen Flug­rei­se in die Son­ne, das stärkt nach Auf­fas­sung des Best­wi­ger CDU-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Peter Lie­se nicht nur den Tou­ris­mus vor Ort, son­dern dient auch dem Kli­ma­schutz und soll­te des­halb kein schlech­tes Gewis­sen verursachen.

Klimawandel in den Griff bekommen

„Sowohl die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels als auch die euro­päi­sche Kli­ma­schutz­po­li­tik sind vor Ort bei uns in Süd­west­fa­len wirk­sam. Des­halb dür­fen uns die­se The­men nicht kalt las­sen“, sag­te Lie­se bei einem Tref­fen mit Ver­tre­tern der sauer­län­di­schen Tou­ris­mus­wirt­schaft. „Wenn die Erd­er­wär­mung unge­bremst zunimmt, wer­den wir vie­le Pro­ble­me bekom­men. Ins­be­son­de­re die rie­si­gen Flucht­be­we­gun­gen durch Men­schen, die ihres Lebens­raums beraubt wer­den, wenn sich Wüs­ten aus­brei­ten oder gro­ße Gebie­te über­schwemmt wer­den, müs­sen uns allen Sor­gen machen.  Des­we­gen ist die Fra­ge, ob wir in Zukunft im Sauer­land noch Ski­fah­ren kön­nen, sicher­lich ein klei­nes Pro­blem, trotz­dem müs­sen wir uns damit befas­sen. Bei einem unge­brems­ten Kli­ma­wan­del wird dies wahr­schein­lich in eini­gen Jahr­zehn­ten unmög­lich sein. Auch daher müs­sen wir den Kli­ma­wan­del in den Griff bekom­men“, so Peter Liese.

Beschneiung unterm Strich sinnvoll

Manch einer mag daher ein schlech­tes Gewis­sen haben, wenn er in den kom­men­den Weih­nachts­fe­ri­en in Win­ter­berg, Schmal­len­berg oder sonst wo in Süd­west­fa­len Ski fährt, denn dies ist in den meis­ten Fäl­len nur durch den Ein­satz zahl­rei­cher Schnee­ka­no­nen mög­lich. „Aber unter dem Strich glau­be ich, dass die Beschnei­ung sinn­voll ist. Der gesamt CO²-Aus­stoß, der Win­ter­sport­are­na Sauer­land ent­spricht dem CO²-Aus­stoß eines ein­zi­gen Flug­zeugs, das aus Euro­pa in die Kari­bik fliegt. Daher ist es gut, wenn wir unse­re Hei­mat für Tou­ris­ten und Ein­hei­mi­sche attrak­tiv gestal­ten. Wenn dadurch nur eini­ge hun­dert Men­schen in Süd­west­fa­len moti­viert wer­den, ihren Urlaub vor der Haus­tür zu ver­brin­gen, oder eini­ge hun­dert Nie­der­län­der oder Ruhr­ge­biet­ler auf eine kli­ma­schäd­li­che Flug­rei­se ver­zich­ten und bei uns Urlaub machen, ist dem Kli­ma schon gehol­fen“, so der Europaabgeordnete.

Bus, Bahn und Auto in unfairem Nachteil zu Flugverkehr

Peter Lie­se setzt sich auch aus die­sem Grund dafür ein, dass der Flug­ver­kehr einen wesent­lich stär­ke­ren Bei­trag zum Kli­ma­schutz leis­tet. „Für die meis­ten Tou­ris­ten ist die Flug­rei­se zum Urlaubs­ort die größ­te CO²-Quel­le. Daher ist es unfair, dass Tou­ris­ten die aus dem Ruhr­ge­biet oder den Nie­der­lan­den mit Bus, Bahn oder Auto anrei­sen, sehr stark von Steu­ern und Abga­ben belas­tet sind, der Flug­ver­kehr jedoch prak­tisch nicht. Aus die­sem Grund haben wir vor eini­gen Jah­ren den Flug­ver­kehr in den euro­päi­schen Emis­si­ons­han­del ein­be­zo­gen. Der Umwelt­aus­schuss des Euro­päi­schen Par­la­ments hat in der ver­gan­ge­nen Woche beschlos­sen, die Gren­zen für den Flug­ver­kehr zu ver­schär­fen und die kos­ten­lo­se Zutei­lung von Zer­ti­fi­ka­ten zu redu­zie­ren. Gera­de für die Kon­kur­renz zur Bahn ist dies sehr wich­tig, weil die Bahn bereits seit lan­gem mit ambi­tio­nier­ten Zie­len und Voll­auk­tio­nie­rung über ihren Strom im Emis­si­ons­han­del ein­be­zo­gen ist. Die Belas­tun­gen der Bahn wol­len wir des­halb reduzieren.“

Wintersportarena bewegt bis zu 800.000 Menschen

„Ziel muss es sein, Chan­cen­gleich­heit in der Tou­ris­mus­wirt­schaft her­zu­stel­len. Der Win­ter­ur­laub vor der Haus­tür ist immer noch das bes­te Kli­ma­schutz­pro­gramm“, so der Vor­sit­zen­de der Win­ter­sport­are­na Sauer­land und Tou­ris­mus­di­rek­tor von Win­ter­berg, Micha­el Beck­mann. Dies umso mehr, da der Win­ter­sport auch eine sozia­le Ren­di­te erwirt­schaf­te.  „Wir bewe­gen jeden Win­ter zwi­schen 600.000 bis 800.000 Men­schen zu einem spor­ti­ven Urlaub in unse­rer Natur, und das in einer Zeit, in der Smart­pho­nes und Tablets immer mehr dazu füh­ren , uns weni­ger zu bewe­gen,“ so Beckmann.

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