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IHK mit Blitz­um­fra­ge: Coro­na-Shut­down trifft hei­mi­sche Betrie­be hart – Still­stand in Gastronomie

Arnsberg/Hellweg/Sauerland. Die Coro­na-Pan­de­mie sorgt bei 44 Pro­zent der Unter­neh­men im Kreis Soest und im Hoch­sauer­land­kreis für einen Rück­gang der Nach­fra­ge. Bei fast jedem Drit­ten steht der Betrieb der­zeit still. Drei von zehn müs­sen Stor­nie­run­gen ihrer Kun­den ent­ge­gen­neh­men. Das geht aus einer Blitz­um­fra­ge der IHK Arns­berg her­vor. „Der Novem­ber-Shut­down trifft ins­be­son­de­re vie­le klei­ne Unter­neh­men hart“, erläu­tert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Dr. Ilo­na Lan­ge die Ergeb­nis­se. An der Blitz­be­fra­gung vom 18.–20. Novem­ber haben über 900 Unter­neh­men teil­ge­nom­men. Dazu infor­miert die IHK Arns­berg Hellweg-Sauerland.

90 Pro­zent der Gast­ge­wer­be-Betrie­be ste­hen still

Am stärks­ten betrof­fen von den aktu­el­len Coro­na-Maß­nah­men ist das Gast­ge­wer­be: 90 Pro­zent der Betrie­be ste­hen der­zeit still. Stark ein­ge­schränkt ist auch die Rei­se­wirt­schaft, 73 Pro­zent der Betrie­be haben die Arbeit ein­ge­stellt. Gleich­zei­tig ist die Bran­che am stärks­ten von Stor­nie­run­gen betrof­fen. Bei sie­ben von zehn Unter­neh­men machen die Kun­den ihre Buchun­gen rück­gän­gig. In der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft kön­nen der­zeit 68 Pro­zent der Unter­neh­men nicht ihrem Gewer­be nach­ge­hen. Von den geschlos­se­nen Unter­neh­men muss­ten 71 Pro­zent auf staat­li­che Anord­nung hin den Betrieb ein­stel­len. Im Gast­ge­wer­be haben sogar 98 Pro­zent auf staat­li­che Anord­nung den Betrieb eingestellt.

Wie hier in Arns­berg mach­te die Gas­tro­no­mie an vie­len Stel­len schon im Früh­jahr auf ihre Sor­gen auf­merk­sam. Foto: Frank Albrecht / Archiv

Hil­fen für Unter­neh­men lau­fen schleppend

„Die Poli­tik kün­digt bereits den Dezem­ber-Shut­down an, wäh­rend die geschlos­se­nen Betrie­be noch nicht ein­mal wis­sen, wann und wie sie die Novem­ber­hil­fe erhal­ten“, kri­ti­siert Dr. Ilo­na Lan­ge die schlep­pend anlau­fen­den Hil­fen für die Unter­neh­men. Laut IHK-Umfra­ge kämp­fen der­zeit drei von zehn Unter­neh­men mit Liqui­di­täts­eng­päs­sen. Jedem zehn­ten Unter­neh­men droht die Insol­venz. Dr. Ilo­na Lan­ge: „Für die­se Betrie­be ist das drin­gends­te Pro­blem der­zeit nicht die Schlie­ßung, son­dern die Aus­zah­lung der ver­spro­che­nen Finanz­hil­fen. Wer zum Wohl der All­ge­mein­heit im Dezem­ber wei­ter sei­nen Betrieb schlie­ßen muss, der soll­te auch zügig das zuge­sag­te Geld bekom­men.“ Den Unter­neh­men gehe es aber nicht nur um finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. 56 Pro­zent der Befra­gungs­teil­neh­mer for­dern eine Ent­las­tung bei der Büro­kra­tie, 28 Pro­zent ver­bes­ser­te Abschrei­bungs­mög­lich­kei­ten und 26 Pro­zent eine Aus­wei­tung des steu­er­li­chen Verlustrücktrags.

Situa­ti­on im pro­du­zie­ren­den Gewer­be positiver

Deut­lich posi­ti­ver als in den Dienst­leis­tungs­bran­chen ist die Situa­ti­on im pro­du­zie­ren­den Gewer­be. Dort ste­hen mit nur sechs Pro­zent ver­gleichs­wei­se wenig Betrie­be still. „Der Schein trügt aber etwas, denn auch in die­ser Bran­che blei­ben inzwi­schen vie­le Auf­trä­ge aus“, betont IHK- Volks­wirt Ste­fan Seve­rin. Mehr als jeder zwei­te Indus­trie­be­trieb und jedes vier­te Bau­un­ter­neh­men gibt in der IHK- Befra­gung einen Rück­gang der Nach­fra­ge an. „Die Coro­na-Maß­nah­men drü­cken auf die Kon­sum­stim­mung der Men­schen. Das wirkt sich letzt­lich auch auf die Auf­trags­la­ge in Indus­trie und Bau aus“, erklärt Ste­fan Severin.

Jedes zwei­te Unter­neh­men reagiert auf die Krise

Auf die aktu­el­le Kri­se reagiert jedes zwei­te Unter­neh­men, indem es Inves­ti­tio­nen ver­schiebt oder streicht. Drei von zehn nut­zen Ein­spar­po­ten­zia­le und ratio­na­li­sie­ren ihre Geschäfts­ab­läu­fe. Auch die Digi­ta­li­sie­rung ist ein ver­brei­te­tes Instru­ment, um den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen zu begeg­nen. Je ein Vier­tel baut die Online-Prä­senz aus, um Kun­den zu gewin­nen oder ver­stärkt die Digi­ta­li­sie­rung im Unter­neh­men. Jeweils rund ein Fünf­tel stellt das Geschäfts­kon­zept um oder baut Per­so­nal ab.

(Quel­le: IHK Arns­berg Hell­weg – Sauerland)

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