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IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaft am Hellweg und im Sauerland stagniert

Die IHK Arns­berg Hell­weg-Sau­er­land hat 459 Unter­neh­men aus der Regi­on zur Ein­schät­zung ihrer aktu­el­len und zukünf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Lage befragt. (Foto: vor­ne v. l.: Johan­nes Leh­de (J. Leh­de GmbH, Soest); Chris­toph Dah­l­mann, (A.L.S. All­ge­mei­ne Land- und See­spe­di­ti­on GmbH, Arns­berg), Ste­fan Seve­rin (IHK, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on und Volks­wirt­schaft); hin­ten v. l.: Jörg Nol­te (IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer), Frie­de­ri­ke Men­ge (Hotel & Restau­rant Men­ge an der Schlacht, Arns­berg), Gabrie­le Staats (Gra­phi­sche Betrie­be Staats GmbH, Lipp­stadt), IHK-Prä­si­dent Andre­as Knappstein (Möbel Knappstein GmbH & Co. KG, Schmal­len­berg), Julia Wulf (Ket­ten­Wulf Betriebs GmbH, Eslo­he), © Becker/IHK)

Hochsauerlandkreis/Soest. Kein guter Start ins neue Jahr: „Die Wirt­schaft ist wei­ter fest im Griff der mul­ti­plen Her­aus­for­de­run­gen und zeigt nur wenig Dyna­mik. Unwäg­bar­kei­ten und Unsi­cher­hei­ten trü­ben die Stim­mung und dämp­fen die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft“, fasst IHK-Prä­si­dent Andre­as Knappstein die Ergeb­nis­se der IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge zusam­men. Die IHK Arns­berg, Hell­weg-Sau­er­land hat zum Jah­res­be­ginn 459 Unter­neh­men aus dem Hoch­sauer­land­kreis und dem Kreis Soest befragt.

Lage und Erwartungen der Unternehmen: Negativer Trend setzt sich fort

Die Lage in den Unter­neh­men hat sich wei­ter ver­schlech­tert. 29 Pro­zent beur­tei­len ihre Situa­ti­on mit „schlecht“, 21 mit „gut“ Damit hat sich, der Pro­gno­se aus dem Herbst fol­gend, der nega­ti­ve Trend fort­ge­setzt. Das gilt vor allem für die Indus­trie, aber auch Han­del und Gast­ge­wer­be. Ein­zig Ver­kehrs- und Bau­wirt­schaft sowie der Dienst­leis­tungs­sek­tor zeich­nen noch ein leicht posi­ti­ves Bild. Die Erwar­tun­gen haben sich zwar mini­mal ver­bes­sert, blei­ben jedoch pes­si­mis­tisch. „Der Abschwung wird sich 2024 ver­lang­samt fort­set­zen“, pro­gnos­ti­ziert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jörg Nol­te. Anzei­chen für eine Bes­se­rung sei­en noch nicht aus­zu­ma­chen – weder im Export noch auf der Inves­ti­ti­ons­sei­te. In der nega­ti­ven Erwar­tung sind sich alle Bran­chen einig, wobei der Pes­si­mis­mus im Han­del beson­ders groß ist. Der Kon­junk­tur­kli­ma­in­di­ka­tor, der sich aus Lage- und Erwar­tungs­wer­ten berech­net, sta­gniert bei einem Wert von rund 83. Damit bleibt er deut­lich unter der Gren­ze von 100, die das Kon­junk­tur­kli­ma in „posi­tiv“ und „nega­tiv“ teilt.

Investitionsbereitschaft weiterhin gering

„Die kon­junk­tu­rel­le Tal­soh­le ist noch nicht erreicht. Die ent­schei­den­de Fra­ge ist nun, ob die der­zei­ti­ge Ent­wick­lung eine vor­über­ge­hen­de Del­le in der Kon­junk­tur dar­stellt oder ob sie struk­tu­rel­le Ver­wer­fun­gen nach sich zie­hen wird“, betont Andre­as Knappstein. Es sei zwar zu erwar­ten, dass die Infla­ti­on 2024 wei­ter zurück­geht und die Kauf­kraft zulegt. Doch ange­sichts der gro­ßen Unwäg­bar­kei­ten und Unsi­cher­hei­ten ver­harr­ten die Inves­ti­ti­ons­ab­sich­ten auf nied­ri­gem Niveau. Seit Herbst 2022 haben die befrag­ten Unter­neh­men wie­der­holt ange­kün­digt, dass sie ihre Inves­ti­tio­nen redu­zie­ren. Zwei Drit­tel der Unter­neh­men geben als Motiv für ihre Auf­wen­dun­gen an, in den Ersatz von Pro­duk­ti­ons­mit­teln zu inves­tie­ren. „Beson­ders wich­tig für die zukünf­ti­ge Wett­be­werbs­fä­hig­keit sind jedoch Inves­ti­tio­nen in Pro­dukt­in­no­va­tio­nen und in die Erwei­te­rung der Kapa­zi­tä­ten. Wir beob­ach­ten, dass die­se Inves­ti­ti­ons­mo­ti­ve eine immer klei­ne­re Rol­le spie­len. Das Aus­blei­ben von zukunfts­ori­en­tier­ten Inves­ti­tio­nen könn­te den Abwärts­trend beschleu­ni­gen. Das berei­tet uns gro­ße Sor­gen“, hebt Andre­as Knappstein her­vor. Der IHK-Prä­si­dent sieht die Poli­tik in der Pflicht, das Inves­ti­ti­ons­kli­ma zu ver­bes­sern: „Unter­neh­men benö­ti­gen Ver­läss­lich­keit und Klar­heit. Aktu­ell sorgt aber weder die Poli­tik für ver­läss­li­che Ent­schei­dun­gen noch erzeugt die Büro­kra­tie ver­ständ­li­che Ver­wal­tungs­ak­te. Im Gegen­teil. För­de­run­gen wer­den ver­spro­chen und über Nacht wie­der ein­kas­siert. Die aus­ufern­de Büro­kra­tie blo­ckiert nicht nur die Wirt­schaft, auch die kom­mu­na­len Ver­wal­tun­gen haben längst die Gren­zen ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit erreicht.“

Die meisten Unternehmen sehen wirtschaftspolitische Rahmenbindungen als Risiko

Die gro­ße Unzu­frie­den­heit mit der Poli­tik zeigt sich auch bei der Fra­ge nach den Kon­junk­tur­ri­si­ken. Mitt­ler­wei­le betrach­ten 61 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men die wirt­schafts­po­li­ti­schen Rah­men­bin­dun­gen als Risi­ko für ihre geschäft­li­che Ent­wick­lung. Vor einem Jahr lag die­ses Risi­ko mit 42 Pro­zent noch an fünf­ter Stel­le der meist­ge­nann­ten Geschäfts­ri­si­ken. Ganz oben im Risi­ko­ran­king steht aber die Inlands­nach­fra­ge. „Dem Abschwung als sol­chem gilt zwei­drit­teln der Betrie­be damit die größ­te Sor­ge. Die Unter­neh­men sind sich bewusst, dass die Rezes­si­on – zumin­dest eine leich­te – längst Rea­li­tät ist“, so IHK-Volks­wirt Ste­fan Seve­rin. Die schwa­che Aus­lands­nach­fra­ge, die in frü­he­ren Zei­ten feh­len­de Inland­s­im­pul­se wett­ma­chen konn­te, ver­schärft die Situa­ti­on. Wei­te­re Risi­ken, die von mehr als jedem zwei­ten Unter­neh­men genannt wer­den, sind die Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se, der Fach- und Arbeits­kräf­te­man­gel sowie die Arbeits­kos­ten. „Die Dich­te an Risi­ken und Her­aus­for­de­run­gen bleibt auf einem enorm hohen Wert“, so Ste­fan Severin.

Wenige Unternehmen planen zusätzliche Einstellungen

Die ange­spann­te Lage und die Aus­sicht auf wei­ter­hin schwie­ri­ge Geschäf­te wir­ken sich auch auf die Beschäf­ti­gungs­ab­sich­ten aus. Gut 60 Pro­zent der Betrie­be kün­di­gen an, die Zahl der Mit­ar­bei­ter kon­stant zu hal­ten. Doch einem Unter­neh­men, das zusätz­li­che Ein­stel­lun­gen plant, ste­hen drei gegen­über, die mit weni­ger Mit­ar­bei­tern rechnen.

Die Indus­trie weist mit einem Sal­do von ‑16 Punk­ten aus „gut“- minus „schlecht“-Urteilen die schwie­rigs­te Geschäfts­la­ge aller Bran­chen aus. Ange­sichts eines Anteils von 43 Pro­zent der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten in Süd­west­fa­len beein­flusst die Indus­trie das Kon­junk­tur­kli­ma stär­ker als in ande­ren Regio­nen. Die Elek­tro­in­dus­trie ist die ein­zi­ge gro­ße Indus­trie­bran­che mit posi­ti­ver Lage­be­wer­tung. Im Maschi­nen­bau und der Metall­in­dus­trie ist die Situa­ti­on deut­lich nega­tiv. Den Auf­trags­be­stand beur­teilt die Bran­che wie schon im ver­gan­ge­nen Herbst schlecht. Die Aus­sich­ten sind düs­ter: Vier von zehn Betrie­be erwar­ten einen Rück­gang der Geschäf­te. „Der Tief­punkt für die Indus­trie ist offen­bar noch nicht erreicht. Auch dem Export wer­den kei­ne posi­ti­ven Impul­se zuge­traut. Kon­junk­tur­ri­si­ken wie die Inlands­nach­fra­ge, die Wirt­schafts­po­li­tik und die Ener­gie­prei­se belas­ten die Indus­trie deut­lich stär­ker als alle ande­ren Bran­chen“, stellt Jörg Nol­te fest. Es wer­de nur in not­wen­di­ge Ersatz­be­schaf­fun­gen und Ratio­na­li­sie­run­gen investiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quel­le: IHK Arnsberg)

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