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IHK Arnsberg: Gastgewerbe leidet unter Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung

Arns­berg. Die süd­west­fä­li­schen Gas­tro­no­men wer­den durch die Rück­nah­me der Mehr­wert­steu­er-Sen­kung zum 1. Janu­ar 2024 stark belas­tet. 95 Pro­zent der Unter­neh­men spü­ren nega­ti­ve wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen. Das geht aus einer aktu­el­len Befra­gung der drei IHKs Arns­berg, Hagen und Sie­gen unter 127 Gas­tro­no­mie­be­trie­ben her­vor. Zahl­rei­che Betrie­be berich­ten von einem Kun­den­rück­gang, weni­ger Gewinn und Umsatz sowie einem ver­än­der­ten Kundenverhalten.

Konsumzurückhaltung und Kostendruck belasten Geschäfte

Klaus Grä­be­ner, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Sie­gen: „Die Gas­tro­no­men ste­cken in einem Dilem­ma. Auf der einen Sei­te haben sie es mit Mehr­be­las­tun­gen, etwa durch hohe Ener­gie­prei­se und gestie­ge­ne Arbeits­löh­ne zu tun, zu denen sich nun noch die Rück­nah­me der Mehr­wert­steu­er­sen­kung gesell­te; auf der ande­ren Sei­te sind die Mög­lich­kei­ten, die Kos­ten wei­ter­zu­ge­ben, struk­tu­rell begrenzt. Am Ende kön­nen sie es eigent­lich nur falsch machen.“ Jeder zwei­te Gas­tro­nom berich­te bereits von weni­ger Kun­den und von weni­ger Umsatz je Kun­de. Höhe­re Prei­se hät­ten das Ver­hal­ten der Ver­brau­cher spür­bar ver­än­dert. Die zuletzt gesun­ke­ne Infla­ti­ons­ra­te und die aktu­el­len Lohn­zu­wäch­se konn­ten die Kon­sum­lau­ne der Kun­den offen­kun­dig kaum antreiben.

Die Fol­gen sind: Neun von zehn Unter­neh­men muss­ten auf­grund der Rück­nah­me der Mehr­wert­steu­er-Sen­kung ihre Prei­se erhö­hen. Zudem hat die Bran­che mit Anpas­sun­gen von Pro­duk­ten und Menüs (43 %) und Ein­spa­run­gen im Waren­ein­kauf (19 %) reagiert.

„Zwei von drei Gas­tro­no­mie­be­trie­ben kla­gen über eine pro­ble­ma­ti­sche Finanz­la­ge. Auch die Gefahr einer dro­hen­den Insol­venz ist drei­mal so hoch wie in allen ande­ren Bran­chen“, betont SIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Ralf Gerusch­kat. Die Zukunfts­aus­sich­ten der hei­mi­schen Gas­tro­no­men sei­en wei­ter­hin schlecht. So wür­den 70

Pro­zent der Unter­neh­men aus dem Gast­ge­wer­be rück­läu­fi­ge Gewin­ne seit Jah­res­be­ginn mel­den. Auch gebe es kaum Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft in der Bran­che. Es brau­che nun wirt­schafts­po­li­ti­scher Impul­se, um eine Schlie­ßungs­wel­le im Gast­ge­wer­be zu ver­hin­dern. „Denn ein attrak­ti­ves und viel­fäl­ti­ges gas­tro­no­mi­sches Ange­bot trägt wesent­lich zur Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät in unse­ren Städ­ten und Gemein­den bei“, so Geruschkat.

Forderung: Gastgewerbe bei der Bürokratie entlasten

Jörg Nol­te, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Arns­berg, for­dert daher, das Gast­ge­wer­be zumin­dest bei der Büro­kra­tie zu ent­las­ten: „Schon 2021 hat die Deut­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer in einer Stu­die nach­ge­wie­sen, dass die Gast­be­trie­be durch­schnitt­lich 14 zusätz­li­che Stun­den pro Woche auf­brin­gen müs­sen, um 100 bis 125 kom­ple­xe Vor­schrif­ten zu erfül­len. Dabei geht es etwa um die Kas­sen­richt­li­nie oder die Daten­schutz­grund­ver­ord­nung. Die­se ‚Über­stun­den‘ fal­len meist bei den Fir­men­in­ha­bern selbst an. Mit Ver­ein­fa­chun­gen und mehr Digi­ta­li­sie­run­gen, zum Bei­spiel bei der Doku­men­ta­ti­on von Hygie­ne­vor­schrif­ten oder beim Auf­be­wah­ren von Unter­la­gen, könn­te die Poli­tik vie­len Gas­tro­no­men die Arbeit erleichtern.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quel­le: IHK Arnsberg)

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