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Ers­ter Hei­mat­preis geht an Ver­ein „Erhal­tet den Eich­holz­fried­hof“

Auf dem Eich­holz­fried­hof. (Foto: oe)

Arns­berg. Ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment hat die Stadt Arns­berg seit vie­len Jah­ren durch die regel­mä­ßi­ge Ver­lei­hung der Bür­ger­me­dail­len gewür­digt. Nun wur­de ein wei­te­res Instru­ment ins Leben geru­fen, das bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment aus­zeich­nen soll: Der Hei­mat­preis, der am Diens­tag abend erst­mals ver­ge­ben wur­de. Mit dem 1. Preis wur­de der Ver­ein „Erhal­tet den Eich­holz­fried­hof“ aus­ge­zeich­net.

Minis­te­ri­um för­dert Hei­mat

Mög­lich wur­de das durch eine neue Initia­ti­ve des Minis­te­ri­ums für Hei­mat, Kom­mu­na­les, Bau und Gleich­stel­lung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len. Die­ses hat­te im August 2018 das lan­des­ei­ge­ne För­der­pro­gramm „Hei­mat. Zukunft. Nord­rhein-West­fa­len. Wir för­dern, was Men­schen ver­bin­det“ ins Leben geru­fen – inklu­si­ve der fünf Ele­men­te Hei­mat-Scheck, Hei­mat-Preis, Hei­mat-Werk­statt, Hei­mat-Fonds und Hei­mat-Zeug­nis, über die die Lan­des­re­gie­rung mit rund 150 Mil­lio­nen Euro bis zum Jahr 2022  die Gestal­tung der Hei­mat vor Ort, in Städ­ten und Gemein­den und in den Regio­nen för­dert.

Bitt­ner: Star­ker Pfei­ler der Stadt

„Dass wir mit­ma­chen wol­len, war für uns sofort klar. Denn: Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment wird hier in Arns­berg sehr groß geschrie­ben und vie­le enga­gie­ren sich – das auch über das regu­lä­re Maß hin­aus. Das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment ist einer der star­ken Pfei­ler in unse­rer Stadt, auf die wir als Stadt­ver­wal­tung, aber auch ich per­sön­lich als Bürgermeister,sehr stolz sind“, sag­te Bür­ger­meis­ter Ralf Paul Bitt­ner.

Zwölf Bewer­bun­gen

Die Stadt Arns­berg zeich­net mit dem Hei­mat-Preis in die­sem Jahr Initia­ti­ven aus, die sich in her­aus­ra­gen­der Wei­se um die Recher­che bzw. Dar­stel­lung der Hei­mat­ge­schich­te Arns­bergs bzw. ihrer Orts­tei­le ver­dient gemacht haben und inner­halb der letz­ten drei Jah­re (2015 – 2018) ent­spre­chen­de Pro­jek­te bzw. öffent­lich zugäng­li­che Arbei­ten rea­li­siert haben. Ins­ge­samt zwölf Bewer­bun­gen waren ein­ge­gan­gen, eine Jury hat über die Zulas­sung der Bei­trä­ge und deren Bewer­tung ent­schie­den. Auf die­se Wei­se wur­den letzt­lich vier Prei­se ver­ge­ben, die im Fol­gen­den dar­ge­stellt wer­den:

1. Preis | „Erhal­tet den Eich­holz­fried­hof“ des gleich­na­mi­gen Ver­eins

Auf dem Eich­holz­fried­hof. (Foto: oe)

Wer über den Arns­ber­ger Eich­holz­fried­hof schlen­dert, mag sich dar­über wun­dern, dass dort eine für einen Fried­hof bemer­kens­wer­te Betrieb­sam­keit herrscht. Da wird gebohrt und gehäm­mert, geschmir­gelt und gesäu­bert, was das Zeug hält. Seit rund 60 Jah­ren bereits ist der Fried­hof geschlos­sen und doch erwacht er seit eini­gen Jah­ren zu neu­em Leben. Zu ver­dan­ken ist das den enga­gier­ten Män­nern und Frau­en des Pro­jek­tes „Erhal­tet den Eich­holz­fried­hof“.

Die Ehren­amt­ler, die hier unter Lei­tung des Vor­sit­zen­den Dr. Nor­bert Bau­meis­ter Woche für Woche Grä­bern und Umge­bung ein neu­es Gewand ver­pas­sen, haben sich der Auf­wer­tung und Erhal­tung des his­to­risch bedeut­sa­men Fried­ho­fes ver­schrie­ben. Getan wird alles, was anfällt: Grab­stei­ne wer­den begra­digt und sta­bi­li­siert, Grab­um­ran­dun­gen gesäu­bert, neue Pflan­zen gesetzt. Die Ehren­amt­ler doku­men­tie­ren zudem ihre Arbei­ten und stel­len hei­mat­kund­li­che Nach­for­schun­gen über die Bestat­te­ten und ihre Fami­li­en an.  Auch Füh­run­gen über den Fried­hof für Inter­es­sier­te gehö­ren zum Auf­ga­ben­spek­trum.

Die Jury wür­digt mit einem ers­ten Preis das hohe Enga­ge­ment des Ver­eins unter dem Vor­sitz von Nor­bert Bau­meis­ter. Mit dem Pro­jekt wer­de ein wich­ti­ges Stück Stadt­ge­schich­te leben­dig gehal­ten und mit­tels moder­ner Tech­ni­ken der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht.

2. Preis | „Wan­der­aus­stel­lung ‚Franz Stock – Ver­söh­nung durch Mensch­lich­keit’“, Franz-Stock-Komi­tee

Die Franz Stock-Aus­stel­lung in der Nehei­mer St. Micha­el-Kir­che. (Foto: Franz-Stock-Komi­tee)

Mit der Wan­der­aus­stel­lung „Franz Stock – Ver­söh­nung durch Mensch­lich­keit“ hat das Franz-Stock-Komi­tee das Leben und Wir­ken eines der bedeu­tends­ten Bür­ger Arns­berg auf­ge­ar­bei­tet und durch Reduk­ti­on und gra­phi­sche Gestal­tung eine Aus­stel­lung  für unter­schied­li­che Ziel­grup­pen und insbe­sondere Schü­le­rin­nen und Schü­ler ab zwölf Jah­ren zeit­ge­mäß auf­be­rei­tet.

Die Jury wür­digt mit einem zwei­ten Preis die kon­ti­nu­ier­li­che und ziel­ge­rich­te­te Arbeit des Franz-Stock-Komi­tees zur Ver­mitt­lung der Bedeu­tung Franz Stocks als „Brü­cken­bau­er zwi­schen Deutsch­land und Frank­reich“.

Preis über 500 Euro | „Erhalt und Wie­der­eröff­nung des his­to­ri­schen Denk­mals Roden­tel­gen­ka­pel­le Bruch­hau­sen“ des För­der­ver­eins Roden­tel­gen­ka­pel­le Bruch­hau­sen e. V.

Die reno­vier­te Roden­tel­gen-Kapel­le fasst bis zu 80 Sitz­plät­ze. (Foto: oe)

Mit der Sanie­rung, dem Erhalt und der Pfle­ge der Roden­tel­gen­ka­pel­le in Bruch­hau­sen hat der Förder­verein Roden­tel­gen­ka­pel­le ein Stück leben­di­ger Hei­mat­ge­schich­te wie­der auf­le­ben las­sen. Umfang­reiche Arbei­ten waren not­wen­dig, um die Kapel­le als  wert­vol­les, his­to­ri­sches und kul­tu­rel­les Erbe vor dro­hen­dem Ver­fall zu bewah­ren und den Ort als leben­di­gen Ver­an­stal­tungs­ort für sehr unter­schied­liche Nut­zun­gen zu erhal­ten.

Die Jury wür­digt mit einem Preis das Enga­ge­ment des Ver­eins zur Wah­rung eines wert­vol­len Stücks Stadt­ge­schich­te und der Her­stel­lung eines attrak­ti­ven Ver­an­stal­tungs­or­tes in Bruch­hau­sen.

Preis über 500 Euro | „Wah­len und Wäh­ler in Hüs­ten wäh­rend der Wei­ma­rer Repu­blik“ des Hei­mat­bun­des Neheim-Hüs­ten e. V.

Durch Aus­wer­tung vor­han­de­ner Zei­tun­gen zwi­schen 1918 und 1933 und deren Ver­knüp­fung mit vor­liegenden Daten im Bereich Hüs­tens sowie umfas­sen­der Akten­re­cher­chen ging der Hei­mat­bund Neheim-Hüs­ten der Fra­ge nach, was Men­schen in den 1930-er Jah­ren dazu bewegt hat­te, sich der NSDAP zuzu­wen­den und in der Fol­ge deren men­schen­ver­ach­ten­den Ein­stel­lung zu Min­der­hei­ten.

Die Jury wür­digt mit einem Preis die akri­bi­sche Arbeit des Hei­mat­bun­des Neheim-Hüs­ten und des­sen Recher­che­leis­tun­gen. Die Mikro­stu­die gibt einen mus­ter­gül­ti­gen Ein­blick in die Geschich­te der Stadt.

Drei Son­der­prei­se

Dorf­ge­schichts­ta­fel des AK Dorf­ge­schich­te Voß­win­kel zum The­ma SGV. (Foto: AK)

Mit Son­der­prei­sen – gestif­tet durch die Stadt Arns­berg – sol­len drei Pro­jek­te gewür­digt wer­den, die in beson­ders beein­dru­cken­der Wei­se dazu bei­tra­gen, die Hei­mat­ge­schich­te vor allem ein­zel­ner Dör­fer Arns­bergs zu bewah­ren und an die nächs­ten Genera­tio­nen wei­ter zu tra­gen.

  • Der Arbeits­kreis Orts­ge­schich­te Hol­zen hat mit sei­nem Pro­jekt“ Home­ba­se Dorf­ar­chiv – Aus (Dorf-)Geschichte (Dorf-)Zukunft machen“ viel­fäl­ti­ge Mate­ria­li­en zur Geschich­te Hol­zens zusam­men­ge­tra­gen und in enger Zusam­men­ar­beit mit der Schu­le für jun­ge Men­schen auf­be­rei­tet.
  • In Voß­win­kel wur­den durch den Arbeits­kreis Dorf­ge­schich­te Voß­win­kel an geschichts­träch­tigen Orten in Voß­win­kel „Dorf­ge­schichts­ta­feln“ ange­bracht, um ein Bewusst­sein für die Geschich­te des Dor­fes zu schaf­fen.
  • Mit einer Aus­stel­lung aus­ge­wähl­ter alter Her­drin­ger Post­kar­ten konn­te das Forum Herdrin­gen, ein Arbeits­kreis für Dorf­ge­schich­te und ‑ent­wick­lung den Besu­che­rin­nen und Besu­chern der Aus­stel­lung einen Blick auf die dama­li­gen Lebens­um­stän­de gewäh­ren.

 

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