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Bür­ger­meis­ter Bro­del reagiert harsch auf Jour­na­list Gre­ven

Ralph Bro­del, Bür­ger­meis­ter von Sun­dern, im Gespräch mit Lud­wig Gre­ven. (Foto: Jan Richard Heinicke/Stern)

Sun­dern. In der Sit­zung des Rates der Stadt Sun­dern am Don­ners­tag griff der Bür­ger­meis­ter Ralph Bro­del zu der unge­wöhn­li­chen Maß­nah­me, die Tages­ord­nung zu erwei­tern, um eine per­sön­li­che Erklä­rung zu den jüngs­ten Ereig­nis­sen rund um die Frei­bad-Affä­re abzu­ge­ben. Die­se wur­de zuvor vom frei­en Jour­na­lis­ten Lud­wig Gre­ven über die sozia­len Medi­en und sei­nen Blog ver­brei­tet und hat damit für eini­ges Auf­se­hen in der Bür­ger­schaft gesorgt (wir berich­te­ten)

Bro­del hat in sei­nem State­ment die Vor­wür­fe des Jour­na­lis­ten aufs Schärfs­te kri­ti­siert und zurück­ge­wie­sen. Im Anschluss dar­an nahm der Geschäfts­füh­rer der Sor­pe­see GmbH, Mar­tin Lever­mann, Posi­ti­on zu den Unter­stel­lun­gen. Lever­mann berich­te­te u.a., dass er Straf­an­zei­ge wegen Ver­leum­dung gegen Gre­ven gestellt hät­te.

Wir berich­ten wei­ter.

Hier die Rede des Bür­ger­meis­ters im Wort­laut:

Lie­be Bür­ge­rin­nen und Bür­ger,
sehr geehr­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen des Rates,
wer­te Ver­tre­ter der Pres­se,

es ist unge­wöhn­lich, dass ich vor einer Rats­sit­zung in die­ser Art und Wei­se das Wort ergrei­fe. Ergrei­fen muss.
Wie wir alle hier im Saal wis­sen, haben wir seit eini­ger Zeit einen Besu­cher in Sun­dern, der sich als Jour­na­list aus­gibt. Sich aber auch ger­ne mit Mai­kä­fer­samm­lern am Sor­pe­see unter­hält. Der die­se sagen lässt, bei uns herrscht tote Hose.
Aus­ge­rech­net an unse­rem Sor­pe­see, der zu den meist besuch­ten Seen in ganz NRW zählt.
Eigent­lich ist damit schon alles gesagt: schlecht recher­chiert, ten­den­zi­ös geschrie­ben und armen unschul­di­gen Mai­kä­fer­samm­lern viel­leicht in den Mund gelegt.
Aber er kommt nicht los von unse­rer Stadt, die er als ver­schla­fen und als pro­vin­zi­el­le Klein­stadt hin­stellt. War­um nur?
Weil er hier viel­leicht die Büh­ne hat, die er ansons­ten nicht hat? Wo er doch, wie er sel­ber ger­ne schreibt, in der Bun­des­po­li­tik zuhau­se ist. Wo doch Ber­lin oder Ham­burg sicher vie­le gute, ech­te Geschich­ten bie­tet. Viel­leicht weil ihm dort kei­ner die gro­ße Büh­ne gibt? Weil nie­mand auf ihn war­tet?
Ich weiß es nicht.
Was ich weiß: Was­ser zieht den Ham­bur­ger Schrei­ber schein­bar magisch an, aber irgend­wie, so scheint es, ver­steht er es nicht, das Was­ser. Aber dazu nach­her mehr.
Die­ser Mensch wird aber nicht nur von Was­ser gelei­tet son­dern schein­bar auch von bösen Kräf­ten schlecht gelei­tet, und gibt sich die­sen ger­ne hin.
Die­ser Mensch höhnt über unse­re Stadt. Rührt selbst Schmutz und Dreck zusam­men. Kippt die­sen eigen­hän­dig her­ge­stell­ten Schmutz über uns aus.
Über uns alle.
Der unser Sun­dern damit Stück für Stück, Bür­ger für Bür­ger, der Lächer­lich­keit preis­ge­ben will.
In der Gift­kü­che die­ses Men­schen wird mit Zita­ten han­tiert, die nach­weis­lich nie gege­ben wur­den. Sei es von Rats­mit­glie­dern, Bür­ger­meis­tern oder hono­ri­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern.
In die­ser Gift­kü­che wer­den Aus­sa­gen erfun­den, die nie gemacht wur­den.
Wer­den die erfun­de­nen Zita­te und aus­ge­dach­ten Aus­sa­gen zu bizar­ren Zusam­men­hän­gen zusam­men­ge­zim­mert, die es so nie gege­ben hat.
Wer­den am Ende Behaup­tun­gen auf­ge­stellt und ver­öf­fent­licht, die im bes­ten Fal­le falsch, oft aber schlicht unwahr sind.
Die­ser Mensch wirft dann noch der hei­mi­schen Pres­se, wenn die­se nüch­tern und sach­lich um Auf­klä­rung bemüht ist, Unfä­hig­keit vor. Und damit nicht genug beschul­digt er, die­se bekann­ten und geach­te­ten hei­mi­schen Jour­na­lis­ten, sich instru­men­ta­li­sie­ren zu las­sen, anders aus­ge­drückt: die Unwahr­heit zu schrei­ben. Alles nach­zu­le­sen auf den Face­book-Sei­ten die­ses Men­schen.
Der dort im Übri­gen auch schreibt, dass Bür­ger die­ser Stadt auf ihren Schüt­zen­fes­ten evtl. fähig wären auf ande­re Mit­bür­ger zu schie­ßen.
Da darf, da muß die Fra­ge gestellt wer­den: Was für ein Welt­bild hat die­ser Mensch?
Mit Jour­na­lis­mus hat dies auf jeden Fall nichts zu tun. Soll es wohl auch nicht.
Wie sau­ber der Mensch recher­chiert, wird auch mit der Behaup­tung deut­lich, ich hät­te wohl zu aus­gie­big auf einem der Schüt­zen­fes­te gebe­chert. Das mag sein, aber bis­lang ist mir kein Fall bekannt, dass man von Fass­brau­se sei­nen kla­ren Kopf ver­liert.
Aber mei­nen kla­ren Kopf mag er auch nicht, da ich, wie er schreibt, mit mei­ner Glat­ze zu unkon­ven­tio­nell auf­tre­te. Tja, was soll ich und die rest­li­chen Glat­zen­trä­ger da machen? Den gan­zen Tag Müt­ze tra­gen?
Lus­tig, eigent­lich.
Am Ende ist es aber nur eine ver­roh­te, lau­te und völ­lig schrä­ge Begleit­mu­sik, zu zusam­men fan­ta­sier­ten Geschich­ten.

Nach­dem die­ser Mensch erst die Pro­jek­tie­run­gen rund um den Tig­ges-Platz bewusst falsch dar­ge­stellt hat und im sel­ben Arti­kel auch noch meh­re­re seit Jah­ren und Jahr­zehn­ten ehren­amt­lich täti­gen Bür­gern und Rats­mit­glie­dern kri­mi­nel­le Hand­lun­gen unter­stellt hat (die dage­gen gericht­lich vor­ge­hen), hat er sich nun eine neue Spiel­wie­se aus­ge­sucht.
Auch hier mit dem ein­zi­gen Ziel zu skan­da­li­sie­ren. Mit aben­teu­er­li­chen Geschich­ten, wie einst Baron Münch­hau­sen, sein Publi­kum zu fas­zi­nie­ren.
Damals, wie heu­te, ist natür­lich ein Ritt auf einer Kano­nen­ku­gel eine span­nen­de Geschich­te. Münch­hau­sen konn­te sicher sein, dass sei­ne Leser gebannt sind.
Dies­mal geht es aber nicht um die Kano­nen­ku­gel, es geht auch nicht um den Tig­ges-Platz oder um mei­ne Glat­ze. Es geht um das Frei­bad.
Und wie­der mit dem übli­chen Rezept von erfun­de­nen Zita­ten und Behaup­tun­gen.
Und es fängt schon bei der Recher­che an.
So stell­te mir die­ser Mensch via Mail etli­che Fra­gen zum Frei­bad, begrün­det mit der schrift­li­chen Aus­sa­ge: „Für die West­fa­len­post wer­de ich dar­über berich­ten.“
Auf Nach­fra­ge bei der West­fa­len­post bekom­me ich die Ant­wort, dass dies nicht stimmt.
Kurz: eine Lüge. Ein Ritt auf einer Kano­nen­ku­gel.

In sei­nem dann selbst ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel behaup­tet die­ser Mensch dann ein lang­jäh­ri­ges und ver­dien­tes Rats­mit­glied, hät­te ihm gegen­über gesagt, dass der Geschäfts­füh­rer der Sor­pe­see GmbH vom dama­li­gen Bür­ger­meis­ter Lins ange­wie­sen wor­den sei, das Bad zu plün­dern und die tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen heim­lich zu ver­kau­fen.
Auf Nach­fra­ge von mir bei dem zitier­ten Rats­mit­glied bekom­me ich die Ant­wort: Nichts davon habe ich gesagt.
Kurz: eine Lüge. Ein Ritt auf einer Kano­nen­ku­gel.
Wei­ter schreibt der Mensch einer Wit­we zu, dass die­se Unter­la­gen im Auf­trag ihres Soh­nes, der Mit­glied der Geschäfts­füh­rung der Sor­pe­see GmbH ist, ver­brannt zu haben.
Auf Nach­fra­ge von mir bei dem Betrof­fe­nen bekom­me ich die Ant­wort: Nichts davon ist wahr.
Kurz: eine Lüge. Der Ritt auf der Kano­nen­ku­gel geht wei­ter.
Wei­ter wird so getan, als sei­en Akten der Sor­pe­see GmbH ver­schwun­den.
Auf Nach­fra­ge bei der Sor­pe­see GmbH bekom­me ich die Ant­wort: Nichts davon ist wahr, alle Akten sind da.
Kurz: eine Lüge. Ein Ritt auf der Kano­nen­ku­gel, die aber lei­der ihr Ziel fin­det. Es sind die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, es ist unse­re Stadt.

Ein Ziel, wel­ches wohl von Anfang an im Visier war. Miss­trau­en säen, unbe­schol­te­ne Bür­ger und Amts­trä­ger zu ver­un­glimp­fen. Bei dem Angriff die­ses Men­schen auf mich, blieb ich noch rela­tiv ruhig.
Jetzt aber soll die Kano­nen­ku­gel ande­re tref­fen. Ande­re Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger. Wahl­los.
Das las­se ich nicht zu! Das soll­ten wir nicht zulas­sen!
Wir soll­ten nicht zulas­sen, dass ein Ein­zel­ner mit Unwahr­hei­ten, mit Lügen und mit erfun­de­nen Geschich­ten unser aller Ruf in den Schmutz tritt.
Schau­en wir alle genau hin, wie die­ser Mensch auf die Klar­stel­lun­gen der letz­ten Tage reagiert. Wie er die inten­si­ven Recher­chen der hei­mi­schen Leit­me­di­en ein­fach weg­wischt und die­sen allen unsau­be­re Metho­den unter­stellt.
Wie er einen Gene­ral­ver­dacht nach dem nächs­ten als Brand­bom­ben des Mistrau­ens in die Men­ge wirft.
Wie er die gesam­te Stadt­ver­wal­tung ver­un­glimpft.
Kurz: alle und jeden beschul­digt.
Wie er Rich­tig­stel­lun­gen von Betrof­fe­nen vom Tisch fegt, nur weil deut­lich wird, wie er sie wohl erfun­den hat.
Sei­ne jüngs­ten Ein­las­sun­gen zu all dem, sind nur zu beschrei­ben mit einem Schlag ins Gesicht.
Ein Schlag ins Gesicht von allen hei­mi­schen Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten.
Ein Schlag ins Gesicht von allen je gewähl­ten Bür­ger­meis­tern.
Ein Schlag ins Gesicht von allen Rats­ver­tre­te­rin­nen und Rats­ver­tre­tern.
Ein Schlag ins Gesicht von allen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Sor­pe­see GmbH.
Ein Schlag ins Gesicht von allen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Stadt­ver­wal­tung.
„Mei­ne auf­klä­re­ri­sche jour­na­lis­ti­sche Arbeit“, wie die­ser Mensch schreibt, „habe ich auch bei die­ser Recher­che wie immer sau­ber, kor­rekt und fair nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen gemacht. Ob das im glei­chen Maße für die Geschäfts­füh­rung der Sor­pe­see GmbH, die drei Bür­ger­meis­ter, die städ­ti­sche Ver­wal­tung und die loka­len Medi­en gilt, mögen die Bür­ger … von Sun­dern …beur­tei­len.“
Wohl denn, Herr Gre­ven:
Ich, als Bür­ger die­ser Stadt, beur­tei­le.
Ich beur­tei­le, dass wir nie­man­den brau­chen, der jeden und alles angreift.
Ich beur­tei­le, dass ich mich, vor die Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger stel­le, die Sie wahl­los angrei­fen.
Ich beur­tei­le, dass wir nie­man­den brau­chen, der als Geis­ter­fah­rer durch unse­re Stadt fährt und dabei laut ruft: Ihr, ihr alle ande­ren seid die Geis­ter­fah­rer!
Und ich hof­fe, nein, ich weiß, dass die meis­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unse­rer Stadt dies auch so sehen.
Wir wol­len uns von Ihnen nicht wei­ter ins Gesicht schla­gen las­sen.
Hören wir auf Men­schen, die wir ken­nen und respek­tie­ren. Hören wir jetzt eine Zusam­men­fas­sung der ech­ten Vor­gän­ge rund um das Frei­bad. Die sind zwar nicht so span­nend, wie die fabu­lier­ten Geschich­ten, dafür aber Fak­ten.

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung der Stadt Sun­dern

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4 Kommentare zu Bür­ger­meis­ter Bro­del reagiert harsch auf Jour­na­list Gre­ven

  • … rei­ße­ri­sche Tex­te ver­fas­sen, so Auf­merk­sam­keit auf sich zie­hen und nun für sei­ne Tätig­keit und poten­ti­el­le wei­te­re Auf­de­ckung von Ver­feh­lun­gen, um Geld­spen­den bet­teln… irgend­wie nicht wie der Baron – viel­mehr wie der Rat­ten­fän­ger von Hameln. Herr Gre­ven soll­te sich schä­men und wie­der trol­len…

    • Nach­trag:
      Herr Gre­ven bit­tet aktu­ell auf Face­book um klei­ne­re oder grö­ße­re Geld­be­trä­ge, damit sei­ne Tätig­keit für ihn von Nut­zen ist.…

  • All­mäh­lich wird es Zeit, dass Jemand mal eine Sto­ry schreibt über abge­half­ter­te Jour­na­lis­ten, die sich nur noch mit rei­ße­ri­schen, sen­sa­ti­ons­hei­schen­den Arti­keln über pro­vin­zi­el­le Befind­lich­kei­ten über Was­ser hal­ten kön­nen.
    Und dann noch um Geld bet­teln? Gibt es in Ham­burg denn kein Sozi­al­amt?
    Die­se Form des Jour­na­lis­mus braucht die Welt nicht.

    • Die „Wut­re­de von BM Ralph Bro­del, in der Rats­sit­zung am Don­ners­tag, war weder
      auf­klä­rend, noch kor­rekt in der Dar­stel­lung der The­ma­tik, allen­falls mit dem Begriff „ Die
      Flucht nach vorn“, zu bewer­ten.
      Es ist auch nicht ansatz­wei­se gelun­gen, „Trans­pa­renz, das Unwort der letz­ten Jah­re in Sun­dern“ her­zu­stel­len“.
      Die Zah­len, Daten und Fak­ten zu die­ser „end­lo­sen Geschichte,rund um den Sor­pe­see, in
      die­sem Fall, aktu­ell in Ame­cke, spre­chen für sich.
      Wer per­ma­mant zurück­schaut, dies ist aller­dings auch eine Bin­sen­weis­heit, kommt nicht vor­an.

      Auf­klä­rung ist auch in die­ser Cau­sa mehr als über­fäl­lig.
      Viel­leicht, und dies wür­de der Stadt wei­ter­hel­fen, schafft es ja die Jus­tiz.
      Den Blick nach vor­ne rich­ten, so wie es Ste­fan Lan­ge for­mu­liert hat, ist das Gebot der Stun­de, für alle Rats­mit­glie­der in unse­rer Stadt!

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