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Bauern in den Startlöchern – wichtigste Ernte für Milchviehbetriebe beginnt

Die ers­te Gras­ern­te hat die meis­ten Nähr­stof­fe. Das fri­sche Grün die Grund­fut­ter­si­che­rung für den nächs­ten Win­ter dar. (Foto: WLV)

Hoch­sauer­land­kreis. Sobald es etwas tro­cken wird, geht es los: Über­all im Hoch­sauer­land­kreis wer­den in nächs­ter Zeit Mäh­wer­ke, Wen­der, Schwa­der, Lade­wa­gen und Wickel­ma­schi­nen auf den Wie­sen unter­wegs sein, um die ers­te Sila­ge zu sichern. An güns­ti­gen Stand­or­ten läuft die Ern­te sogar schon seit ein paar Tagen. Der „1. Schnitt“ ist die wich­tigs­te Ern­te für die hei­mi­schen Milch­vieh­be­trie­be und der Auf­wuchs ist der­zeit opti­mal, so dass, sofern es die Wit­te­rung erlaubt, mit den Ern­te­ar­bei­ten begon­nen wer­den kann.

Landwirte bitten um Verständnis für Maschinen auf den Straßen

In die­sem Moment brau­chen die Betrie­be beson­ders „gro­ße Schlag­kraft“, damit das Gras schnell ein­ge­fah­ren wer­den kann. Die Arbeit ver­ge­ben vie­le Land­wir­te an Lohn­un­ter­neh­mer, die oft rund um die Uhr arbei­ten müs­sen – beson­ders in die­sem Jahr, da das Zeit­fens­ter für die Gras­ern­te durch die lan­ge schlech­te Wit­te­rung sehr kurz ist. Der Land­wirt­schaft­li­che Kreis­ver­band Mär­ki­scher Kreis bit­tet die Bevöl­ke­rung um Ver­ständ­nis für die Land­wir­te bei der Arbeit, die sich teil­wei­se bis in die Abend- oder sogar Nacht­stun­den hin­zie­hen kann und natür­lich auch ein höhe­res Ver­kehrs­auf­kom­men durch Land­ma­schi­nen auf den Stra­ßen nach sich zieht.

Grundfuttersicherung für die Milchkühe

Man­cher­orts wird gesagt, das Gras müs­se „Bier­fla­schen­hö­he“ erreicht haben. (Foto: WLV)

Schließ­lich stellt das fri­sche Grün die Grund­fut­ter­si­che­rung für den nächs­ten Win­ter dar. Das Grund­fut­ter für Milch­kü­he muss genau im rich­ti­gen Moment geschnit­ten und kon­ser­viert wer­den, damit der best­mög­li­che Kom­pro­miss aus Qua­li­tät und Men­ge erreicht wird. Die­ser Moment ist jetzt erreicht. Wür­de zu lan­ge mit der ers­ten Mahd gewar­tet, fin­gen die Grä­ser an zu blü­hen. Dann wür­de das Gras hart, der Roh­fa­ser­ge­halt des Grün­fut­ters stie­ge und wäre damit weni­ger gut verdaulich.

Silage ist wie „Sauerkraut“

Nach der Mahd wird das Gras sofort gewen­det, um antrock­nen zu kön­nen. Weni­ge Stun­den spä­ter wird es gewen­det, in „Schwa­den“ – das sind Rei­hen – gelegt und anschlie­ßend mit dem Lade­wa­gen auf­ge­sam­melt. Die­se Fuh­re wird auf dem Hof in „Fahr­si­los“ fest­ge­fah­ren, anschlie­ßend mit Folie abge­deckt und beschwert. Zuneh­mend ver­wen­det wer­den aber auch Maschi­nen, die das Gras sofort in Rund­bal­len oder Groß­pa­cken ein­rol­len. Luft­dicht ver­packt ist die Sila­ge dann bis zu einem Jahr halt­bar. Abge­schlos­sen von der Luft läuft der Gärungs­pro­zess ab. Er ist ver­gleich­bar mit den Pro­zes­sen, die sich bei der Her­stel­lung von Sau­er­kraut abspie­len. Die luft­scheu­en Milch­säu­re­bak­te­ri­en sor­gen dafür, dass schäd­li­che Orga­nis­men – wie But­ter- und Essig­säu­re­bak­te­ri­en oder Schim­mel­pil­ze – abge­tö­tet werden.

Fri­sche Gras­schwa­den (Foto: WLV)

Heu wird im Sommer gemacht

Im Gegen­satz zum Heu, das im Som­mer geern­tet wird und bei dem der Was­ser­ge­halt des Schnitt­gu­tes durch Wind und Son­ne von ursprüng­lich 85 Pro­zent auf etwa 15 Pro­zent gesenkt wird, liegt der Was­ser­an­teil bei der Gras­si­la­ge noch bei 60 bis 70 Pro­zent. Wich­tig ist, dass das Grün­fut­ter weder zu nass noch zu tro­cken ins Silo gefah­ren wird. Bei­des behin­dert die natür­li­che Kon­ser­vie­rung durch die Milch­säu­re­bak­te­ri­en. Für einen opti­ma­len Gärungs­pro­zess ist neben dem rich­ti­gen Vor­welk­grad auch eine gute Ver­dich­tung durch Fest­fah­ren mit Schlep­pern und die luft­dich­te Abde­ckung mit Folie erforderlich.

 

 

(Quel­le: West­fä­lisch-Lip­pi­scher Landwirtschaftsverband)

 

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