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Akti­on Mors­bag – bun­te Taschen für ein plas­tik­frei­es Arns­berg

Fleißiges Morsbag-Nähen in der Arnsberger Nähstube im Bürgerbahnhof. Tarek Jumah und Antje Blume (sitzend Mitte) von "Wir in Arnsberg", Kornelia Schweineberg  (stehend Mitte) von der Engagementförderung, Ideenlieferantin Angela Schmitz (links) und fleißige Mitglieder der Nähstube. (Foto: oe)

Flei­ßi­ges Mors­bag-Nähen in der Arns­ber­ger Näh­stu­be im Bür­ger­bahn­hof. Tarek Jumah und Ant­je Blu­me (sit­zend Mit­te) von „Wir in Arns­berg”, Kor­ne­lia Schwei­ne­berg (ste­hend Mit­te) von der Enga­ge­ment­för­de­rung, Ide­en­lie­fe­ran­tin Ange­la Schmitz (links) und flei­ßi­ge Mit­glie­der der Näh­stu­be. (Foto: oe)

Arns­berg. „Unser Ziel ist ein plas­tik­frei­es Arns­berg,” gibt Tarek Jumah, Vor­sit­zen­der von „Wir in Arns­berg”, die Rich­tung vor, die die Wer­be­ge­mein­schaft mit der jetzt ange­lau­fe­nen Akti­on „Mors­bag” erreicht wer­den will. Als klei­ne Umwelt­schutz­ak­ti­on mit gro­ßer Wir­kung sol­len die „Mors­bags” genann­ten bun­ten Baum­woll­beu­tel die all­ge­gen­wär­ti­ge Plas­tik-Ein­kaufs­ta­sche erset­zen. „Und wenn wir die­ses Ziel zunächst auch nur zur Hälf­te errei­chen, wol­len wir doch Bewusst­sein schaf­fen, damit sich in Zukunft etwas ändern kann.”

„Wir in Arns­berg” setzt auf Mors­bags statt auf Plas­tik­ta­schen

Ange­la Schmitz berich­tet im Bür­ger­bahn­hof inmit­ten der rat­tern­den Näh­ma­schi­nen der „Arns­ber­ger Näh­stu­be”, wie sie zu den Mors­bags gekom­men ist. Zunächst hat­te sie Berich­te gese­hen, dass in immer grö­ße­ren Men­gen Plas­tik­müll durch die Welt­mee­re treibt und im Nah­rungs­kreis­lauf lan­det. „Die Leid­tra­gen­den sind am Ende doch wir,” sagt sie. Des­halb sei sie auch sofort begeis­tert gewe­sen, als sie in einer Patch­work-Zeit­schrift von der Eng­län­de­rin Mrs. Clai­re Mors­man gele­sen hat­te, die am Strand einen toten Vogel fand, der sich in einer Plas­tik­ta­sche ver­fan­gen hat­te, und die dar­auf­hin beschloss, nie wie­der eine Plas­tik­ta­sche zu benut­zen, und begann, für sich und ihre Fami­lie Stoff­ta­schen zu nähen, die schnell den Namen Mors­bags (= Mors-Taschen) beka­men. Clai­re Mor­sem­man schaff­te ihr Ziel, im ers­ten Jahr 1000 Bags zu nähen, und die Idee ging inzwi­schen um die Welt. Auf der Web­sei­te  www.morsbags.com sind schon über 50.000 pro­du­zier­te Taschen gemel­det. Auch Ange­la Schmitz tat es der tat­kräf­ti­gen Eng­län­de­rin nach, näh­te Mors­bags und ver­teil­te die­se an Ver­wand­te und Bekann­te.

Ein klei­ner Stoff­rest und 30 Minu­ten Arbeit

Ein bisschen Baumwollstoff reicht zur Herstellung einer Morsbag. (Foto: oe)

Ein biss­chen Baum­woll­stoff reicht zur Her­stel­lung einer Mors­bag. (Foto: oe)

Eine die­ser Taschen lan­de­te bei Ant­je Blu­me und die Besit­ze­rin eines Mode­ge­schäfts auf der Ruhr­stra­ße stell­te die Idee ihren Vor­stands­kol­le­gen bei „Wir in Arns­berg” vor. Auch die waren begeis­tert und die beschlos­sen den Start der Akti­on. Unter­stützt wird „Wir in Arns­berg” von der städ­ti­schen Enga­ge­ment­för­de­rung im Bür­ger­bahn­hof, wo als ein Pro­jekt unter vie­len jeden Don­ners­tag von 17 bis 19 Uhr die „Arns­ber­ger Näh­stu­be” zusam­men­kommt. Dort wer­den jetzt flei­ßig Mors­bags genäht. Das dau­ert pro Tasche etwa 30 Minu­ten. Gebraucht wer­den zwei Stoff­stü­cke von 46 x 51 Zen­ti­me­ter für die Tasche und zwei von 46 x 10 Zen­ti­me­ter für die Hen­kel. „Eine idea­le Mög­lich­keit, Stoff­res­te zu ver­wer­ten, die man anders nicht mehr gebrau­chen kann”, fin­det Ange­la Schmitz. Aber auch Bett­wä­sche oder Gar­di­nen kön­nen so wie­der­ver­wer­tet wer­den. „Der Stoff soll­te nur zu 100 Pro­zent aus Baum­wol­le und sau­ber sein,” sagt sie. Über Far­ben und Mus­ter ent­schei­det der indi­vi­du­el­le Geschmack. Auf jeden Fall, so Ange­la Schmitz, soll­te man meh­re­re Mors­bags haben. „Wenn man in jeder Hand­ta­sche immer eine zusam­men­ge­rollt hat, fängt man auch nicht an zu suchen, wenn man sie braucht.”

Auch Schu­len sol­len mit ins Boot

Um die Akti­on rich­tig ins Rol­len zu brin­gen, for­dert „Wir in Arns­berg” die Bür­ger zunächst zu Stoff­spen­den auf. Die Stof­fe kön­nen bei Mode Bach­mann am Brü­cken­platz und Mode Blu­me an der Ruhr­stra­ße abge­ge­ben wer­den und wan­dern dann in die Arns­ber­ger Näh­stu­be. Dort kann jeder, der mit­nä­hen will, don­ners­tags zwi­schen 17 und 19 Uhr vor­bei­schau­en. Tarek Jumah hat aller­dings auch schon die bei­den Gym­na­si­en und die Real­schu­le ange­spro­chen. Denn auch dort sei Nach­hal­tig­keit ein Unter­richts­the­ma und das Her­stel­len von Mors­bags wäre eine gute Pro­jekt­idee. Auch dort hat die Idee bereits Anklang gefun­den. Die über­zäh­li­gen Mors­bags gehen an die Mit­glieds­be­trie­be von „Wir in Arns­berg” und wer­den kos­ten­los an die Kun­den abge­ge­ben.

 

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