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Zwei Cem­ba­li erklin­gen am Sonn­tag in Rum­be­cker Klos­ter­kir­che

Vir­tu­os und unver­krampft machen Alek­san­dra und Alex­an­der Grych­to­lik die Impro­vi­sa­ti­ons­kunst der Barock­zeit wie­der leben­dig. Sie gas­tie­ren am 6. Okto­ber in Rum­beck (Foto: pri­vat)

Rum­beck. Seit 2008 begeis­tert das deutsch-pol­ni­sche Musi­ker­paar Grych­to­lik das inter­na­tio­na­le Publi­kum mit Wer­ken alter Meis­ter und baro­cken Live-Impro­vi­sa­tio­nen, die mit jedem ihrer Auf­trit­te ein sin­gu­lä­res Musik­ereig­nis kre­ieren. Vir­tu­os und unver­krampft machen Alek­san­dra und Alex­an­der Grych­to­lik die Impro­vi­sa­ti­ons­kunst der Barock­zeit wie­der leben­dig. In der ehe­ma­li­gen Klos­ter­kir­che St. Niko­laus Rum­beck wird die­se Kunst am Sonn­tag, 6. Okto­ber, um 17 Uhr erleb­bar.

Ihre dyna­mi­sche und arti­ku­la­ti­ons­freu­di­ge Spiel­wei­se – ver­stärkt durch die Mischung der auf­brau­sen­den Tem­pe­ra­men­te – ent­zau­bert das Kli­schee des sper­ri­gen, anti­quier­ten Cem­ba­lo­klangs. Die Cem­ba­losai­ten wer­den in Schwung gebracht und erklin­gen mit der unge­zähm­ten Kraft eines gan­zen Barock­or­ches­ters. Fein­sinn und Prä­zi­si­on mischen sich mit der Fri­sche spon­ta­ner, krea­ti­ver Spiel­freu­de. Im Rum­be­cker Kon­zert erklin­gen Wer­ke von Bern­ordo Pas­qui­ni, Phil­ipp Ema­nu­el Bach sowie als Eigen­im­pro­vi­sa­ti­on ein Con­cer­to-Pas­sti­cio. Aber auch die his­to­ri­sche Hin­rich Klausing Orgel wird mit einer Fan­ta­sie von Joh. Seb. Bach und einer Impro­vi­sa­ti­on im Bach­schen Stil zu Gehör kom­men.

His­to­ri­sche Hin­rich Klausing Orgel beglei­tet

Ihre euro­pa­wei­ten Solo­auf­trit­te spie­len sie auf zwei Nach­bau­ten eines zwei­ma­nu­a­li­gen Cem­ba­los von Johan­nes Ducken aus dem Jah­re 1750, erbaut 1979 und 1989 von Cor­ne­lis Bom in den Nie­der­lan­den. Das älte­re der bei­den Instru­men­te war vie­le Jah­re im Besitz von Gus­tav Leon­hardt, der als einer der legen­därs­ten Cem­ba­lis­ten des 20. Jahr­hun­derts gilt und es auch in spä­te­ren Jah­ren bei Kon­zer­ten in Deutsch­land nutz­te. Das zwei­te Instru­ment war ursprüng­lich für die St. Katha­ri­nen­kir­che in Ham­burg gebaut wor­den.

Neben ihrer musi­ka­li­schen Kar­rie­re beschäf­ti­gen sich Alek­san­dra und Alex­an­der Grych­to­lik mit der Musik ver­wand­ten Dis­zi­pli­nen. So stu­dier­te Alek­san­dra Grych­to­lik neben dem Cem­ba­lo Kul­tur­ma­nage­ment und war meh­re­re Jah­re im Euro­pa­par­la­ment u.a. im Bereich der Kul­tur­po­li­tik tätig. Alex­an­der Grych­to­lik stu­dier­te neben der Musik Archi­tek­tur an der Bau­haus-Uni­ver­si­tät in Wei­mar und pro­mo­vier­te im Bereich des musi­ka­li­schen Kul­tur­gü­ter­schut­zes. Er ver­öf­fent­lich­te Rekon­struk­tio­nen von Vokal­wer­ken J. S. Bachs bei den Ver­la­gen Edi­ti­on Peters und Breit­kopf (u.a. eine ers­te Rekon­struk­ti­on der 2009 nach­ge­wie­se­nen Spät­fas­sung der „Mar­kus-Pas­si­on“ aus dem Jah­re 1744 sowie die soge­nann­te „Köthe­ner Trau­er­mu­sik“ BWV 244a) und wid­met sich der­zeit der vir­tu­el­len Rekon­struk­ti­on his­to­risch bedeu­ten­der Kon­zert­sä­le wie z. B. den ehe­ma­li­gen Wir­kungs­stät­ten J. S. Bachs.

Das Kul­tur­amt der Stadt Arns­berg unter­stützt das Kon­zert. Der Ein­tritt ist frei, um eine Spen­de wird gebe­ten.

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