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Riesen-Installation mit 160 weißen Stofffahnen auf dem Neumarkt

Die aus Oeventrop stammende Carina Räbber (rechts) und Studienkollegin Larissa Vogdt präsentieren in der Auferstehungskirche eine von 160 weißen und transparenten Stofffahnen, die im Kunstsommer auf dem Neumarkt hängen werden. (Foto: oe)
Die aus Oeven­trop stam­men­de Cari­na Räb­ber (rechts) und Stu­di­en­kol­le­gin Laris­sa Vogdt prä­sen­tie­ren in der Auf­er­ste­hungs­kir­che eine von 160 wei­ßen trans­pa­ren­ten Stoff­fah­nen, die im Kunst­som­mer auf dem Neu­markt hän­gen wer­den. (Foto: oe)

Arns­berg. „Das wird wirk­lich nicht klein!“ beschreibt Cari­na Räb­ber die Instal­la­ti­on, die für zehn Tage vom 31. Juli bis 9. August „Leucht­turm“ und Angel­punkt des 19. Arns­ber­ger Kunst­som­mers wer­den soll. Die gebür­ti­ge Oeven­tro­pe­rin woll­te im Rah­men ihres Stu­di­ums der Szen­o­gra­fie und Kom­mu­ni­ka­ti­on „in der Stadt, die sie liebt, vor Ort was machen“ und hat die Instal­la­ti­on „betö­rend“ gemein­sam mit Laris­sa Vogdt als Abschluss­ar­beit ihres Mas­ter­stu­di­en­gangs an der FH Dort­mund ent­wor­fen. Bei den Orga­ni­sa­to­ren des Kunst­som­mers im Arns­ber­ger Kul­tur­bü­ro haben die bei­den Stu­den­tin­nen mit ihrer Idee offe­ne Türen ein­ge­rannt und inzwi­schen ist die Umset­zung auch tech­nisch und finan­zi­ell abgesichert.

Studentinnen wollen Begegnung und Kommunikation

Carina Räbber und Larissa Vogdt mit einem Modell ihrer fünf meter hohen und 400 Quadratmeter großen Installation "betörend". (Foto: oe)
Cari­na Räb­ber und Laris­sa Vogdt mit einem Modell ihrer fünf Meter hohen und 400 Qua­drat­me­ter gro­ßen Instal­la­ti­on „betö­rend“. (Foto: oe)

Die bei­den Stu­den­tin­nen wol­len den Neu­markt „bewusst bespie­len“, wol­len, dass Leu­te dort ver­wei­len, sich begeg­nen und kom­mu­ni­zie­ren. Um dem Platz gerecht zu wer­den, haben sie die sta­ti­sche Form in einer recht­ecki­gen Instal­la­ti­on auf­ge­nom­men. Die Instal­la­ti­on ist ein Gebil­de aus fünf Meter hohen Fah­nen und einer stüt­zen­den Git­ter­kon­struk­ti­on, das rund 400 Qua­drat­me­ter Flä­che ein­nimmt. Mit sei­nem Titel „betö­rend“ nimmt es das Mot­to des Kunst­som­mers 2014 wie­der auf, mit sei­ner Kon­zep­ti­on von Hül­le und Kern bedient es das Mot­to von 2015 „Platz neh­men – Raum grei­fen“. Die begeh­ba­re Kon­struk­ti­on bil­det ein laby­rinthar­ti­ges Gehäu­se mit span­nen­den Aus- und Durch­bli­cken und einen büh­nen­ar­ti­gen möblier­ten Kern mit Raum für Auf­füh­run­gen und kom­mu­ni­ka­ti­ves Verweilen.

„Leuchtturm“ lebt von Teilhabe der Bürger

„Die­ser Leucht­turm des Kunst­som­mers lebt von der teil­ha­be und Annah­me durch die Bür­ger,“ sagt Kath­rin Ueber­holz vom Kul­tur­bü­ro und lädt Arns­ber­ger und Gäs­te der Stadt jetzt schon ein, zum Neu­markt zu kom­men, sich auf das Objekt ein­zu­las­sen und ein­fach mal „mit einem Eis in der Hand“ durch die 160 frei schwe­ben­den und trans­pa­ren­ten Stoff­bah­nen hin­durch zu gehen. Der Kern der Instal­la­ti­on wird an den zehn Kunst­som­mer­ta­gen jeden Abend „bespielt“. Zur Eröff­nung wird der Arns­ber­ger Tanz­künst­ler Manu­el Quero das Objekt „betan­zen“. Mehr will Kirs­ten Min­kel vom Kul­tur­bü­ro, die das Pro­gramm plant, noch nicht ver­ra­ten, denn ein biß­chen Über­ra­schung soll noch blei­ben. Wochen­tags gibt es jeden Mit­tag zudem ein 30-minü­ti­ges „Kul­tur­sand­wich“. „Mit einem kur­zen Pro­gramm in der Mit­tags­pau­se sol­len auch alle die, die in Arns­berg arbei­ten, aber nicht woh­nen, ange­spro­chen und infi­ziert wer­den“, so Kath­rin Ueberholz.

Adrenalin bei Veranstaltungsprofis von Event & Vision

Auch das Kunstsommer-K nimmt dieses Jahr das Motiv der Installation auf.
Auch das Kunstsommer‑K nimmt die­ses Jahr das Motiv der Instal­la­ti­on auf.

„So etwas hat es noch nie gege­ben und wir selbst wären auf eine sol­che Idee nie gekom­men, aber die­se span­nen­de Her­aus­for­de­rung hat bei uns sofort Adre­na­lin aus­ge­löst,“ sag­te Peter Gün­ne­weg von Event & Visi­on. Der Ver­an­stal­tungs­pro­fi, der erst kürz­lich die auch von Bür­ger­meis­ter Vogel hoch gelob­ten „Wald­lich­ter“ im Wild­wald Voß­win­kel umge­setzt hat, gab end­gül­tig grü­nes Licht für die Rea­li­sie­rung. Seit eini­gen Tagen sei nach einer Never-Ending-Sto­ry auch mit der Sta­tik alles klar. Die einen Meter brei­ten wei­ßen und durch­schei­nen­den Stoff­fah­nen wer­den an einem fünf Meter hohen Gestell aus Alu­mi­ni­um-Tra­ver­sen befes­tigt und schwe­ben 30 Zen­ti­me­ter über dem Boden. Im Inne­ren befin­det sich eine 100 Qua­drat­me­ter gro­ße Flä­che, auf der bis zu 120 Men­schen Platz fin­den. An einer Möblie­rung arbei­ten der­zeit die bei­den vier­ten Klas­sen der Bodel­schwingh­schu­le im Rah­men eines Pro­jekts. An Licht und Sound für die Abend­stun­den wird noch gear­bei­tet. Eine mehr­far­bi­ge Beleuch­tung wird es auf jeden Fall geben.

Sparkasse als Sponsor

Für die auch nicht ganz unpro­ble­ma­ti­sche Finan­zie­rung des Groß­pro­jekts hat sich die Spar­kas­se Arns­berg-Sun­dern als Spon­sor gefun­den und ihre tra­di­tio­nel­le Unter­stüt­zung des Kunst­som­mers auf­ge­stockt. Er fin­de es gut, wenn jun­ge Frau­en etwas ent­wi­ckeln, denn schließ­lich habe er selbst drei Töch­ter zu Hau­se, sag­te Spar­kas­sen­vor­stand Nor­bert Run­de. Auch Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel lob­te das Enga­ge­ment der jun­gen Stu­den­tin­nen. Auch in ande­ren Berei­chen habe die Stadt bereits sehr gute Erfah­run­gen mit stu­den­ti­schen Arbei­ten gemacht.

Neumarkt zwischen Kulturerbe und Kreisverkehr

So könnte die Installation in der Nacht aussehen.
So könn­te die Instal­la­ti­on in der Nacht aussehen.

Vogel lob­te auch, dass der Kunst­som­mer in die­sem Jahr den Neu­markt wie­der­ent­de­cke, so wie er in der Ver­gan­gen­heit bereits ande­re ver­ges­se­ne Orte neu oder wie­der ent­deckt habe. Der Neu­markt sei mit sei­ner klas­si­zis­ti­schen Bebau­ung und der ein­ma­li­gen archi­tek­to­ni­schen Situa­ti­on ein euro­päi­sches Kul­tur­er­be. Die Platz­ge­stal­tung erin­ne­re auch ihn aller­dings eher an einen gro­ßen Kreis­ver­kehr. Da müs­se etwas getan wer­den, so der Bür­ger­meis­ter, und es habe auch schon vie­le Über­le­gun­gen gege­ben, doch die tech­ni­schen Gege­ben­hei­ten sei­en lei­der sehr kompliziert.

Ein Platz, der wirklich in der Mitte liegt

Mit Karin Hahn vom Ver­kehrs­ver­ein und Pas­tor Johan­nes Böhn­ke von der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de waren auch zwei „Neu­markt-Pro­fis“ bei der Pres­se­kon­fe­renz, die dort ihren Arbeits­platz haben. Er freue sich jedes Jahr auf den Kunst­som­mer, denn jedes Jahr gebe es dann auch in der Auf­er­ste­hungs­kir­che etwas Neu­es zu sehen, berich­te­te Böhn­ke. Der Kunst­som­mer stö­re das Gemein­de­le­ben nicht, son­dern gehö­re viel­mehr zur Iden­ti­tät und zum Selbst­ver­ständ­nis einer Kir­che, die sich öff­nen wol­le. Und Karin Hahn sag­te, der Neu­markt sei wirk­lich ein Platz, der in der Mit­te lie­ge, wo Leu­te zufäl­lig vor­bei­kom­men und auch anhal­ten, wenn sie etwas Span­nen­des sehen. Der soge­nann­te „Platz des himm­li­schen Frie­dens“ kön­ne auch mäch­tig viel Leben aus­strah­len. Damit das öfter so sei wie etwa mit­tags direkt nach Schul­schluss, müs­se aber die Auf­ent­halts­qua­li­tät gestei­gert werden.

Stadt beleben, aber nicht vollstellen

Die Instal­la­ti­on „betö­rend“ wird die öst­li­che Hälf­te des Neu­markts zwi­schen dem Abgang zur Alt­stadt­ga­ra­ge auf der Platz­mit­te und den bei­den Abluft­schäch­ten ein­neh­men. Sie wird nur für die zehn Kunst­som­mer­ta­ge in Betrieb sein und jeweils in zwei bis drei Tagen auf- und abge­baut. „Wir wol­len die Stadt bele­ben, aber nicht voll­stel­len,“ ant­wor­tet Kath­rin Ueber­holz auf Fra­gen, war­um die Kon­struk­ti­on nicht län­ger oder gar auf Dau­er ste­hen blei­ben kann.

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