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Pol­ler erst ab Sams­tag 14 Uhr und mehr Park­plät­ze

Die Attraktivität und der ruhende wie fließende Verkehr auf Steinweg und Alten Markt sind ein Dauerthema der Politik. (Foto: oe)

Die Attrak­ti­vi­tät und der ruhen­de wie flie­ßen­de Ver­kehr auf Stein­weg und Alten Markt sind ein Dau­er­the­ma der Poli­tik. (Foto: oe)

Arns­berg. Es ist schon eine Art unend­li­che Geschich­te, das The­ma ruhen­der und flie­ßen­der Ver­kehr auf Stein­weg und Altem Markt. Die gesam­ten 21 Jah­ren, die er bei der Stadt Arns­berg sei, ste­he das The­ma schon auf der Agen­da, sag­te Stadt­pla­ner Tho­mas Viel­ha­ber bei der Sit­zung des Bezirks­aus­schus­ses Arns­berg. Und bei der  Aus­schuss­vor­sit­zen­den Marie-The­res Schen­nen rei­chen sol­che Erin­ne­run­gen sogar bereits 30 Jah­re zurück und sind nicht wirk­lich posi­tiv: „Es war wohl nie rich­tig, was wir beschlos­sen haben, und es wird viel­leicht auch nie rich­tig sein,” merk­te sie an, nach­dem sich der Aus­schuss mal wie­der ein­stim­mig für eine Neu­re­ge­lung aus­ge­spro­chen hat­te.

Mil­lio­nen-Inves­ti­tio­nen in den 90-er Jah­ren

Die Einfahrt in den Steinweg soll künftig erst am Samstag um 14 Uhr gesperrt werden. (Foto: oe)

Die Ein­fahrt in den Stein­weg soll künf­tig erst am Sams­tag um 14 Uhr gesperrt wer­den. (Foto: oe)

Eine Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung für die­se – zumin­dest in der Erin­ne­rung der Älte­ren – einst blü­hen­de Ein­kaufs­stra­ße war stets das Ziel der Poli­ti­ker. So auch, als Anfang der 1990-er Jah­re mit Mil­lio­nen-Zuschüs­sen aus Düs­sel­dorf die Alt­stadt­ga­ra­ge unter dem Neu­markt gebaut und der Stra­ßen­zug auf­wän­dig gepflas­tert wur­de. Der ruhen­de Ver­kehr soll­te kom­plett unter der Erde ver­schwin­den und nach einer Über­gangs­frist soll­te die Fuß­gän­ger­zo­ne vom Neu­markt bis zur Hal­len­stra­ße rei­chen. Doch die Fuß­gän­ger­zo­ne auf dem Alten Markt kam nie und auch der Stein­weg wur­de in einer Rich­tung wie­der für den Auto­ver­kehr geöff­net. Auch eini­ge Park­plät­ze gab es bald wie­der. Die Ver­än­de­run­gen wur­den 2001 in einem Ver­trag mit dem Land gere­gelt, damit kei­ne Zuschüs­se zurück­ge­zahlt wer­den müs­sen. 2007 wur­de die­ser Ver­trag noch­mals modi­fi­ziert.

Absper­rung schon am Frei­tag abend in der Kri­tik

Mit der Bür­ger­werk­statt „Zwi­schen Glo­cken­turm und Neu­markt”, die 2013 und 2014 ins­ge­samt vier Mal zusam­men­kam, wur­den neue Wege für eine Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung gesucht. Ein zen­tra­les The­ma waren für Ein­zel­händ­ler wie für Gas­tro­no­men aber nach wie vor die alten Ver­kehrs­pro­ble­me. Kri­ti­siert wur­de ins­be­son­de­re die Rege­lung, dass der Stein­weg bereits am Frei­tag um 19 Uhr abge­pol­lert und zur Wochen­end­fuß­gän­ger­zo­ne gemacht wird. Denn dadurch, so die Kla­gen, lie­ge der ohne­hin nicht rosi­ge Umsatz am Sams­tag noch deut­lich unter dem der ande­ren Wochen­ta­ge. Auch die For­de­rung nach zusätz­li­chen Park­plät­zen in der Nähe der Geschäf­te vor allem für den schnel­len Ein­kauf wur­de gestellt.

Nach Gesamt­ab­wä­gung auch mehr Park­plät­ze

„Nach einer Gesamt­ab­wä­gung,” so Viel­ha­ber, soll die­sen For­de­run­gen jetzt ent­ge­gen gekom­men wer­den. So sol­len die Pol­ler den Stein­weg künf­tig erst nach Geschäfts­schluss am Sams­tag um 14 Uhr (bis mon­tags um 6.30 Uhr) zur Fuß­gän­ger­zo­ne machen, wo dann Arns­ber­ger wie Tou­ris­ten unge­stört fla­nie­ren und die Außen­gas­tro­no­mie genie­ßen kön­nen. Und auch die Zahl der Park­plät­ze auf Stein­weg und Altem Markt soll mode­rat erhöht wer­den, von der­zeit 12 auf 19 plus drei Schwer­be­hin­der­ten­park­plät­ze.

Post­kar­ten­blick soll frei blei­ben

In diesem Bereich des Alten Markts soll es am rechten Fahrbahnrand fünf zusätzliche Parkplätze geben. (Foto: oe)

In die­sem Bereich des Alten Markts soll es am rech­ten Fahr­bahn­rand fünf zusätz­li­che Park­plät­ze geben. (Foto: oe)

In Fort­set­zung der bis­he­ri­gen Park­plät­ze, die auf der rech­ten Sei­te des Stein­wegs ange­ord­net sind, soll es fünf wei­te­re Park­plät­ze auf dem Alten Markt zwi­schen Küchen­stu­dio und Tee­la­den geben. Wei­ter oben sol­len die bis­he­ri­gen Park­plät­ze vor dem Hotel Lands­ber­ger Hof durch drei Behin­der­ten­park­plät­ze ersetzt wer­den, die an die­ser Stel­le einen bar­rie­re­frei­en Zugang zum Sauer­land­mu­se­um ermög­li­chen sol­len. Auf der gegen­über­lie­gen­den lin­ken Sei­te sol­len im Bereich Pres­se­haus acht Park­plät­ze neu ent­ste­hen. Wei­ter oben, ab dem Ein­gangs­be­reich des Muse­ums, soll der Alte Markt von Park­plät­zen frei gehal­ten wer­den. „Um den Post­kar­ten­blick auf Glo­cken­turm, Krim, Brun­nen und Rat­haus nicht zu ver­stel­len,” so Tho­mas Viel­ha­ber. Frei­ge­hal­ten wer­den von Park­plät­zen soll neben den neu­ge­stal­te­ten Auf­ent­halts­flä­chen auch der Bereich vor dem frü­he­ren ita­lie­ni­schen Restau­rant, um hier einem künf­ti­gen Nut­zer die Mög­lich­keit zur Außen­gas­tro­no­mie zu geben.

Zustim­mung der Bezirks­re­gie­rung fehlt noch

Für die­se neu­en Rege­lun­gen sprach sich der Bezirks­aus­schuss ein­stim­mig aus, so dass auch im Pla­nungs­aus­schuss und im Rat mit einer kla­ren Zustim­mung zu rech­nen ist. Die Maß­nah­me steht aller­dings noch unter dem Vor­be­halt der Zustim­mung der Bezirks­re­gie­rung. „Und die ist noch nicht in tro­cke­nen Tüchern,” erklär­te Tho­mas Viel­ha­ber, füg­te aber gleich hin­zu, die Signa­le sei­en bei sei­nen Gesprä­chen beim RP aller­dings posi­tiv gewe­sen. „Aber nur, weil die­se Ver­än­de­run­gen des bestehen­den Ver­trags im Rah­men eines über­zeu­gen­den Gesamt­kon­zepts daher kom­men.”

Gesamt­kon­zept mit Mas­ter­plan

Die­ses Gesamt­kon­zept ist in der Bür­ger­werk­statt erar­bei­tet und in einem Mas­ter­plan fest­ge­hal­ten wor­den. Viel­ha­ber skiz­zier­te die wich­tigs­ten Punk­te, die bereits umge­setzt sind oder vor der Umset­zung ste­hen. Zuerst nann­te er den Frei­funk. Inzwi­schen sei zwi­schen Neu­markt und Glo­cken­turm die größ­te Zone von bür­ger­schaft­lich orga­ni­sier­tem frei­en WLAN in ganz Nord­rhein-West­fa­len ent­stan­den, was die Attrak­ti­vi­tät vor allem für die jun­ge Genera­ti­on enorm stei­ge­re. Eigent­lich auch schon längst umge­setzt sein soll­te das Pro­jekt Klos­ter­pfor­te. Der inter­na­tio­nal renom­mier­te spa­ni­sche Künst­ler San­tia­go Sier­ra will die ein­drucks­vol­len Aus­ma­ße die­ses frü­he­ren Stadt­to­res mit 34 in den Boden ein­ge­las­se­nen Leuch­ten im Abstand von jeweils 1,50 Meter wie­der sicht­bar machen. „Eine ganz ein­fa­che Idee, nur in der Umset­zung nicht so ganz ein­fach,” sagt Viel­ha­ber. Denn noch wird bei Tri­lux an einer Spe­zi­al­an­fer­ti­gung der Leuch­ten gear­bei­tet, die von ton­nen­schwe­ren Lkws bis zu Streu­salz viel­fäl­ti­gen Belas­tun­gen stand hal­ten müs­sen. Im Som­mer, so hofft der Pla­ner, soll das Kunst­werk aber end­lich instal­liert wer­den.

Neue Möblie­rung soll bis zum Som­mer da sei

15 bunte Sitzmöbel sollen bis zum Sommer auf dem Neumarkt aufgegestellt sein. (Foto: oe)

15 bun­te Sitz­mö­bel sol­len bis zum Som­mer auf dem Neu­markt auf­ge­ge­stellt sein. (Foto: oe)

„Bis zum Som­mer”, so Viel­ha­ber, soll auch die neue Möblie­rung des Stra­ßen­zugs mon­tiert sein. Der Wild­wuchs der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te soll durch Sitz­bän­ke, Spiel­ti­sche, Fahr­rad­stän­der und Müll­ei­mer in ein­heit­li­chem Design ersetzt wer­den, die sich auf drei Auf­ent­halts­be­rei­che kon­zen­trie­ren. Der eine liegt links und rechts vom Muse­ums­ein­gang, wo von der der­zei­ti­gen Aus­stat­tung nur das Tril­ler­häus­chen übrig blei­ben soll, der zwei­te vor der Adler-Apo­the­ke rund um den bereits im Dezem­ber auf­ge­stell­ten Bücher­schrank, der drit­te im Bereich von Schuh­haus und Geld­au­to­mat auf dem Stein­weg. Von der Optik ganz anders und mit Blick vor allem auf die jun­ge Ziel­grup­pe soll der Neu­markt aus­ge­stat­tet wer­den. Hier sol­len 15 bun­te Sitz­mö­bel auf­ge­stellt wer­den. Sie sol­len wie zufäl­lig hin­ge­stellt wir­ken, aller­dings so befes­tigt sein, dass man sie nicht ver­schie­ben oder mit­neh­men kann, sie aber bei Ver­an­stal­tun­gen auf dem Neu­markt ohne Pro­ble­me abbau­en kann. Für die­se neue Möblie­rung stellt die Stadt 20.000 Euro zur Ver­fü­gung. Im Rah­men des Märk­te-Pro­jekts der Regio­na­le kom­men 80 Pro­zent Lan­des­för­de­rung hin­zu.

Alt­stadt-Diner und Holz­markt brin­gen Leben

„Es ist aber wich­tig, dass wir nicht nur bau­lich etwas ver­än­dern, son­dern auch mehr Leben in den Stra­ßen­zug brin­gen,” sag­te Viel­ha­ber und nann­te den Punkt „Pro­fil­bil­dung” mit erfolg­rei­chen neu­en Ver­an­stal­tun­gen. Da sei der Holz­markt, der bereits zwei­mal mit guter Reso­nanz zum Abschluss des Kunst­som­mers orga­ni­siert wur­de, und da sei das Alt­stadt-Din­ner, das bei allen, die die Pre­mie­re 2014 erlebt haben, groß­ar­tig ange­kom­men sei. Bei­de Ver­an­stal­tun­gen wer­den auch in die­sem Jahr wie­der lau­fen.

Gestal­tungs­leit­fa­den für Außen­gas­tro­no­mie

Wich­tig, so Viel­ha­ber, sei für die Auf­ent­halts­qua­li­tät auch die Außen­gas­tro­no­mie. „Die Außen­gas­tro­no­mie, die wir haben, ist gut, aber wir wol­len auch, dass das so bleibt und kei­ner, der dazu kommt, bil­li­ge Plas­tik­mö­bel auf­stellt,” sag­te der Stadt­pla­ner. Auf eine Sat­zung wer­de aller­dings bewusst ver­zich­tet. Viel­mehr sei es Auf­ga­be der Gas­tro­no­men, Qua­li­tät zu defi­nie­ren und sich einen Gestal­tungs­leit­fa­den zu geben, an den sich alle hal­ten.

Poli­ti­ker for­dern Falsch­par­ker-Kon­trol­len auch am Wochen­en­de

Die Politiker fordern mehr Falschparker-Kontrollen vor allem am Wochenende. (Foto: oe)

Die Poli­ti­ker for­dern mehr Falsch­par­ker-Kon­trol­len vor allem am Wochen­en­de. (Foto: oe)

Am Ende der Dis­kus­si­on waren den Poli­ti­kern zwei Punk­te noch ganz wich­tig. Zum einen die kla­re For­de­rung, dass nach einer Aus­wei­tung der erlaub­ten Park­plät­ze auch die Ein­sät­ze des Ord­nungs­amts gegen Falsch­par­ker aus­ge­dehnt wer­den soll­ten, vor allem in den Abend­stun­den und an Wochen­en­den, wenn dort 50, 60 oder gar 80 Falsch­par­ker ste­hen. Dass das kon­trol­liert wer­de, sei der Wunsch aller Betei­lig­ten, ant­wor­te­te Viel­ha­ber. Skep­ti­scher war der Stadt­pla­ner beim zwei­ten Wunsch der Poli­ti­ker, die for­der­ten, dass die Park­plät­ze bes­ser kennt­lich gemacht wer­den. „Auch für Blö­de!”, wie es ein Poli­ti­ker dras­tisch aus­drück­te. Auf jeden Fall, so Viel­ha­ber, wer­de es eine kla­re Beschil­de­rung geben. Wei­ße Lini­en auf dem Pflas­ter wer­de es dage­gen sicher nicht geben. Ob es ande­re Mög­lich­kei­ten gebe, etwa durch far­big mar­kier­te Pass­stei­ne, dar­über wer­de noch nach­ge­dacht.

Kei­ne Chan­ce hat der­zeit der Vor­schlag eines Anlie­gers, die Pflas­ter­stei­ne neu zu ver­le­gen, wobei dann die glat­ten Plat­ten direkt an die Haus­wän­de gelegt wür­den, um eine bes­se­re Begeh­bar­keit zu schaf­fen. „Das wür­de den Kos­ten­rah­men spren­gen”, so Viel­ha­ber.

 

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