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Leser­brief: Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn ist über­fäl­lig!

Sun­dern. Zum The­ma Röhr­tal­bahn erreich­te uns fol­gen­der Leser­brief:

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Leser­brie­fe müs­sen nicht der Mei­nung der Redak­ti­on ent­spre­chen, die sich das Recht auf Kür­zung vorbehält.(Foto. S. Hof­schla­e­ger / pixelio.de)

Um Sun­dern lang­fris­tig an das Ruhr­ge­biet anbin­den zu kön­nen, benö­tigt man eine Bahn­an­bin­dung nach Dort­mund und Hagen. Als Berufs­pend­ler kämp­fe ich täg­lich mit den Tücken des Sun­derner ÖPNV. Ver­spä­tet sich der Bus, hän­ge in Neheim fest. Um pünkt­lich zur Arbeit zu kom­men, muss ich also immer eine Stun­de mehr ein­pla­nen. Fakt ist, dass die Stra­ßen mehr als über­füllt sind und die­se Ent­wick­lung auch mit E-Mobi­li­tät nicht zurück­ge­hen wird. Daher ist eine Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn not­wen­dig, um unse­re Stra­ßen zu ent­las­ten.

Pro­fi­tie­ren wür­den Schü­ler, Stu­den­ten, Berufs­pend­ler, älte­re oder erkrank­te Men­schen und auch der Tou­ris­mus der Stadt. Selbst Rad­fah­rer pro­fi­tie­ren von der Bahn, Tou­ris­ten errei­chen Sun­dern ohne eige­nes Fahr­zeug mit Bahn, Berufs­pend­ler kön­nen eine Stre­cke fah­ren, aber zurück mit der Bahn.

Dass die Bahn­tras­se sich wirt­schaft­lich rech­nen kann, ist bereits im Jahr 2011 in einer Stu­die bewie­sen wor­den. Von den zwei Stre­cken, die neben der Röhr­tal­bahn zur Reak­ti­vie­rung vor­ge­se­hen sind, schnitt die Röhr­tal­bahn am bes­ten ab, so dass bereits am Bahn­hof Neheim-Hüs­ten ein 3. Bahn­steig gebaut wur­de. Aber eine neue Stu­die ist unver­ständ­li­cher Wei­se vom Rat zurück­ge­stellt wor­den. War­um?

Ein bes­tes Bei­spiel für eine Reak­ti­vie­rung sieht man im 38 km ent­fern­ten Lüden­scheid, wo man nicht nur mit dem Zug nach Hagen oder Dort­mund kommt, son­dern auch seit Dezem­ber 2017 direkt nach Köln.

Auch wür­de eine Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn der obe­ren Ruh­tal­bahn gut zu Gesicht ste­hen bei einer mög­li­chen Elek­tri­fi­zie­rung der Ste­cke, denn jeder Kilo­me­ter, der befah­ren wird im Sauer­land, hilft umwelt­freund­li­cher zu wer­den.

Chris­toph Klin­ner, Sun­dern

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7 Kommentare zu Leser­brief: Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn ist über­fäl­lig!

  • Sowohl die reak­ti­vier­te Hön­ne­tal­bahn als auch die Wal­de­cker Bahn kann man mit der Röhr­tal­bahn NICHT ver­glei­chen. Die bei­den genann­ten Bah­nen erfül­len eine wich­ti­ge Funk­ti­on für durch­ge­hen­den Ver­kehr mit wei­te­ren Anbin­dun­gen an das gesam­te Bahn­netz. Bei­spiels­wei­se ermög­licht die Wal­de­cker Bahn eine Anbin­dung des Kas­se­ler Rau­mes an den Raum Mar­burg und wei­ter nach Süden.

    Die Röhr­tal­bahn ist aber sozu­sa­gen eine „Sack­bahn”. Sie wür­de bis nach Sun­dern füh­ren und hät­te kei­ner­lei Anbin­dung etwa nach Eslo­he oder Fin­nen­trop.

    Es ist also Des­in­for­ma­ti­on, wenn man immer wie­der ver­sucht, die nicht ver­gleich­ba­ren Bei­spie­le von Reak­ti­vie­run­gen ande­rer Bah­nen auf die Röhr­tal-Zick­zack­bahn zu über­tra­gen. Es sei denn, man plant gleich den Durch­stich über Wil­de­wie­se nach Fin­nen­trop. Aber viel­leicht kommt die­ser Vor­schlag ja bald. Man muß nur mal tüch­tig schät­zen, wie­vie­le tau­send Pas­sa­gie­re denn täg­lich von Dort­mund nach Wil­de­wie­se fah­ren möch­ten.

    • Der Herr Hen­ges­bach kann es nicht las­sen, jeden Bei­trag per­sön­lich zu kom­men­tie­ren und dabei nach­hal­tig sei­ne Inkom­pe­tenz zu bewei­sen.
      Damit alle sei­nen Kom­men­tar rich­tig ein­ord­nen kön­nen, fol­gen­de Hin­wei­se:
      1. Von der Hön­ne­tal­bahn war im Leser­brief gar nicht die Rede. Sie wur­de weder reak­ti­viert, noch jemals still­ge­legt und ver­läuft von Frön­den­berg über Men­den und Bal­ve nach Neu­en­ra­de. Kei­ne Durch­gangs­bahn, son­dern eine Stich­stre­cke, aller­dings län­ger und mit mehr Kunst­bau­ten als die Röhr­tal­bahn. Bal­ve und Neu­en­ra­de haben zusam­men übri­gens genau so vie­le Ein­woh­ner wie Sun­dern.
      2. Die bei­den genann­ten Neben­bah­nen die­nen der Anbin­dung an Bal­lungs­räu­me wie die Röhr­tal­bahn über die Obe­re Ruhr­tal­bahn auch (Kassel/Ruhrgebiet). Als Durch­gangs­bahn aller­dings bedeu­tungs­los, weil jeweils schnel­le­re Haupt­bah­nen die Zen­tren ver­bin­den.
      3. Gegen die „Wal­de­cker Bahn”, der nun ja nun offen­sicht­lich doch eine wich­ti­ge­re Rol­le zuge­stan­den wird, wur­de vor kur­zem noch von glei­cher Sei­te geschos­sen, weil man dort ja (angeb­lich) 4–5 Minu­ten vor den Bahn­über­gän­gen steht.

      Dar­aus kann jetzt jeder sei­ne Schlüs­se zie­hen. Ich freue mich, dass ver­se­hent­lich die Hön­ne­tal­bahn ins Spiel gekom­men ist. War­um fährt die eigent­lich seit Jahr­zehn­ten und die Röhr­tal­bahn nicht?

      • Es war ledig­lich eine Namens­ver­wechs­lung von mir, sor­ry. Des­halb blei­ben die Argu­men­te aber bestehen. Vol­me­tal­bahn und Wal­de­cker­bahn erfül­len eine ganz ande­re Funk­ti­on als die Röhr­tal­bahn.
        Ich bin über­haupt nicht prin­zi­pi­ell gegen Eisen­bah­nen, jedoch nimmt die Röhr­tal-Zick­zack­bahn eine ganz beson­de­re Rol­le ein. Sie beein­träch­tigt erheb­lich die wich­tigs­te Stra­ßen­an­bin­dung, die Sun­dern zum Auto­bahn­netz hat. Und das unter­schei­det sie von allen ande­ren Bah­nen.

        • Herr Hen­ges­bach, die­se wich­ti­ge Stra­ßen­an­bin­dung, von der Sie befürch­ten, dass sie beein­träch­tigt wird ist zur­zeit eine Kata­stro­phe. Da gibt es Men­schen wie Herr Klin­ner, die die­sen Stress täg­lich mit­ma­chen und Sie möch­ten die ein­zi­ge Mög­lich­keit Eng­päs­se zu umfah­ren, nie­der­ma­chen.
          Schrei­ben Sie doch ein­fach mal, wie Sie das Cha­os lösen wol­len?
          Wie möch­ten Sie denn die Bus­se pünkt­lich nach Neheim zum Bahn­hof brin­gen?
          Nur etwas abzu­leh­nen, ohne wirk­li­che Sach­grund­la­ge, denn „Röhr­tal-Zick­zack­bahn” und mehr zeugt eigent­lich nur davon, dass sie dage­gen sind.
          Und wie­so behin­dert sie den Ver­kehr erheb­lich? Im Moment fließt der Ver­kehr gar nicht. Man steht hin­ter den Bus­sen die an allen Hal­te­stel­len hal­ten müs­sen und kann wegen des hohen Ver­kehrs­auf­kom­mens nicht vor­bei. Das ist aber kei­ne Behin­de­rung – oder?
          Wenn eine Schran­ke run­ter geht und man davor steht – gera­de an der Stel­le zum Düm­pel, fließt dahin­ter in Stadt­rich­tung der Ver­kehr ab (oder halt in Rich­tung Ste­mel) und ich hole den locker wie­der ein. End­lich mal ein Stück freie Fahrt in Sun­dern. Außer­dem kom­men die Autos leich­ter von den Park­plät­zen, wenn die Schlan­ge mal kurz unter­bro­chen wird.
          Eine Behin­de­rung sehe ich beim Bes­ten Wil­len nur im immer wei­ter stei­gen­den Ver­kehrs­auf­kom­men. Nur wenn das gemin­dert wird, wird ein wenig Luft auf der Stra­ße sein.

          Nun bin ich ja gespannt, ob nicht nur ein „Dage­gen Sein“ von Ihnen kommt, son­dern auch eine kon­struk­ti­ve Idee, wie sie die Autos von der Stra­ße bekom­men wol­len, damit ich nicht im Schne­cken­tem­po durch Sun­dern muss.

  • Stutt­gart ist eine „Sack­bahn” – trotz­dem sehr erfolg­reich. Die­sen Punkt als ein­zi­gen Grund gegen eine Reak­ti­vie­rung anzu­brin­gen ist ein sehr schwa­ches Signal. Dann bil­li­ge Iro­nie ein­flie­ßen zu las­sen anstatt Argu­men­te zu brin­gen noch schwä­cher. Die Signa­le der Röhr­tal­bahn sind stark, sehr stark.
    Mir fällt bei allen Dis­kus­sio­nen immer wie­der auf, dass sich ein Ent­ge­gen­stel­len von Pro-Bahn ent­we­der mit Bahn­ver­glei­chen von „Anno-Dun­ne­mal” begrün­den – oder aber von der Sach­ebe­ne abwei­chen.
    Mir hat die Bahn jetzt gefehlt als ich den Ruhr­tal­rad­weg fah­ren woll­te.
    Mit der Bahn bis Win­ter­berg – das gehört dazu. Aber von Sun­dern aus muss man erst mal mit dem Rad zur Bahn kom­men….
    Mit zwei Rädern in den Bus ein­stei­gen zu wol­len ist ein Aben­teu­er, wenn ein Kin­der­wa­gen dar­in steht – der hat immer Vor­recht. Zwei Räder pas­sen da nicht mehr rein, der Bus­fah­rer darf die Beför­de­rung ver­wei­gern.
    Wer will denn schon erst mal an der Bus­hal­te­stel­len war­ten um dann zu erfah­ren, dass er nicht mit kann??
    Mit der Bahn wäre es klas­se gelau­fen.

    Die Bahn hät­te jetzt auch nicht wie der Bus in der über ca. 2 Tage lang vor­han­de­nen Bau­stel­le in Hach­en fest­ge­steckt. Die Pend­ler hät­ten ihre Zug­an­schlüs­se bekom­men ohne eine Stun­de eher zu fah­ren.
    E-Mobi­li­tät?
    Ich fah­re einen Hybrid – der fliegt nicht, der ver­braucht nur weni­ger Sprit im Stau.

    Bis­her ist mir noch kein wirk­lich gutes Argu­ment gegen die Röhr­tal­bahn unter­ge­kom­men – aber Iro­nie, Halb­wahr­hei­ten und „Fak­ten“ aus der Ver­gan­gen­heit… in Mas­sen

  • Die Fach­zeit­schrift „Eisen­bahn-Maga­zin” berich­tet in der Aus­ga­be 2/19, dass die bei­den ande­ren
    Reak­ti­vie­rungs­stre­cken in West­fa­len erneut posi­tiv für eine Reak­ti­vie­rung im SPNV bewer­tet wur­den.
    Die Regio­nal­rä­te lei­ten wei­te­re Maß­nah­men ein und bereits ab 2023 soll auf den sanier­ten Bahn­tras­sen
    moder­ner Bahn­ver­kehr im SPNV ange­bo­ten wer­den.
    Es sind die Bahn­stre­cken von Müns­ter nach Sen­den­horst und von Har­se­win­kel nach Güters­loh.

  • Die Sinn­haf­tig­keit einer Reak­ti­vie­rung von regio­na­len Bahn­stre­cken will ich nicht grund­sätz­lich in Abre­de stel­len. Jedoch kann man die bei­den genann­ten Stre­cken wie­der kei­nes­falls mit der Röhr­tal­bahn ver­glei­chen.
    Die Bahn­stre­cke Müns­ter-Sen­den­horst ver­läuft par­al­lel zur L 585 und kommt mit die­ser nur zwei­mal in Kon­flikt. Das wird jedoch durch eine Über­brü­ckung ele­gant gelöst. Die Bahn­stre­cke behin­dert also kei­nes­falls den Indi­vi­du­al­ver­kehr.
    Eben­so gibt es auf der Stre­cke Har­se­win­kel – Güters­loh kei­nen Kon­flikt mit einer wich­ti­gen, par­al­lel ver­lau­fen­den Stra­ße, die von Bedeu­tung für den Indi­vi­du­al­ver­kehr wäre.

    Ich blei­be dabei, dass die Röhr­tal­bahn auf­grund ihrer Zick­zack-Tras­sen­füh­rung einen Son­der­fall dar­stellt. Das lie­ße sich nur durch einen Neu­bau einer orts­um­ge­hen­den Stra­ße zwi­schen Müsche­de und Sun­dern lösen. Da die­se nun­mehr auch schon jahr­zehn­te­lang ange­dacht wird, soll­ten die Pla­ner damit mal end­lich vor­an­kom­men. Das wür­de alle dies­be­züg­li­chen Dis­kus­sio­nen erüb­ri­gen.

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