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Kli­ni­kum Hoch­sauer­land setzt Kin­der­schutz­grup­pe ein – kom­pe­ten­te Hilfs­an­ge­bo­te

Arnsberg/Kreis. Miss­brauch, Miss­hand­lung, Ver­nach­läs­si­gung – eine Gefähr­dung des Kin­des­wohls zeigt sich auf viel­fäl­ti­ge Wei­se. Für das Umfeld ist es oft nicht leicht, die Zei­chen zu erken­nen. Dar­über infor­miert das Kli­ni­kum Hoch­sauer­land in einer Mit­tei­lung.

Kom­pe­ten­te Anlauf­stel­le rund um die Uhr erreich­bar

Die Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin des Kli­ni­kums Hoch­sauer­land hat Anfang die­ses Jah­res eine Kin­der­schutz­grup­pe gegrün­det, die eine kom­pe­ten­te Anlauf­stel­le bie­tet, wenn der Ver­dacht auf eine Kin­des­wohl­ge­fähr­dung besteht. Für die Jugend­äm­ter des HSK sowie angren­zen­der Krei­se fun­giert die Kin­der­schutz­grup­pe als wich­ti­ger Ansprech­part­ner. Die Kin­der­schutz­grup­pe ist rund um die Uhr unter der Tele­fon­num­mer 02932 / 952–343899 erreich­bar.

In der Kin­der­schutz­grup­pe steht ein fach­über­grei­fen­des Team aus Fach­ärz­ten für Kin­der- und Jugend­me­di­zin, Pfle­ge­fach­kräf­ten, Psy­cho­lo­gen und Sozi­al­ar­bei­tern zur Ver­fü­gung, um Ver­dachts­fäl­le einer mög­li­chen Kin­des­wohl­ge­fähr­dung abzu­klä­ren, die betrof­fe­nen Kin­der und Jugend­li­chen zu behan­deln und ggf. wei­te­re Hil­fen ein­zu­lei­ten.

Mari­na Laufmöl­ler, Sozi­al­ar­bei­te­rin,
Dr. med. Bar­tho­lo­mä­us Urgatz, Chef­arzt der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin, Fran­zis­ka Lind­ner, Pfle­ge­fach­kraft der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin,
Dr. med. Fabi­an Lin­de, Ober­arzt der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin und Lei­ter der
Kin­der­schutz­grup­pe
Ines Alex­an­der, Pfle­ge­fach­kraft der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin arbei­ten im Team der Kin­der­schutz­grup­pe zusam­men. Unter­stützt wer­den sie von Geral­di­ne Roh­rer, Psy­cho­the­ra­peu­tin, Kli­nik für Psych­ia­trie. Foto: Kli­ni­kum Hoch­sauer­land

Kin­der und Jugend­li­che behan­deln

In die­sem Jahr wur­de die Kin­der­schutz­grup­pe bis­her zu 44 Fäl­len hin­zu­ge­zo­gen. Die­se betra­fen in 20 Fäl­len v.a. kör­per­li­che Miss­hand­lung, in 5 Fäl­len v.a. sexu­el­len Miss­brauch, in 9 Fäl­len v.a. Ver­nach­läs­si­gung und in 10 Fäl­len sons­ti­ge Ursa­chen.

„Jeder Fall, ob Ver­nach­läs­si­gung, Über­for­de­rung oder akti­ve Miss­hand­lung, muss indi­vi­du­ell gründ­lich unter­sucht wer­den. Um das Kin­des­wohl zu sichern wird das Kind dazu i.d.R. zunächst sta­tio­när auf­ge­nom­men, auch bei weni­ger schwe­ren Ver­let­zun­gen. Dann wer­den alle medi­zi­ni­schen Aspek­te abge­klärt, die nöti­ge Dia­gnos­tik durch­ge­führt und Ver­let­zun­gen doku­men­tiert“, erläu­tert Dr. med. Fabi­an Lin­de, Ober­arzt der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin und Lei­ter der Kin­der­schutz­grup­pe.

Kin­der wer­den sta­tio­när auf­ge­nom­men

Danach wer­den die Ergeb­nis­se im Team bespro­chen und gemein­sam bera­ten mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit es sich um eine Kin­des­wohl­ge­fähr­dung bzw. ‑miss­hand­lung han­delt. Auch über die wei­te­ren Schrit­te wird im Team dis­ku­tiert. Je mehr unter­schied­lich qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te das Kind begut­ach­ten, des­to objek­ti­ver der Befund – so der Ansatz der Kin­der­schutz­grup­pe. Um Ergeb­nis­se und Ein­schät­zun­gen abzu­si­chern, kön­nen bei Bedarf wei­te­re Exper­ten des Kin­der­schutz-Netz­werks hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Hier­zu gehö­ren bei­spiels­wei­se Spe­zia­lis­ten des Gerin­nungs­zen­trums sowie des Kom­pe­tenz­zen­trums Kin­der­schutz am Insti­tut für Rechts­me­di­zin der Uni­kli­nik in Köln.

Eltern mit Ein­schät­zun­gen kon­fron­tie­ren

Ergibt sich ein Ver­dacht wer­den die Eltern in einem Gespräch mit den Ein­schät­zun­gen kon­fron­tiert. Es wird geklärt, wie es zu der Situa­ti­on kam und ob ggf. eine ein­ma­li­ge Über­for­de­rung der Eltern die Ursa­che ist. Ggf. wer­den gemein­sam mit dem Jugend­amt Hilfs­an­ge­bo­te für die Fami­li­en erar­bei­tet. In bestimm­ten Fäl­len ent­schei­den Jugend­amt oder staat­li­che Stel­len über wei­te­re Maß­nah­men.

„Uns geht es nicht dar­um, Eltern zu über­füh­ren, son­dern dar­um Kin­der zu schüt­zen“, betont Dr. med. Bar­tho­lo­mä­us Urgatz, Chef­arzt der Kli­nik für Kin­der und Jugend­me­di­zin. „Viel­fach kön­nen die Unter­su­chun­gen auch dazu bei­tra­gen, einen fal­schen Ver­dacht zu zer­streu­en“.

Ein­bin­dung in brei­tes Netz­werk

Die Kin­der­schutz­grup­pe arbei­tet eng mit Jugend­äm­tern, Bera­tungs­stel­len, dem Netz­werk Frü­he Hil­fen und wei­te­ren Koope­ra­ti­ons­part­nern zusam­men. Neben der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung betrof­fe­ner Kin­der und Jugend­li­cher und der Abklä­rung von Ver­dachts­fäl­len, stellt die Prä­ven­ti­ons­ar­beit eine wich­ti­ge Auf­ga­be der Kin­der­schutz­grup­pe dar.

(Quel­le: Kli­ni­kum Hoch­sauer­land)

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