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42 Prozent Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Stellten Kriminalitätsstatistik vor: von links Landrat Dr. Karl Schneider, Polizeidirektor Klaus Bunse und Erster Kriminalhauptkommissar Horst Ehlert. (Foto: oe)
Stell­ten Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik vor: von links Land­rat Dr. Karl Schnei­der, Poli­zei­di­rek­tor Klaus Bun­se und Ers­ter Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar Horst Ehlert. (Foto: oe)

Arnsberg/HSK. Die Zahl der bekannt gewor­de­nen Straf­ta­ten im Hoch­sauer­land­kreis ist 2015 im zwei­ten Jahr in Fol­ge gesun­ken und liegt mit 12.744 auf dem nied­rigs­ten Wert der letz­ten zehn Jah­re. Aller­dings gibt es zwei nega­ti­ve Aus­rei­ßer, von denen ins­be­son­de­re die Stadt Arns­berg stark betrof­fen ist. Die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che ist gegen­über dem Vor­jahr um 42 Pro­zent, gegen­über dem Jahr 2010 sogar um über 100 Pro­zent gestie­gen. Alle 18 Stun­den wur­de im HSK in eine Woh­nung ein­ge­bro­chen. Und mehr als die Hälf­te die­ser Woh­nungs­ein­brü­che haben in Arns­berg statt­ge­fun­den. Auch bei 14 von 18 Fäl­len von Hand­ta­schen­raub war Arns­berg der Tat­ort. Hier liegt die Stei­ge­rungs­ra­te bei 350 Prozent.

„Licht und Schatten“

Er kön­ne die Lage mit dem Schlag­wort „Licht und Schat­ten“ beschrei­ben, sag­te Land­rat Dr. Karl Schnei­der am Mon­tag bei der Vor­stel­lung der Kri­mi­nal­sta­tis­tik im Mesche­der Kreis­haus. Wäh­rend die Zahl der Straf­ta­ten lan­des­weit ange­stie­gen sei, sei sie im HSK nach dem gro­ßen Rück­gang 2014 auch 2015 noch­mals um 3,5 Pro­zent gesun­ken. Und auch die Auf­klä­rungs­quo­te lie­ge mit kon­stant 52,9 Pro­zent deut­lich über dem NRW-Durch­schnit­s­s­wert von 49,6 Pro­zent. Damit leb­ten die Bür­ger im Hoch­sauer­land­kreis nach wie vor in der sichers­ten Regi­on von Nordrhein-Westfalen.

Winterberg knapp vor Arnsberg

Noch ein wenig siche­rer leben die Ein­woh­ner von Hal­len­berg, Mede­bach und Eslo­he, sagt Poli­zei­di­rek­tor Klaus Bun­se. In Hal­len­berg liegt die Kri­mi­na­li­täts­häu­fig­keits­zahl, ein rech­ne­ri­scher Wert für Straf­ta­ten pro 100.000 Ein­woh­ner, nur bei 1930. In Dort­mund etwa liegt die­ser Wert bei 13.600, in Köln und Düs­sel­dorf sogar bei 14.000.  An der Spit­ze im Kreis hat Win­ter­berg mit 6818 knapp Arns­berg mit 6758 abge­löst. „Die Lis­te der Anzei­gen­er­stat­ter liest sich in Win­ter­berg wie ein nie­der­län­di­sches Tele­fon­buch“, so Horst Ehlert, der Lei­ter der Füh­rungs­stel­le Kri­mi­na­li­tät. Dabei sei der Anteil von Dieb­stäh­len in Win­ter­berg extrem hoch, meist han­de­le es sich hier um Ski-Diebstähle.

39 Prozent der Wohnungseinbrüche scheitern

2014.12.14.Logo.Polizei.RiegelWäh­rend Raub‑, Sexu­al- und Betrugs­de­lik­te zurück­gin­gen, ist die Zahl der Dieb­stäh­le ins­ge­samt gestie­gen. 5524 Fäl­le sind 133 mehr als im Jahr zuvor. Bei den schwe­ren Dieb­stäh­len gab es eine Stei­ge­rung um 3,6 Pro­zent. Ver­ant­wort­lich dafür waren vor allem die Woh­nungs­ein­brü­che. 489 Fäl­le waren 144 mehr als im Vor­jahr. 2010 hat­te es nur 241 Fäl­le gege­ben. Immer­hin, so Ehlert, sei es bei vier von zehn Woh­nungs­ein­brü­chen beim Ver­such geblie­ben, was sicher auch ein Erfolg der Auf­klä­rungs­ar­beit der Poli­zei über Siche­rungs­maß­nah­men sei. Lei­der sei die Auf­klä­rungs­quo­te bei Wohungs­ein­brü­chen nied­rig, lie­ge im HSK mit 20,5 Pro­zent aber immer noch deut­lich über dem Lan­des­durch­schnitt von 13,8 Prozent.

Ermittlungskommission eingesetzt

Allein Arns­berg zähl­te 2015 252 Woh­nungs­ein­brü­che, rund 52 Pro­zent aller Fäl­le im Kreis­ge­biet, was die Kri­po auf die guten Flucht­mög­lich­kei­ten über die Auto­bahn zurück­führt. In Sun­dern etwa gab es nur 36 Fäl­le, in Hal­len­berg gera­de mal einen. „Woh­nungs­sein­brü­che ver­set­zen die Men­schen in einen gro­ßen Schock und jeder Ein­bruch ist einer zu viel,“ sag­te Land­rat Dr. Schnei­der. Des­halb wer­de man die­sem The­ma beson­de­re Auf­merk­sam­keit wid­men und dafür ande­res erst mal zurück­stel­len. Klaus Bun­se berich­te­te, dass die Sach­be­ar­bei­tung in Mesche­de zen­tra­li­siert und eine elf­köp­fi­ge Ermitt­lungs­kom­mis­si­on ein­ge­setzt wor­den sei. „Für eine klei­ne Behör­de schon eine Kraft­auf­ga­be.“ Dazu habe es auch schon die ers­ten Kon­troll­ta­ge mit Unter­stüt­zung der Bereit­schafts­po­li­zei in Bochum gege­ben. Die Poli­zei­füh­rung hofft auf ähn­li­che Erfol­ge wie bei der über­re­gio­na­len Ermitt­lungs­kom­mis­si­on Schloss. Die habe mit über 40 Fest­nah­men so erfolg­reich gear­bei­tet, dass die zahl der Metall­dieb­stäh­le im Kreis von 265 in 2013 auf nur noch 56 in 2015 zurück­ge­gan­gen sei, so Ehlert. Abge­ris­sen ist auch die Hand­ta­schen­raub-Serie, die in Arns­berg vom Fahr­rad aus ver­übt wur­de. Man habe Ver­däch­ti­ge beob­ach­tet, aber kei­ne beweis­kräf­ti­gen Fak­ten, so der Ermittler.

Kfz-Kriminalität rückläufig, mehr Taschendiebe

Vor allem nach einem Rempler ist das Portemonnaie in der Gesäßtasche oft eine leichte Beute. (Foto: Polizei)
Mehr Taschen­dieb­stäh­le im HSK. (Foto: Polizei)

Neben den 489 Woh­nungs­ein­brü­chen weist die Sta­tis­tik auch noch 63 Gast­stät­ten­ein­brü­che, 24 Ein­brü­che in Dienst­räu­me, 156 Geschäfts­ein­brü­che, 92 Fir­men- und Lager­ein­brü­che, 123 Büro­ein­brü­che und 73 Kel­ler­ein­brü­che aus, wobei es aller­dings ledig­lich bei Geschäfts­ein­brü­chen eine klei­ne Stei­ge­rung, sonst aber nur Rück­gän­ge gege­ben hat. Auch bei 27 Kfz-Dieb­stäh­len, 57 Krad­dieb­stäh­len und 728 Dieb­stäh­len an oder aus Kraft­fahr­zeu­gen war ein Rück­gang zu ver­zeich­nen. Die Zahl der Taschen­dieb­stäh­le stieg mit 181 auf einen neu­en Höchst­wert, der aber im Ver­gleich zu den Zah­len in den Groß­städ­ten nicht sehr besorg­nis­er­re­gend sei, so Ehlert.

Mehr Algerier, Marokkaner und Georgier

Von den ins­ge­samt 4996 ermit­tel­ten Tat­ver­däch­ti­gen im HSK hat­ten 1165 eine nicht­deut­sche Staats­bür­ger­schaft. Damit stieg deren Anteil von 19,9 Pro­zent im Vor­jahr auf 23 Pro­zent, liegt aber deut­lich unter dem Lan­des­durch­schnitt von 33,9 Pro­zent. Den größ­ten Anteil hät­ten dabei die Tür­ken, die auch die größ­te aus­län­di­sche Bevöl­ke­rungs­grup­pe stell­ten. Auf­fäl­li­ge Stei­ge­run­gen sei­en bei Alge­ri­ern, Marok­ka­nern und Geor­gi­ern zu erkennen.

Zuwanderer-Delikte oft untereinander

In einer eige­nen Sta­tis­tik für Zuwan­de­rer sind ins­ge­samt 253 Straf­ta­ten ver­zeich­net, etwa zwei Pro­zent aller Straf­ta­ten im Kreis­ge­biet. Etwa ein Vier­tel sei­en Delik­te unter­ein­an­der wie Kör­per­ver­let­zung, klei­ne Dieb­stäh­le, Bedro­hung und Belei­di­gung, so Ehlert. Auf­fal­lend sei­en ansons­ten nur noch Laden­dieb­stäh­le, ins­ge­samt 62 Fälle.

51 Prozent Wiederholungstäter

24,2 Pro­zent der ins­ge­samt 4496 Tat­ver­däch­ti­gen sind unter 21 Jah­re alt, 3,8 Pro­zent sind noch kei­ne 14. Der Frau­en­an­teil liegt wie der Aus­län­der­an­teil bei 23 Pro­zent. 49 Pro­zent sind Erst­tä­ter, „die Mehr­heit hat also bereits ein­mal bei uns arbei­ten las­sen“, so Ehlert. Die Zahl der Mehr­facht­at­ver­däch­ti­gen mit min­des­tens fünf Straf­ta­ten in einem Jahr ist kon­ti­nu­ier­lich gesun­ken, von 81 in 2012 auf 59 in 2015.
 

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