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Bio­en­er­gie­zen­trum als Inte­gra­ti­ons­un­ter­neh­men hat Zukunft

Die Stadtwerke wollen mit einem Bioenergiezentrum die Rohstoffverworgung für ihr Holzhackschnitzelheizwerk am Berliner Platz langfristig sichern und auch neue Projekte in Angriff nehmen. (Foto: oe)
Die Stadt­wer­ke wol­len mit einem Bio­en­er­gie­zen­trum die Roh­stoff­ver­wor­gung für ihr Holz­hack­schnit­zel­heiz­werk am Ber­li­ner Platz lang­fris­tig sichern und auch neue Pro­jek­te in Angriff neh­men. (Foto: oe)

Arns­berg. Das Pro­jekt „Bio­en­er­gie­zen­trum“ in Arns­berg ist auf gutem Weg. Die Mach­bar­keits­stu­die hat erge­ben, dass reich­lich Poten­zi­al da ist. Stadt­wer­ke, Tech­ni­sche Diens­te der Stadt­ver­wal­tung und der Cari­tas­ver­band machen jetzt schon den nächs­ten Schritt und über­le­gen, wie das Betrei­ber­mo­dell aus­se­hen soll.

Holzhackschnitzel sollen ein Schwerpunkt der Tätigkeit des künftigen Bioenergiezentrums in Arnsberg sein. (Foto: Andreas Morlok  / pixelio.de)
Holz­hack­schnit­zel sol­len ein Schwer­punkt der Tätig­keit des künf­ti­gen Bio­en­er­gie­zen­trums in Arns­berg sein. (Foto: Andre­as Mor­lok / pixelio.de)

Ener­gie­ma­na­ger Marc Pad­berg von den Stadt­wer­ken berich­te­te jetzt im Wirt­schfts­aus­schuss vom Ergeb­nis der Mach­bar­keits­stu­die, die vor einem Jahr begon­nen wur­de: „Es macht Sinn,“ fass­te er kurz und bün­dig zusam­men und erin­ner­te an die Zie­le, die hin­ter der Idee Bio­en­er­gie­zen­trum stehen:

  1. Kli­ma­schutz durch Ein­spa­rung fos­si­ler Brenn­stof­fe beim Heizen
  2. Stei­ge­rung der regio­na­len Wert­schöp­fung durch die Nut­zung hol­zi­ger Bio­mas­se, die sonst nicht oder kaum genutzt wird
  3. Posi­ti­ve Effek­te für den Arbeitsmarkt.

Das Poten­zi­al für das Bio­en­er­gie­zen­trum am Stand­ort Arns­berg  habe Pro­fes­sor Dr. Ste­fan Pelz  von der Hoch­schu­le Rot­ten­burg sowohl für die öko­lo­gi­schen wie auch für den arbeits­markt­po­li­ti­schen Bereich fest­ge­stellt. Der ursprüng­li­che Blick­win­kel, das Pro­jekt allein als Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keit für Lang­zeit­ar­beits­lo­se anzu­le­gen, habe der Gut­ach­ter aller­dings für nicht rea­li­sier­bar gehal­ten, so Pad­berg. Statt­des­sen setz­te man jetzt auf ein Koope­ra­ti­ons­mo­dell mit dem Cari­tas­ver­band. Dort bestehe nach inter­ner Prü­fung gro­ßes Inter­es­se an einem Inte­gra­ti­ons­un­ter­neh­men für Behin­der­te, weil das Poten­zi­al an sol­chen Arbeits­kräf­ten groß sei und es auch lang­fris­tig För­der­mit­tel gebe.

Erst­mals, so Pad­berg, habe die Mach­bar­keits­stu­die Forst­da­ten mit ande­ren Geo­da­ten ver­schnit­ten. Dabei habe der Gut­ach­ter im Umkreis von etwa 50 Kilo­me­tern, in dem Holz noch wirt­schaft­lich trans­por­tier­bar wäre,  rund 8000 Qua­drat­ki­lo­me­ter unter­sucht. Dabei sei ein theo­re­ti­sches Poten­zi­al von 886.000 Kubik­me­ter hol­zi­ge Bio­mas­se pro Jahr ermit­telt wor­den. Wirt­schaft­lich genutzt in der Nähe von bestehen­den Wegen und an nicht zu stei­len Hän­gen sei­en davon rund 635.000 Kubik­me­ter. Und die größ­te Über­ra­schung der Stu­die sei, dass rund ein Drit­tel die­ses Poten­zi­als nicht im klas­si­schen Wald anfal­le, son­dern als Stra­ßen­be­gleit­grün etwa ent­lang der Auto­bah­nen oder auf Ener­gie­tras­sen. Und Pad­berg mach­te deut­lich, dass es bei die­sen Men­gen nicht um Kahl­schlä­ge gehe, son­dern um Mate­ri­al, was sonst ver­rot­te oder kom­pos­tiert wer­de, oder um die Ern­te nur von Tei­len des­sen, was nachwachse.

Start mit sechs Arbeits­plät­zen und Stei­ge­rung auf 16 im sechs­ten Jahr

Dipl. Ing. Marc Padberg ist Energiemanager bei den Stadtwerken Arnsberg. (Foto: Stadtwerke Arnsberg)
Dipl. Ing. Marc Pad­berg ist Ener­gie­ma­na­ger bei den Stadt­wer­ken Arns­berg. (Foto: Stadt­wer­ke Arnsberg)

„Sinn­voll und nach­hal­tig“ sol­len das wirt­schaft­li­che Kon­zept wie auch die Arbeits­plät­ze beim neu­en Bio­en­er­gie­zen­trum sein, so Pad­berg. Des­halb schlägt die Stu­die vor, sich zunächst auf die Pro­duk­te Holz­hack­schnit­zel und Scheit­holz zu kon­zen­trie­ren. Auch an die Schaf­fung von Arbeits­plät­zen soll vor­sich­tig her­an­ge­gan­gen wer­den. „Wir könn­ten mit sechs Mit­ar­bei­tern – im Büro, in der Auf­be­rei­tung und im Trans­port zum Kun­den – begin­nen“, sag­te Pad­berg. Inner­halb von sechs Jah­ren sei dann ein Anwach­sen auf 16 Voll­zeit­ar­beits­plät­ze denk­bar, mög­li­cher­wei­se plus wei­te­rer Jobs für das Holz­sam­meln im Wald. Die­se Sechs-Jah­res-Frist hat auch für den Cari­tas­ver­band beson­de­re Bedeu­tung. Denn dann  müss­te er – eine gene­rel­le Auf­la­ge sei­nes Dach­ver­bands – mit sei­nem neu­en Unter­neh­men auch ohne För­der­mit­tel wirt­schaft­lich arbeiten.

Marc Pad­berg nann­te auch die Zie­le sei­nes Arbeit­ge­bers: „Die Stadt­wer­ke Arns­berg wol­len Abneh­mer sein und so die Roh­stoff­zu­fuhr ihres Holz­hack­schnit­zel­heiz­werks am Ber­li­ner Platz lang­fris­tig sichern.“ Auch wei­te­re Pro­jek­te der Stadt­wer­ke sol­len durch die Zusam­men­füh­rung der Stoff­strö­me und das Aus­schöp­fen des gro­ßen Poten­zi­als in und um Arns­berg ermög­licht wer­den, dar­un­ter auch ein zwei­tes und drit­tes Holzhackschnitzelheizwerk.

„Sehr schön und posi­tiv, auch wenn es lan­ge gedau­ert hat,“ kom­men­tier­te Grü­nen-Frak­ti­ons­spre­cher Hans Wulf und erin­ner­te an einen vier Jah­re zurück­lie­gen­den gemein­sa­men Antrag von Grü­nen und CDU im Arns­ber­ger Rat.

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