
Sundern. Der Ausschuss für Bürgerdienste, Ordnung, Sicherheit und Soziales der Stadt Sundern hat in seiner Sitzung am Donnerstag mehrheitlich für die Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerberleistungen gestimmt. Während eine breite Mehrheit der Ausschussmitglieder die Einführung befürwortete, stimmte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geschlossen dagegen und begründete ihre Ablehnung in einer anschließenden Pressemitteilung mit menschenrechtlichen, gesellschaftlichen und verwaltungspraktischen Bedenken. Die endgültige Entscheidung über die Einführung soll in der Ratssitzung am 5. März fallen.
Empfehlung an den Rat – Einführung gilt als aufwandsneutral
Grundlage der Beratung war eine Beschlussvorlage der Verwaltung, die sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die praktische Ausgestaltung der Bezahlkarte darstellt. Vorgesehen ist eine landesweit einheitliche Lösung, die als Visa-Debitkarte – wahlweise digital oder als Plastikkarte – ausgegeben wird. Leistungen sollen künftig automatisiert auf die Karte geladen werden; Bargeldauszahlungen sind grundsätzlich auf 50 Euro pro Person und Monat begrenzt, können im Einzelfall jedoch erhöht werden.
Nach Angaben der Verwaltung erfolgt die Einführung aufwandsneutral: Die entstehenden Kosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen erstattet. Langfristig wird von einer Reduzierung des Verwaltungsaufwands ausgegangen, da bisherige Auszahlungsverfahren entfallen sollen.
Mehrheit folgt landesweiter Linie
In der Vorlage wird zudem darauf hingewiesen, dass Stand Januar 2026 alle Kommunen im Hochsauerlandkreis die Einführung der Bezahlkarte vorsehen. Grundlage sind Beschlüsse auf Bundes- und Landesebene, unter anderem Änderungen des Asylbewerberleistungsgesetzes sowie eine entsprechende Bezahlkartenverordnung des Landes NRW.
Grüne stimmen geschlossen gegen Einführung
Gegen die Einführung der Bezahlkarte stimmte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In einer Stellungnahme kritisiert die Fraktion das Instrument unter menschenrechtlichen, gesellschaftlichen und verwaltungspraktischen Gesichtspunkten. Die Bezahlkarte schränke die Selbstbestimmung der Betroffenen ein, erschwere gesellschaftliche Teilhabe und wirke stigmatisierend. Zudem sehen die Grünen einen erhöhten Verwaltungsaufwand sowie rechtliche Unsicherheiten, etwa bei Bargeldobergrenzen und Datenschutzfragen.
Nach Darstellung der Grünen sei die bisherige Auszahlung über Basiskonten rechtssicher und effizient. Statt einer Entlastung befürchtet die Fraktion zusätzliche Prüf- und Genehmigungsprozesse in der Verwaltung. Die Grünen empfehlen daher, an der bisherigen Praxis festzuhalten.
Entscheidung fällt im Rat
Mit dem Votum des Ausschusses liegt nun eine Empfehlung an den Rat der Stadt Sundern vor. Ob die Bezahlkarte tatsächlich eingeführt wird, entscheidet sich in der kommenden Ratssitzung am 5. März.







