
Sundern. Mit der Ankunft des letzten Rotorblatts ist eine besondere Transportphase für den Windpark „Sundern-Allendorf“ abgeschlossen. In der Nacht vom 21. auf den 22. Januar erreichte das 15. Rotorblatt den Anlagenstandort. Seit Anfang September 2025 waren die Bauteile in mehreren nächtlichen Schwertransporten ins Hochsauerland gebracht worden.
Großes Interesse entlang der Strecke
Die Transporte sorgten entlang der rund 19,5 Kilometer langen Route von der Umladefläche in Müschede über Hachen, Sundern und Amecke bis zum Windparkgebiet für großes öffentliches Interesse. Zahlreiche Anwohner verfolgten die Fahrten, die auch medial viel Aufmerksamkeit erhielten.
Um die Bevölkerung zu informieren, richtete der Projektentwickler PNE eine Projektwebsite ein. Dort wurden die Transporte angekündigt, allerdings konnten wetterbedingte kurzfristige Änderungen nicht immer tagesaktuell veröffentlicht werden.
Projekt- und Bauleiter Dipl.-Ing. Jens Peters betont: „Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Rücksichtnahme während der Transportnächte. Ebenso danken wir den beteiligten Unternehmen – insbesondere den Logistikfirmen Hofmann (Bladeliftertransport) und SLT Pusch (Streckenausbau und Transportbegleitung) – für die engagierte und professionelle Zusammenarbeit.“
Rotorblätter bis zu 80 Meter lang
Zum Einsatz kam ein spezieller Bladelifter, mit dem die bis zu knapp 80 Meter langen Rotorblätter angehoben und gedreht werden konnten, um enge Ortsdurchfahrten sowie Hindernisse zu passieren. Die Transporte bewegten sich mit sechs bis zwölf Kilometern pro Stunde und erforderten höchste Präzision sowie eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten.
Während die erste Fahrt im September rund neun Stunden dauerte, konnte die Transportzeit zuletzt auf etwa fünf Stunden reduziert werden.
Herausfordernde Witterung verlängerte Transportphase
Die Transportphase erstreckte sich insgesamt über rund viereinhalb Monate und war damit deutlich länger als die ursprünglich geplanten 2,5 bis 3 Monate. Dies war auf außergewöhnlich schwierige Witterungsbedingungen zurückzuführen, darunter zahlreiche Windausfalltage bei Böen von deutlich über 6 m/s, häufiger dichter Nebel, Glatteisbildung sowie Schneefall im Hochsauerlandkreis.
Diese Bedingungen machten eine sehr kurzfristige Planung und Terminierung der Transporte erforderlich. Teilweise mussten bereits angesetzte Transporte ein bis zwei Stunden vorher abgesagt oder neu angesetzt werden. Auch im weiteren Ablauf stellten die winterlichen Bedingungen eine Herausforderung dar. Aufgeweichte Wege und Feldüberfahrten in der Windparkzufahrt, vereiste Abschnitte im Windpark sowie Eisbildung an den Rotorblättern sowohl auf der Umladefläche als auch während der Fahrten erforderten die ganze Erfahrung der beteiligten Akteure.
Inbetriebnahmephase läuft
Trotz der anspruchsvollen und wetterbedingten Verzögerungen befinden sich die ersten Windenergieanlagen bereits in der Inbetriebnahmephase. Das neu errichtete Umspannwerk Leinschede rund acht Kilometer vom Windpark entfernt wurde am 22. Januar 2026 erfolgreich in Betrieb genommen. In den kommenden Wochen werden alle fünf Anlagen ans Netz gehen und sauberen Strom einspeisen. Bis Ende März 2026 sollen alle Windenergieanlagen des Windparks „Sundern-Allendorf“ in Betrieb genommen sein.
In den letzten Tagen hat zudem der Rückbau der Umladefläche in Müschede sowie der temporären Platten- und Trackpanelstraßen im Windparkgebiet begonnen.




