Künstler Gunter Demnig verlegt weitere Stolpersteine in Arnsberg

Erin­ne­rung im Stadt­bild: Der Künst­ler Gun­ter Dem­nig ver­legt am 26. Janu­ar in den Stadt­tei­len Oeven­trop, Arns­berg, Hüs­ten und Neheim ins­ge­samt 19 neue Stol­per­stei­ne zur Erin­ne­rung an ermor­de­te jüdi­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. (Foto: Gun­ter Demning)

Arns­berg. An zahl­rei­chen Orten in der Stadt Arns­berg wird an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­nert. Eine beson­de­re Form der Erin­ne­rung ist die Ver­le­gung von so genann­ten Stol­per­stei­nen durch den Künst­ler Gun­ter Dem­nig. Am Mon­tag, 26. Janu­ar, ist der in Ber­lin gebo­re­ne Künst­ler jetzt erneut in Arns­berg zu Gast, um wei­te­re Stol­per­stei­ne zur Erin­ne­rung an getö­te­te Jüdin­nen und Juden aus der Stadt Arns­berg per­sön­lich zu ver­le­gen. In den Stadt­tei­len Oeven­trop, Arns­berg, Hüs­ten und Neheim sol­len dabei zunächst ins­ge­samt 19 Stol­per­stei­ne gesetzt werden.

Zunächst 19 Stolpersteine

Vor vie­len Jah­ren, am 14. August 2010, hat­te Gun­ter Dem­nig bereits Stol­per­stei­ne in der Stadt ver­legt. Es war damals beab­sich­tigt, wei­te­re fol­gen zu las­sen. In den Fol­ge­jah­ren wur­den zahl­rei­che neue Erkennt­nis­se über Juden unse­rer Stadt gewon­nen. So ließ sich auch das bis dahin unbe­kann­te Schick­sal der 1935 in Arns­berg gebo­re­nen Edith Grü­ne­berg auf­klä­ren. Sie wur­de 1942 im Alter von sie­ben Jah­ren depor­tiert und im Ver­nich­tungs­la­ger Maly Tros­ti­nez bei Minsk (Bela­rus) ermor­det. Das Arns­ber­ger Stadt- und Land­stän­de­ar­chiv unter­stütz­te inten­siv die Recher­chen einer Arbeits­grup­pe (mit Peter Klei­ne, Rei­ner Ahl­born und Micha­el Gos­mann). Die­se fand kom­pe­ten­te Ver­stär­kung durch Moni­ka Nückel, Ali­cia Som­mer, Karl Georg Wunschan­sky, Bernd Rah­mann, Hel­mut Mel­ch­ert, Rupert Schul­te, Tors­ten Kapt­ei­ner und Lud­wig Hop­pe. Dadurch konn­ten inzwi­schen die Schick­sa­le von (Stand heu­te) 46 Opfern aus der heu­ti­gen Stadt Arns­berg geklärt werden.

46 Opfer-Schicksale geklärt

Auf Anre­gung des Hei­mat­bun­des Neheim-Hüs­ten stell­ten der Arns­ber­ger Hei­mat­bund, der Hei­mat­kreis Frei­heit Hüs­ten sowie der Arbeits­kreis Orts­ge­schich­te Oeven­trop am 16. Febru­ar 2025 gemein­sam einen Bür­ger­an­trag zur Bewer­bung um die Ver­le­gung neu­er Stol­per­stei­ne sowie zur Umset­zung wei­te­rer Maß­nah­men, die an die Ermor­dung jüdi­scher Mitbürger:innen aus Arns­berg erin­nern sol­len. Am 27. März 2025 wur­de die­ser Antrag vom Haupt- und Finanz­aus­schuss des Arns­ber­ger Stadt­ra­tes bera­ten und ein­stim­mig angenommen.

Politik stimmt zu

Der Künst­ler Gun­ter Dem­nig wird nun am 26. Janu­ar 2026 selbst noch ein­mal die Stadt Arns­berg besu­chen und an den vier Stel­len wei­te­re 19 Stei­ne per­sön­lich in das Pflas­ter vor den ehe­ma­li­gen Wohn­stät­ten ermor­de­ter Juden ein­set­zen. Die Ver­le­gung der übri­gen Stol­per­stei­ne erfolgt dann im Ver­lauf des Jah­res. Die Ver­le­gung der Stol­per­stei­ne durch den Künst­ler ist öffent­lich. Schüler:innen Arns­ber­ger Schu­len wer­den die Ver­le­gun­gen vor Ort mit­ge­stal­ten. Die Ver­le­gung beginnt um 12 Uhr in der Kirch­stra­ße 41 in Oeven­trop. Es folgt um 12.45 Uhr die Fort­set­zung der Akti­on am Alten Markt 3 in Arns­berg und dann um 13.30 Uhr in der Ade­nau­er­stra­ße 19 in Hüs­ten. An der Lan­gen Wen­de 75 in Neheim wer­den um ca. 14 Uhr die letz­ten Stol­per­stei­ne durch den Künst­ler per­sön­lich eingesetzt.

Hinweis

Die Zei­ten kön­nen sich je nach Wit­te­rung, Ver­kehrs­la­ge u.a. ver­schie­ben. Die Stadt Arns­berg freut sich über das Inter­es­se ihrer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger an der Akti­on und emp­fiehlt auf­grund der zeit­li­chen Enge zwi­schen den Ter­mi­nen nur einen der Ver­le­ge-Orte in der Stadt zu besuchen.

Die Stol­per­stei­ne kön­nen zudem nur in das Stra­ßen­pflas­ter ein­ge­las­sen wer­den, wenn die Tem­pe­ra­tu­ren nicht unter den Gefrier­punkt fal­len. Bei stär­ke­rem Frost muss der Ter­min kurz­fris­tig ent­fal­len und ein neu­er gefun­den werden.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt „Stol­per­stei­ne“ gibt der Künst­ler Gun­ter Dem­nig auf sei­ner Home­page www.stolpersteine.eu

 

 

 

 

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