„Das wären nochmals drei Jahre ohne Fortschritt und eher mit zusätzlichen Belastungen für die Hauptstraße“, merkte Georg Te Pass (CDU) an und fragte nach den vielen kleinen Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung, die die CDU im Sommer vorgeschlagen hatte – etwa einen Tisch, an dem man mal ein Butterbrot essen könne. „Wir tragen diese Vorschläge mit, aber wir brauchen ein Gesamtkonzept, egal, womit wir anfangen,“ sagte Ohlig. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts seien auch kleine Verbesserungen – neues Pflaster oder neue Abfalleimer – zuschussfähig. „Aber nur den Brunnen weg machen und fünf Bänke aufstellen reicht der Bezirksregierung nicht,“ so Ohlig. Über den Zeitplan könne man gerne diskutieren. Die Ruhrrenaturierung habe man vor allem deshalb ganz nach vorne gerückt, weil es derzeit noch hohe Zuschüsse gebe und man nicht wisse, wie lange noch. Momentan gibt es für Renaturierungen 80 Prozent und für städtebauliche Aufwertung 60 Prozent. Sundern würde aktuell als Haushaltssicherungskommune sogar jeweils noch einen Zuschlag von 10 Prozentpunkten bekommen.
„Da geht nix mehr“ ohne Hochwasserschutz
Ohlig stellte auch klar, dass der Hochwasserschutz nie das wichtigste Ziel der Innenstadtentwicklung gewesen sei, sondern eher ein Randaspekt. Gleichwohl bestehe die Verpflichtung, bis 2027 Engstellen und Flaschenhälse im Verlauf der Röhr zu beseitigen, und davon gebe es im Innenstadtbereich mehrere. Auch könne man die Karten der Bezirksregierung mit den Folgen eines hundertjährigen Hochwassers nicht einfach wegdiskutieren. Nach diesen Karten drohe weiten Teilen der Innenstadt in Extremsituationen eine Überflutung von einem halben, teils sogar einem ganzen Meter. Deshalb könne dort grundsätzlich auch erstmal nicht gebaut werden. „Das ist ja ganz neu, also geht da nix mehr ohne Hochwasserschutz?“, zeigte sich Marcus Schauerte (CDU) verblüfft.
„Bitte keine rein defizitorientierte Diskussion!“
Michael Stechele (SPD) nannte die vorgestellten Planungen gut durchdacht und forderte dazu auf, jetzt mehr die Chancen in den Fokus zu nehmen als die Risiken. Lars Ohlig warnte – auch mit Blick auf einige Leserbriefschreiber – vor einer „rein defizitorientierten Diskussion“. Wer diese Planung ablehne, müsse auch Alternativen aufzeigen können. Ein „Weiter so“ könne es nicht geben. Zumindest nicht, wenn man einige Grundannahmen teile. Zwei wesentliche Grundannahmen seien für ihn, dass der Internethandel die Geschäftslandschaft verändere und dass der demographische Wandel dazu führe, dass verstärkt ältere Leute ihre Häuser am Stadtrand verlassen und zurück in die Innenstadt ziehen wollen. Deshalb müsse die Innenstadt attraktiver werden – zum Shoppen, Bummeln und Verweilen, zum Wohnen und nicht zuletzt auch als attraktiver Endpunkt eines zukünftigen RöhrtalRadwegs für Touristen. Wer diese Grundannahmen nicht teile, der komme auch zu einem anderen Konzept.
„Der letzte Aufschlag“
Ohlig sagte auch, dass dieses Konzept nun das dritte sei nach 2007 und 2013 und dass es der letzte Aufschlag sein solle und auch sein müsse, wenn man noch etwas erreichen wolle. Und er merkte an, dass das Konzept noch nicht parzellenscharf sei und über jede Veränderung im Detail noch diskutiert werden könne. Auch die Gestaltung der Fußgängerbrücke – die Hans Klein (WiSu) „einen Hühnersteig in sieben Meter Höhe, über den ich niemals gehen werde“ nannte – sei noch völlig offen, außer dass es natürlich barrierefrei sein müsse. Ohlig forderte die Politiker auf, jetzt gemeinsam in eine Richtung zu gehen. Je breiter eine Zustimmung im Rat sei, desto weniger schwierig werde die Umsetzung.





