
Meschede. In einem Putenmastbetrieb am Hennesee besteht nach Angaben des Kreisveterinäramtes ein dringender Verdacht auf Geflügelpest (Aviäre Influenza). Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen (CVUA-Westfalen) habe in amtlich entnommenen Proben den Verdacht auf das Aviäre Influenzavirus A nachgewiesen.
Wegen der hohen Ansteckungsgefahr müssen rund 22.000 Putenhähne aus insgesamt vier Ställen getötet werden. Mit den Maßnahmen hat die Tierseuchenvorsorgegesellschaft nach Kreisangaben bereits am Sonntagmorgen begonnen.
Bestätigung durch Friedrich-Löffler-Institut steht noch aus
Parallel wurden weitere Proben an das nationale Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) geschickt. Sobald die Bestätigung vorliegt, müssen nach Aussage des Kreisveterinäramts Sperrzonen eingerichtet werden, in denen besondere Schutzmaßnahmen gelten. Dazu zählen – abhängig von der jeweiligen Zone – unter anderem:
- Stallpflicht
- Verbot des Verbringens von Geflügel, Eiern und Fleisch
- strenge Desinfektionsmaßnahmen
- Meldepflichten bei verendetem Geflügel
Mit einem Ergebnis des FLI wird „in wenigen Tagen“ gerechnet.
Empfehlung an Geflügelhalter in Meschede und Eslohe
Das Kreisveterinäramt empfiehlt allen Geflügelhaltern – insbesondere im Bereich der Stadt Meschede und der Gemeinde Eslohe –, ihr Geflügel vorsorglich eigenverantwortlich aufzustallen, um das Risiko einer Infektion zu reduzieren.








2 Kommentare
Die sehr vielen Fälle in geschlossenen Geflügelställen zeigen deutlich, dass Ställe vor Ausbreitung nicht schützen. Die Stallpflicht ist daher endlich auf den Prüfstand zu stellen! Sogar Frau Dr. Kluge vom BMELH erklärte auf Top agrar, es seien nicht die Kraniche gewesen, die das Virus in den Ställen verbreiteten. Effektive Maßnahmen wären: Generelle Testung vor Transport, denn Emissionen der Transportrouten stehen oft mit weiteren Ausbrüchen in Verbindung. Zudem würde man so bisher unentdeckte Herde in der Geflügelwirtschaft entdecken.
Auf Höchstleistung gezüchtetes Geflügel hat aufgrund der genetischen Verarmung ein mangelhaftes Immunsystem, steht überdies wegen Schmerzen und eine nicht artgerechte Haltung unter Dauerstress. Ein leichtes Spiel für Infektionskeime wie Viren und Bakterien! Schlimmer noch: Durch die schnellen Wirtspassagen bei dicht in den Ställen zusammenstehenden Tieren können sich Geflügelpestviren auch zu höherer Pathogenität entwickeln. Weltweiter Handel mit Bruteiern und Küken verschärft das Infektionsproblem in den Massentierhaltungen. Die Geflügelindustrie ist die Ursache für das Problem!