
Arnsberg. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Schon im kommenden Jahr steht die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Die FDP/SBL-Fraktion im Rat der Stadt Arnsberg will deshalb neue Wege im Wahlkampf gehen – und hat einen entsprechenden Antrag gestellt.
Konkret schlägt die Fraktion unter Vorsitz von Daniel Wagner (FDP) vor, zentrale Wahlplakatwände im gesamten Stadtgebiet einzurichten. Parteien und Wählergruppen sollen ihre Plakate künftig ausschließlich an diesen zentralen Standorten anbringen. Je nach Größe der Ortsteile wären ein oder mehrere Plakatwand-Standorte vorgesehen.
Einheitliches System – gleicher Platz für alle
Herzstück des Vorschlags ist ein einheitliches und gerechtes System: Jede zur Wahl zugelassene Gruppierung soll den gleichen Platzanteil erhalten – als Beitrag zur Chancengleichheit im demokratischen Wettbewerb. Denkbar sei zudem, frühere Wahlergebnisse „maßvoll“ zu berücksichtigen. Über Details soll nach dem Willen der FDP/SBL-Fraktion im Rat und in den Ausschüssen beraten werden.
„Mehr Fairness – und weniger Plakatflut“

Für Gerd Stüttgen (SBL), Ratsmitglied und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, liegen die Vorteile auf der Hand:
„Zentrale Plakatwände sorgen für mehr Fairness, da nicht mehr allein das Wahlkampfbudget über die Sichtbarkeit entscheidet. Gleichzeitig wird das Stadtbild deutlich aufgewertet – besonders in touristisch geprägten Bereichen. Statt einer unübersichtlichen ‚Plakatflut‘ entstehen Orte, an denen Wählerinnen und Wähler Programme, Personen und Positionen direkt vergleichen können.“
Auch die Verkehrssicherheit soll profitieren: Verrutschte oder falsch platzierte Plakate, die Sichtachsen beeinträchtigen, könnten so künftig vermieden werden.
Darüber hinaus verspricht sich die Fraktion weniger Materialeinsatz, weniger Müll und deutlich weniger Kontrollaufwand – sowohl für die Verwaltung als auch für die Parteien. Freiwerdende Ressourcen könnten dann anders genutzt werden: bei den Parteien etwa für mehr direkten Bürgerkontakt, beim kommunalen Ordnungsdienst für Aufgaben rund um Sicherheit und Ordnung.
Kostenmodell: Stadt geht in Vorleistung
Die Kosten für die Plakatwände sollen zunächst von der Stadt getragen und anschließend entsprechend der belegten Plakat-Anteile auf die Parteien verteilt werden.
Fraktionsvorsitzender Daniel Wagner fasst den Antrag so zusammen:
„Unterm Strich bedeutet der Vorschlag vor allem eines: Weniger Arbeit für alle – und einen Wahlkampf, der demokratischer, sicherer und stadtverträglicher ist.“











