Sundern/Arnsberg. Ein Autofahrer soll am Montag auf der B 229 zwischen Hachen und Müschede eine Rettungsgasse missbraucht und dabei mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Führerschein beschlagnahmt, die Ermittlungen laufen.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 11:10 Uhr: Eine Rettungswagenbesatzung war mit Sonder- und Wegerechten von Hachen in Richtung Müschede unterwegs, als der Fahrer eines Pkw mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit vor dem Rettungswagen fuhr und die sich bildende Rettungsgasse für eigene Zwecke nutzte. Innerhalb der Rettungsgasse soll er mehrere Fahrzeuge überholt haben. Teilweise mussten entgegenkommende Verkehrsteilnehmer stark abbremsen und ausweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern.
Rettungsgassen sind ausschließlich für Einsatzfahrzeuge bestimmt
In Müschede hielt der Mann zunächst an, um den Rettungswagen passieren zu lassen. Anschließend setzte er seine Fahrt jedoch mit eingeschaltetem Warnblinklicht fort und folgte dem Rettungswagen laut Polizei erneut unter Nutzung der Rettungsgasse.
Der Fahrer konnte kurze Zeit später angetroffen werden. Er erklärte, er habe zuvor seinen Sohn nach einer Armverletzung aus dem Kindergarten gebracht; dort sei ihm gesagt worden, das Kind müsse ins Krankenhaus. Er habe angenommen, der Rettungswagen sei wegen desselben Einsatzes unterwegs und habe „folgen“ wollen.
Die Polizei bewertet das Verhalten dennoch als bewussten Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung: Eine Lebensgefahr für das Kind habe nach derzeitigen Erkenntnissen nicht bestanden. Durch die Fahrweise seien zahlreiche Unbeteiligte sowie die Rettungskräfte erheblich gefährdet worden.
Die Polizei erneuert in diesem Zusammenhang ihren Appell: Rettungsgassen sind ausschließlich für Einsatzfahrzeuge bestimmt. Wer sie missbraucht, riskiert schwere Unfälle – und konsequente strafrechtliche Folgen.







