HSK-SPD kritisiert Stopp bei Integrationskursen

Hoch­sauer­land­kreis. Die SPD im Hoch­sauer­land­kreis kri­ti­siert den vor­läu­fi­gen Stopp für neue Zulas­sun­gen zu frei­wil­li­gen Inte­gra­ti­ons­kur­sen. Das dem Innen­mi­nis­te­ri­um unter­stell­te Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flüchtlinge(BAMF) hat­te die Maß­nah­me ange­kün­digt, um Kos­ten zu sparen.

Kritik aus der SPD

Nach Anga­ben der HSK-SPD betrifft der Stopp vor allem Asyl­be­wer­ber, Gedul­de­te und EU-Bür­ger, die der­zeit kei­nen geför­der­ten Inte­gra­ti­ons­kurs begin­nen kön­nen. Wei­ter­hin teil­neh­men kön­nen dem­nach Per­so­nen, die Leis­tun­gen bezie­hen und eine Ver­pflich­tung durch das Job­cen­ter oder die Aus­län­der­be­hör­de erhal­ten haben.

Die stell­ver­tre­ten­de SPD-Land­rä­tin Natha­lie Evers-Stumpf kri­ti­siert die Ent­schei­dung. Men­schen, die bereits arbei­ten, müss­ten Inte­gra­ti­ons­kur­se häu­fig selbst bezah­len oder auf Unter­stüt­zung ihrer Arbeit­ge­ber hoffen.

Sprachkurse mit hohen Kosten

Ein all­ge­mei­ner Inte­gra­ti­ons­kurs umfasst in der Regel 600 Unter­richts­ein­hei­ten zum Sprach­er­werb mit dem Ziel­ni­veau B1. Hin­zu kommt ein Ori­en­tie­rungs­kurs mit 100 Unter­richts­stun­den, in dem unter ande­rem Rechts­ord­nung, Geschich­te und gesell­schaft­li­che Grund­la­gen ver­mit­telt werden.

Der Kos­ten­bei­trag liegt der­zeit bei 2,29 Euro pro Unter­richts­stun­de. Bei ins­ge­samt 700 Stun­den ent­ste­hen so Kos­ten von rund 1600 Euro. Nach Ein­schät­zung der SPD könn­ten sich vie­le Beschäf­tig­te im Nied­rig­lohn­sek­tor die­se Sum­me kaum leis­ten. Neben den all­ge­mei­nen Kur­sen gibt es zudem Alpha­be­ti­sie­rungs­kur­se oder spe­zi­el­le Inte­gra­ti­ons­kur­se mit höhe­rem Stundenumfang.

SPD warnt vor Folgen für Integration

Die SPD im Hoch­sauer­land­kreis sieht in der Ent­schei­dung mög­li­che Aus­wir­kun­gen auf Inte­gra­ti­on und Arbeits­markt. „Wer arbei­ten will, wer eine Aus­bil­dung begin­nen oder sich gesell­schaft­lich ein­brin­gen möch­te, braucht soli­de Sprach­kennt­nis­se“, sagt Evers-Stumpf.

Auch Anke-Eli­sa­beth Schoen, Bei­sit­ze­rin im Vor­stand der HSK-SPD und gemein­sam mit Natha­lie Evers-Stumpf, Spre­che­rin des Arbeits­krei­ses Bil­dung, kri­ti­siert den Kurs­stopp deut­lich. „Die nun aus­ge­schlos­se­nen Grup­pen sind viel­fach bereits in Beschäf­ti­gung und wer­den hin­sicht­lich des Sprach­er­werbs bestraft“, sagt sie. Das sen­de ein fal­sches poli­ti­sches Signal, weil Inte­gra­ti­on und Arbeits­markt glei­cher­ma­ßen geschwächt würden.

Diskussion auch auf Bundesebene

Kri­tik an der Ent­schei­dung gibt es auch auf Bun­des­ebe­ne. Der par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Dirk Wie­se, erklär­te, inner­halb der Koali­ti­on wer­de an einer Lösung gearbeitet.

Zugleich betont die SPD die Bedeu­tung von Arbeit für eine gelin­gen­de Inte­gra­ti­on. Beschäf­ti­gung för­de­re Sprach­kennt­nis­se, gesell­schaft­li­che Teil­ha­be und Selbstständigkeit.

Träger warnen vor Folgen

Neben Migran­tin­nen und Migran­ten sehen auch Trä­ger von Inte­gra­ti­ons­kur­sen die Ent­wick­lung kri­tisch. Sie berich­ten von mög­li­chen Kurs­aus­fäl­len und finan­zi­el­ler Unsi­cher­heit. Für frei­be­ruf­li­che Lehr­kräf­te kön­ne ein Rück­gang der Kur­se Ein­kom­mens­ver­lus­te bedeuten.

Nach Ansicht der HSK-SPD braucht es daher eine lang­fris­ti­ge Pla­nungs­si­cher­heit für Trä­ger sowie sta­bi­le Arbeits­be­din­gun­gen für Lehr­kräf­te im Bereich der Integrationskurse.

 

 

 

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