- Anzeige -

WiSu kri­ti­siert: Wind­kraft-Visua­li­sie­rung ver­fälscht Rea­li­tät

Insgesamt fünf Vergleichsbilder hat WiSu-Ratsmitglied Andreas Bahde im raum Hövel/Kirchlinde von jeweils gleichen Standorten mit unterschiedlichen Brennweiten fotografiert.
Ins­ge­samt fünf Ver­gleichs­bil­der hat WiSu-Rats­mit­glied Andre­as Bah­de im Raum Hövel/Kirchlinde von jeweils glei­chen Stand­or­ten mit unter­schied­li­chen Brenn­wei­ten foto­gra­fiert.

Sun­dern. Die WiSu-Rats­frak­ti­on kri­ti­siert die in der ver­gan­ge­nen Woche öffent­lich gemach­te Visua­li­sie­rung von mög­li­chen Wind­kraft-Stand­or­ten im Sun­derner Stadt­ge­biet. Wegen der Ver­wen­dung eines Super­weit­win­kel­ob­jek­tivs sei die Dar­stel­lung ver­zer­rend und ver­klei­nernd und ent­spre­che nicht der Wahr­neh­mung des mensch­li­chen Auges. Das wer­de in der Kon­se­quenz wie­der dazu füh­ren, dass der Bür­ger sich nicht ernst genom­men füh­le, sagt WiSu-Frak­ti­ons­chef Hans Klein. Er habe im Foy­er der Schüt­zen­hal­le von ent­täusch­ten Bür­gern vie­le Kom­men­ta­re wie „Ver­ar­schung“, „Pan­ora­ma­bil­der“, „Volks­ver­dum­mung“ oder „Wir wer­den betro­gen“ ein­ge­sam­melt. Die WISU hat für die Rats­sit­zung am 13. Novem­ber eine Aus­spra­che gefor­dert und „distan­ziert sich jetzt schon von die­ser unrea­lis­ti­schen Dar­stel­lung der Wind­kraft“.
 

Hans Klein: „Alle Bil­der ver­fäl­schen die Rea­li­tät“

Alle Bilder mit 18 mm Kamerabrennweite verfälschen die Realität, sagt WiSu-Fraktionschef Hans Klein.
„Alle Bil­der mit 18 mm Kame­rab­renn­wei­te ver­fäl­schen die Rea­li­tät“, sagt WiSu-Frak­ti­ons­chef Hans Klein.

„Es sind vie­le Bil­der gemacht wor­den, aber alle ver­fäl­schen die Rea­li­tät,“ schreibt Klein als Kom­men­tar zu einem face­book-Bei­trag, denn auch im Netz wird das The­ma bereits dis­ku­tiert. Auf ihrer Web­sei­te mel­det die WiSu „Empö­rung“ über die  Visua­li­sie­rung der Wind­kraft in Sun­dern, die am Don­ners­tag in einer Bür­ger­ver­samm­lung in einer fast bis auf den letz­ten Platz gefüll­ten Schüt­zen­hal­le über die Büh­ne ging. WiSu-Frak­ti­ons­mit­glied Andre­as Bah­de hat eine Rei­he von Ver­gleichs­bil­dern ins Netz gestellt, die am Bei­spiel der Wind­rä­der bei Hövel die Unter­schie­de von 18 und 55 Mil­li­me­ter Brenn­wei­te deut­lich wer­den las­sen.

„Selt­sa­mes Gefühl einer beun­ru­hi­gen­den Beru­hi­gung“

Rund zwei Jah­re nach dem Ver­spre­chen an die Wind­kraft­geg­ner, mit­tels Visua­li­sie­rung der Bevöl­ke­rung einen Ein­druck über die opti­sche Wir­kung von Wind­kraft­an­la­gen in der Land­schaft von Sun­dern zu ver­mit­teln, sei die Ver­an­schau­li­chung sei­tens der Stadt end­lich erfolgt, schreibt die WiSu auf ihrer Web­sei­te und wer­tet den Vor­trag des Sun­derner Stadt­pla­ners Lars Ohlig als „sehr sach­lich“. Die Zuhö­rer hät­ten aller­dings größ­ten­teils auf die Ein­drü­cke gewar­tet, wie es wohl künf­tig in ihrem Wohn­ort aus­se­hen wer­de. Als dann Bil­der von eini­gen Stand­punk­ten gezeigt wur­den, hät­ten die­se, so Ori­gi­nal­ton WiSu, „ein selt­sa­mes Gefühl einer beun­ru­hi­gen­den Beru­hi­gung“ hin­ter­las­sen.

Fra­ge nach dem Sinn der Ver­an­stal­tung

Wei­ter schreibt die WiSu: „Die­ses Gefühl hielt nur, bis von Rats­ver­tre­ten der WiSu nach­ge­fragt wur­de, was denn tat­säch­lich eine Auf­nah­me mit einem Super­weit­win­kel­ob­jek­tiv von 18mm bedeu­tet. Am Diens­tag im Aus­schuss war den Aus­schuss­mit­glie­der fälsch­li­cher­wei­se – auch auf Rück­fra­ge – die Zahl von 55 mm genannt wor­den. Die Prä­sen­ta­to­ren muss­ten ein­ge­ste­hen, dass 18 mm nicht dem mensch­li­chen Auge ent­spricht, son­dern eher die 55 mm. Super­weit­win­kel­ob­jek­ti­ve füh­ren bei Land­schafts­fo­to­gra­fie zu einer Ver­zer­rung und zu einer Ver­klei­ne­rung von Objek­ten in der Fer­ne. Da auch die anschlie­ßen­de 3D-Ani­ma­ti­on auf die­sem 18mm Objek­tiv beruh­te, frag­ten sich vie­le nach dem Sinn und der Ziel­rich­tung der Ver­an­stal­tung.“
„Lieb­ling, ich hab die Wind­kraft geschrumpft!“, schreibt Hans Klein in einem ande­ren Face­book-Bei­trag in Anleh­nung an einen eigent­lich ganz lus­ti­gen Film. Zum Lachen ist ihm aller­dings nicht zu Mute. Ein ande­rer Face­book-User hat sei­nen Humor nicht ver­lo­ren Er for­dert: „Die Stadt Sun­dern soll­te dem­nächst an alle Urlau­ber und Besu­cher eine Bril­le aus­ge­ben, die unse­re Land­schaft in 18 mm Weit­win­kel erschei­nen lässt.“
 

Tei­len Sie die­sen Bei­trag oder unter­stüt­zen Sie unse­re jour­na­lis­ti­sche Arbeit via Paypal:

Beitrag kommentieren:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

- Anzeige -
Anzeige
- Anzeige -

Kontakt zur Redaktion

redaktion@blickpunktASM.de