Vor 75 Jahren traf Neheim die Möhnekatastrophe

Die Men­schen in der Regi­on spür­ten die Fol­gen der Zer­stö­rung noch mona­te­lang: Die Ver­sor­gung mit Trink­was­ser war durch die Beschä­di­gung der Stau­an­la­gen und Was­ser­wer­ke stark ein­ge­schränkt. Da vie­le Klär­an­la­gen eben­falls zer­stört oder beschä­digt waren, gelang­ten hoch belas­te­te Indus­trie­ab­wäs­ser unge­rei­nigt in die Flüs­se. In den Rüs­tungs­stand­or­ten Dort­mund, Bochum und Hagen lag die Pro­duk­ti­on durch den Aus­fall von Was­ser- und Elek­tri­zi­täts­wer­ken meh­re­re Tage lang still. Das NS-Regimes begann rasch mit dem Wie­der­auf­bau und setz­te dabei nahe­zu 4000 über­wie­gend aus­län­di­sche Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­ter ein. Bereits im Sep­tem­ber 1943 konn­te die Möh­n­etal­sper­re wie­der ein­ge­staut wer­den. Mit dem Wie­der­auf­bau der eben­falls beschä­dig­ten Grund­ab­läs­se begann der Ruhr­ver­band aller­dings erst 1950. Anschlie­ßend wur­de als Ersatz für das bei dem Angriff zer­stör­te Haupt­kraft­werk ein neu­es Werk am Aus­lauf des frü­he­ren Umlei­tungs­stol­lens für Möh­ne und Heve errich­tet. Das alte Neben­kraft­werk wur­de abge­tra­gen und – zusam­men mit einem deut­lich ver­grö­ßer­ten Aus­gleichs­wei­her – eben­falls durch ein neu­es Kraft­werk 400 Meter west­lich der alten Posi­ti­on ersetzt.

Auch die nord­hes­si­sche Eder­tal­sper­re wur­de bei dem Angriff zer­stört; hier fan­den Dut­zen­de Men­schen den Tod. Die Absperr­bau­wer­ke der übri­gen ange­grif­fe­nen Tal­sper­ren wur­den zwar teil­wei­se stark beschä­digt, bra­chen aber nicht. Zur Abwehr erneu­ter Bom­bar­de­ments erhiel­ten die Tal­sper­ren im Sau­er­land in der Fol­ge Flak­stel­lun­gen; aller­dings wur­den bis Kriegs­en­de kei­ne wei­te­ren geziel­ten Angrif­fe auf Tal­sper­ren mehr unternommen.

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