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Ver­trä­ge für Arns­berg-Mesche­der Kran­ken­haus­fu­si­on sind unter­zeich­net

Mit ihren Unter­schrif­ten unter dem Fusi­ons­ver­trag haben Wen­ne­mar Frei­herr von Fürs­ten­berg (Stif­tung Caro­li­nen-Hos­pi­tal), Dr. Chris­ti­an Glo­ria (St. Johan­nes- und Maria-Stif­tung), Wer­ner Kem­per, Vol­ker Koch (bei­de Kli­ni­kum Arns­berg) sowie Hart­mut Hag­mann (Ale­xia­ner Misericordia/St. Wal­bur­ga-Kran­ken­haus) (von links nach rechts) den Kran­ken­haus­zu­sam­men­schluss offi­zi­ell besie­gelt. (Foto: Kli­ni­kum)

Arnsberg/Meschede. Die Kran­ken­häu­ser in Arns­berg und Mesche­de arbei­ten künf­tig unter dem Dach einer gemein­sa­men Kran­ken­haus­ge­sell­schaft zusam­men. Dazu haben die Ale­xia­ner sowie das Kli­ni­kum Arns­berg eine stra­te­gi­sche Alli­anz geschlos­sen. „Ziel ist es, künf­tig gemein­sam eine brei­te und hoch­wer­ti­ge medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung im schwie­ri­gen Ver­sor­gungs­ge­biet des Hoch­sauer­land­kreis zu sichern und aus­zu­bau­en”, hieß es am Frei­tag auf einer Pres­se­kon­fe­renz in Mesche­de. Für die Beleg­schaf­ten gilt ein Kün­di­gungs­schutz. Die Ver­trags­part­ner sichern zu, aus Anlass der Fusi­on kei­ne betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen aus­zu­spre­chen. Ver­set­zun­gen zwi­schen den Stand­or­ten könn­ten aber in Ein­zel­fäl­len nicht aus­ge­schlos­sen wer­den.

Ver­trä­ge besie­gelt

Mit ihren Unter­schrif­ten unter dem Fusi­ons­ver­trag haben Wer­ner Kem­per, Spre­cher der Geschäfts­füh­rung des Kli­ni­kums Arns­berg, Vol­ker Koch, Geschäfts­füh­rer des Kli­ni­kums Arns­berg, Hart­mut Hag­mann, Regio­nal­ge­schäfts­füh­rer der Ale­xia­ner Miser­i­cor­dia GmbH und Geschäfts­füh­rer des St. Wal­bur­ga-Kran­ken­hau­ses Mesche­de, Wen­ne­mar Frei­herr von Fürs­ten­berg, Kura­to­ri­ums­vor­sit­zen­der der Stif­tung Caro­li­nen-Hos­pi­tal sowie Dr. Chris­ti­an Glo­ria, Kura­to­ri­ums­mit­glied und Bevoll­mäch­tig­ter der St. Johan­nes- und Maria-Stif­tung, bereits am Mitt­woch die gemein­sa­me Zukunft offi­zi­ell besie­gelt. Die bis­he­ri­gen Trä­ger­stif­tun­gen des Kli­ni­kums Arns­berg, die St. Johan­nes- und Maria-Stif­tung sowie die Stif­tung Caro­li­nen-Hos­pi­tal Hüs­ten, wer­den künf­tig jeweils einen Anteil von 36,05 % am Zusam­men­schluss hal­ten. Die Ale­xia­ner Miser­i­cor­dia GmbH Kran­ken­haus­trä­ger­ge­sell­schaft hält 27,9 % der Gesell­schafts­an­tei­le und bleibt so lang­fris­tig als star­ker Part­ner in und für die Regi­on erhal­ten. Der Ver­trag hat eine Min­dest­lauf­zeit von 30 Jah­ren.

Posi­ti­ves Votum der Gesell­schaf­ter

Vor­aus­ge­gan­gen waren der Ver­trags­un­ter­zeich­nung bereits in der letz­ten Woche Bera­tun­gen der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lun­gen der Kli­ni­kum Arns­berg GmbH sowie der Ale­xia­ner-Miser­i­cor­dia GmbH. Bei­de Ver­samm­lun­gen waren, wie es heißt, „von der regio­nal his­to­ri­schen Trag­wei­te der anste­hen­den Ent­schei­dung geprägt” und hat­ten sich nach inten­si­ver und kon­struk­ti­ver Dis­kus­si­on im Ergeb­nis ein­stim­mig für die Fusi­on aus­ge­spro­chen.

Stra­te­gie jetzt mit Leben fül­len

Infor­mier­ten mit einer Pres­se­kon­fe­renz über den Zusam­men­schluss: Hart­mut Hag­mann„ Wer­ner Kem­per, Heinz Hückel­heim, Vor­sit­zen­der der Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung St. Wal­bur­ga, Anja Rapos, Geschäfts­füh­re­rin St. Wal­bur­ga und Vol­ker Koch, Geschäfts­füh­rer Kli­ni­kum. (Foto: Kli­ni­kum)

Sehr zufrie­den zeig­ten sich bei der Pres­se­kon­fe­renz die Geschäfts­füh­rer. „Ich hal­te es für einen not­wen­di­gen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Schritt, sich gemein­sam und damit gestärkt für die wach­sen­den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft auf­zu­stel­len“, sag­te Kem­per. „Das Zen­tren- und Stand­ort­kon­zept liegt vor und ist kom­mu­ni­ziert. Dies gilt es jetzt mit Leben zu fül­len und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den Pro­zess ein­zu­be­zie­hen und ihr Wis­sen und ihre Erfah­rung in die Aus­ge­stal­tung der künf­ti­gen Ver­sor­gungs­struk­tu­ren ein­zu­bin­den“, ergänz­te Hag­mann und fügt an: „Die Arbeit geht jetzt erst rich­tig los“.

Stand­ort­si­che­rung durch Veto­recht

Hag­mann infor­mier­te auch dar­über, dass für den Stand­ort St. Wal­bur­ga-Kran­ken­haus Mesche­de in den geschlos­se­nen Ver­trä­gen beson­de­re Schutz­rech­te fest­ge­schrie­ben sei­en. Dem­nach kön­ne von der gemein­sa­men Kran­ken­haus­ge­sell­schaft künf­tig kei­ne Schlie­ßung und Umwand­lung des Mesche­der Kran­ken­haus­stand­or­tes beschlos­sen wer­den, da dies einer vor­he­ri­gen Zustim­mung der Ale­xia­ner Miser­i­cor­dia GmbH bedür­fe. Glei­che Schutz­rech­te bestün­den für die bis­he­ri­gen Trä­ger­stif­tun­gen der Arns­ber­ger Stand­or­te.

Beleg­schaft im Auf­sichts­rat

Im neu­en Auf­sichts­rat der gemein­sa­men Kran­ken­haus-Gesell­schaft gibt es künf­tig zwölf Man­da­te – sie­ben Sit­ze für die bis­he­ri­gen Trä­ger­stif­tun­gen des Kli­ni­kums Arns­berg, zwei Sit­ze für die Ale­xia­ner  und drei bera­ten­de Sit­ze für die Mit­ar­bei­ter. „Die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tun­gen, also die aus demo­kra­ti­schen Wah­len her­vor­ge­gan­ge­nen Inter­es­sen­ver­tre­ter der Arns­ber­ger und Mesche­der Beleg­schaft, wer­den künf­tig mit ins­ge­samt drei Sit­zen im Auf­sichts­rat der gemein­sa­men Kran­ken­haus­ge­sell­schaft eine star­ke Posi­ti­on ein­neh­men und von Anfang an bei allen Ent­schei­dun­gen und Pla­nun­gen bera­tend betei­ligt”, so die Geschäfts­füh­rer. „Ein Ver­fah­ren, wel­ches sich bereits in Arns­berg bewährt hat, für die Mesche­der Beleg­schaft jedoch abso­lut neu ist. Die Mesche­der Beleg­schaft erhält dabei ein eige­nes Man­dat für die vol­le Wahl­pe­ri­ode der bestehen­den MAV und gewinnt somit nie dage­we­se­ne Mit­wir­kungs­rech­te in Orga­nen der neu­en Kran­ken­haus­ge­sell­schaft.”

Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren läuft noch

Die Zustim­mung der Geneh­mi­gungs­be­hör­den, der kirch­li­chen Stif­tungs­auf­sicht sowie die Auf­nah­me der neu­en gemein­sa­men Kran­ken­haus­ge­sell­schaft in den Kran­ken­haus­plan NRW ste­hen der­weil noch aus. Erst wenn die­se vor­lie­gen, wird die Fusi­on rechts­wirk­sam. Man arbei­tet dar­auf hin, bis Anfang des 4. Quar­tals 2017 die erfor­der­li­chen Geneh­mi­gun­gen auf dem Tisch zu haben.

Spe­ku­la­tio­nen Absa­ge erteilt

Kem­per und Hag­mann erklär­ten zudem, dass sie „gezielt und wie­der­holt geschür­ten Gerüch­ten, die den Erhalt des Stand­or­tes St. Wal­bur­ga-Kran­ken­haus als voll­wer­ti­ges Kran­ken­haus in Zwei­fel zie­hen”, aber­mals eine kla­re Absa­ge ertei­len. „Die am 14. Juni 2017 der Öffent­lich­keit vor­ge­stell­te zukünf­ti­ge Stra­te­gie zum Zen­tren-/Stand­ort­kon­zept ist inzwi­schen Gegen­stand der offi­zi­el­len Kran­ken­haus­pla­nung des Lan­des NRW. Das dazu gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Anhö­rungs­ver­fah­ren ist vom Minis­te­ri­um ein­ge­lei­tet und lässt kei­nen Raum für Spe­ku­la­tio­nen dar­über, ob das Kli­ni­kum Arns­berg sich Filet­stü­cke aus dem Wal­bur­ga-Kran­ken­haus zieht“, so Kem­per. Für die Zukunft sei es ent­schei­dend, dass aus zwei Kran­ken­haus-GmbHs ein gemein­sa­mes Kran­ken­haus­un­ter­neh­men mit gemein­sa­men Ver­sor­gungs­schwer­punk­ten in zwölf Zen­tren an den Stand­or­ten Arns­berg und Mesche­de ent­steht.

Eck­da­ten der gemein­sa­men Kran­ken­haus­ge­sell­schaft

Mit dem Zusam­men­schluss ent­steht ein Kli­ni­kum mit künf­tig

  • 927 Plan­bet­ten (226 St. Wal­bur­ga und 701 Kli­ni­kum Arns­berg)
  • rund 2250 Beschäf­tig­ten (ca. 1.750 Kli­ni­kum und ca. 500 St. Wal­bur­ga)
  • vier Stand­or­ten
  • jähr­lich ca. 41.000 sta­tio­när ver­sorg­ten Pati­en­ten (ca. 30.000 Kli­ni­kum und ca. 11.000 St. Wal­bur­ga).
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4 Kommentare zu Ver­trä­ge für Arns­berg-Mesche­der Kran­ken­haus­fu­si­on sind unter­zeich­net

  • Beim Betrach­ten die­ses Fotos https://www.blickpunkt-arnsberg-sundern-meschede.de/wp-content/uploads/2017/07/2017.07.21.arnsberg.klinikum2.jpg kom­men Text­frag­men­te aus Grö­ne­mey­ers „Lächeln”-Song in den Sinn:

    Ein Lächeln liegt auf die­sem Land,
    grinst uner­träg­lich igno­rant …

    Die digi­ta­le Mon­ta­ge von Dol­lar- resp. hier Euro-Sym­bo­len in die Augen der abge­bil­de­ten Prot­ago­nis­ten erüb­rigt sich.

  • Als Pati­ent in der neu­ro­glo­gi­schen Abtei­lung in Neheim hat­te ich eine leich­te Ver­let­zung durch Ver­brü­hung
    an einer Hand. Zur „Behand­lung” wur­de ich mit dem Taxi nach Alt-Arns­berg gebracht in die Ambu­lanz
    wegen der logis­ti­schen Auf­tei­lung der Kran­ken­häu­ser.

    Nach über drei Stun­den war ich mit dem Taxi zurück, inklu­si­ve eines „fach­män­ni­schen”, klei­nen Ver­ban­des.

    Die­se Art Kos­ten zu spa­ren leuch­tet wem ein????????

    Ein Gesund­heits­sys­tem darf nie wirt­schaft­lich wer­den sonst lan­den wir dort wo die USA jetzt ist.
    Die gan­zen Sub­ven­tio­nen aus der Land­wirt­schaft bit­te ins Gesund­heits­we­sen umlei­ten.

    Aus dem Pati­en­ten ist ja mitt­ler­wei­le schon der Kun­de gewor­den, der Boden ist berei­tet.

  • Irgend­wann wird es soweit sein, dass eine Schwan­ge­re aus Schmal­len­berg zur Ent­bin­dung nach Bochum ins „Berg­manns­heil” rei­sen muß – wegen der Wirt­schaft­lich­keit!
    Genau in die­se Rich­tung läuft der Trend der allei­ni­gen Aus­rich­tung nach Öko­no­mie.

  • Lei­der strahlt über allem mal wie­der das Wort „Gewinn­ma­xi­mie­rung”. Der Mensch zählt nur noch wenn die Zah­len stim­men.

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