
Hachen. Die SPD-Fraktion will die Unterbringung und Integration obdachloser Menschen neu ordnen und verbessern. Zur nächsten Ratssitzung bringt sie ein Maßnahmenpaket ein, das bestehende Konflikte entschärfen, die soziale Begleitung stärken und langfristig tragfähige Lösungen für alle Beteiligten schaffen soll.
„Obdachlosigkeit kann jeden treffen. Viele der heute Betroffenen standen vor wenigen Jahren noch mitten im Leben“, erklärt die Fraktion. Der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben gelinge nur mit professioneller Hilfe, klaren Strukturen und Akzeptanz im Umfeld – „nicht durch pauschale Vorwürfe oder Ausgrenzung“.
Hintergrund der Initiative ist die aktuelle Situation rund um die Obdachlosenunterkunft in Hachen, die nach Darstellung der SPD sowohl bei den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch in der Nachbarschaft zu Verunsicherung geführt hat. Zugleich kritisiert die Fraktion, dass Fehlverhalten Einzelner häufig dazu führe, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner in Mithaftung genommen würden. Das sei „weder gerecht noch zielführend“.
Trennung, Sanierungscheck und Standortprüfung gefordert
Inhaltlich setzt der Antrag unter anderem auf eine Professionalisierung der sozialen Betreuung obdachloser Menschen. Zudem fordert die SPD eine klare Trennung der Unterbringung von Obdachlosen und Asylsuchenden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überprüfung des Gebäudes an der Hochstraße 8: Vorgesehen sind eine Bestandsanalyse sowie eine Sanierungsprüfung.
Darüber hinaus soll ein neuer, sozialverträglicher Standort für eine Obdachlosenunterkunft geprüft werden. Begleitet werden soll dies durch einen transparenten Beteiligungs- und Informationsprozess, in den Politik, Verwaltung und die betroffenen Ortsteile einbezogen werden.
Auch für den aktuellen Standort in Hachen skizziert die SPD eine Perspektive: Sollte ein neuer Standort realisiert werden, könnte das bisherige Gebäude veräußert werden. An dessen Stelle könne ein Neubau entstehen – mit dem Ziel, Sozialwohnungen für Familien zu schaffen.
„Wir lassen weder die Nachbarschaft noch die obdachlosen Menschen allein“, betont die SPD-Fraktion. Der Antrag verbinde Ordnung, Hilfe und Integration, schaffe Transparenz, entlaste betroffene Quartiere und eröffne Perspektiven – für die Betroffenen ebenso wie für die Stadtgesellschaft.
