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Stück Alltagskultur stirbt: Jede sechste Kneipe seit 2007 geschlossen

Das letz­te Bier: Immer mehr Knei­pen, Restau­rants und Gast­stät­ten sind von der Schlie­ßung bedroht. Die Gewerk­schaft NGG warnt vor dem Ver­lust „von einem Stück All­tags­kul­tur“. (Foto: NGG)

Hoch­sauer­land­kreis. Knei­pe in Gefahr: Inner­halb von zehn Jah­ren haben 68 Gas­tro-Betrie­be im Hoch­sauer­land­kreis geschlos­sen. Zwi­schen 2007 und 2017 hat damit jede sechs­te Gast­stät­te, Knei­pe oder Eis­die­le zuge­macht. Zuletzt zähl­te der Kreis 363 gas­tro­no­mi­sche Betrie­be, wie die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten mit­teilt. Die NGG Süd­west­fa­len beruft sich hier­bei auf Zah­len des Sta­tis­ti­schen Lan­des­amts – und warnt vor einem wei­te­ren Knei­penster­ben. „Vom Fuß­ball­abend in der Bar bis zum Grün­koh­les­sen mit dem Sport­ver­ein – die Gas­tro­no­mie steht für ein Stück Lebens­qua­li­tät“, sagt NGG-Geschäfts­füh­re­rin Isa­bell Mura. Mit den Betriebs­schlie­ßun­gen ste­he nicht nur ein wich­ti­ger Teil der All­tags­kul­tur auf dem Spiel. Es sei­en auch etli­che Arbeits­plät­ze in der Regi­on in Gefahr.

Branche kämpft mit Fachkräftemangel

Mura macht für den Trend unter ande­rem die har­ten Arbeits­be­din­gun­gen in der Bran­che ver­ant­wort­lich. „Nachts und am Wochen­en­de hin­term Tre­sen zu ste­hen, das wol­len vie­le nicht mehr. Des­halb hat die Bran­che schon heu­te mit einem Fach­kräf­te­man­gel zu kämp­fen“, so die Gewerk­schaf­te­rin. Ein ent­schei­den­des Mit­tel gegen das „Gas­tro-Ster­ben“ sei des­halb, die Bran­che bei Löh­nen und Arbeits­be­din­gun­gen attrak­ti­ver zu machen. Mit einem Tarif­ver­trag, der NRW-weit für alle Restau­rants und Gast­stät­ten gilt, habe man hier „einen wich­ti­gen Schritt“ gemacht. Aller­dings müss­ten sich noch viel mehr Gas­tro­no­men dar­an halten.

„Mal wieder in die Kneipe gehen“

Aber auch den Wir­ten selbst feh­le oft ein Nach­fol­ger, um den Betrieb wei­ter­zu­füh­ren, so Mura. „Außer­dem müs­sen sich die Gas­tro­no­men gegen Plei­ten absi­chern. Dazu gehört das nöti­ge betriebs­wirt­schaft­li­che Know-how. Genau­so aber ori­gi­nel­le Ideen, wie man eine Gast­stät­te zum Treff­punkt für jun­ge Leu­te macht.“ Die Gewerk­schaft NGG sieht dabei auch die Ver­brau­cher in der Ver­ant­wor­tung. „Statt das Fei­er­abend­bier zuhau­se zu trin­ken, kann man ein­fach mal wie­der in die Knei­pe gehen. Das macht Spaß und ist gesel­li­ger“, so Mura weiter.
In ganz Nord­rhein-West­fa­len ging die Zahl der Gas­tro-Betrie­be nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes seit 2007 um gut elf Pro­zent zurück. Von damals rund 28.000 Restau­rants, Knei­pen und Gast­stät­ten waren im vor­letz­ten Jahr nur noch 24.900 geöffnet.

(Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung NGG)

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