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Schützen sorgen sich um traditionelle Feiern

Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg (l.) und sein neuer Amtsoberst für Sundern Volker Lange (3.v.l.). wiedergewählt wurden (v.l.) Rainer Leeygraf, Dietmar Werner, Peter Berger, Ferdinand Schulte. Foto: KSB Arnsberg
Kreis­oberst Diet­rich-Wil­helm Dön­ne­weg (l.) und sein neu­er Amts­oberst für Sun­dern Vol­ker Lan­ge (3.v.l.). wie­der­ge­wählt wur­den (v.l.) Rai­ner Ley­graaf, Diet­mar Wer­ner, Peter Ber­ger, Fer­di­nand Schul­te. Foto: KSB Arnsberg

Uen­trop. HSK-Land­rat Dr. Karl Schnei­der war rich­tig sau­er, als er für sein Gruß­wort bei der Kreis­de­le­gier­ten­ta­gung des Kreis­schüt­zen­bun­des Arns­berg in der Schüt­zen­hal­le Uen­trop ans Mikro­fon trat. Es waren aber nicht die Schüt­zen, die ihn in Rage gebracht haben, son­dern die Poli­tik aus des NRW-Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. „Im Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP) steht was ganz schlim­mes drin. Von den 328 Orten im HSK wären 300 Orte davon betrof­fen“, ärgert sich Schnei­der. „Es kann nicht sein, dass die in Düs­sel­dorf alles bes­ser wis­sen, als wir hier in unse­rer Hei­mat. Da wird ein­fach über loka­le und regio­na­le Gege­ben­hei­ten hin­weg ent­schie­den und die Men­schen und Kom­mu­nen bevor­mun­det“, betont Schneider.
Die fast 300 Dele­gier­ten der 57 Schüt­zen­ver­ei­ne im Kreis­schüt­zen­bund Arns­berg bestärk­ten sei­ne Aus­sa­gen mit viel Applaus. Kreis­oberst Diet­rich-Wil­helm Dön­ne­weg bringt die Plä­ne, für Orte unter 2000 Ein­woh­ner kei­ne Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten mehr zuzu­las­sen, auf den Punkt: „Ich habe das Gan­ze so ver­stan­den, dass es uns auf dem Land nicht mehr geben soll. Das Gebil­de der Hei­mat, der Hei­mat­ver­ei­ne und aller Insti­tu­tio­nen will man besei­ti­gen.“ Die Fra­ge ste­he dann im Raum: „Hei­mat, was ist das, was war das und wo war das?“

Kritik am „Bürokratiemonster“

Das The­ma LEP pass­te zum Ver­an­stal­tungs­ort Uen­trop, es ist einer mit der kleins­ten Orte Arns­bergs mit knapp 330 Ein­woh­nern. „Mit unse­ren 216 Mit­glie­der im Schüt­zen­ver­ein sind wir der Kul­tur­trä­ger des Ortes“, so Schüt­zen­haupt­mann Man­fred Hoch­stein. Ein wei­te­res The­ma war das „Büro­kra­tie­mons­ter“, dass unauf­hör­lich den Ver­ei­nen das ehren­amt­li­che Leben schwer macht. Arns­bergs Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel beklagt, dass tra­di­tio­nel­le Fei­ern dadurch nicht mehr statt­fin­den. „Die Gren­ze der Büro­kra­tie ist über­schrit­ten. Das Maß ist voll, was uns immer wei­ter auf­ge­bür­det wird“, so Vogel. Er zitier­te den Käm­me­rer aus Müns­ter: „Wenn in Aus­tra­li­en ein Bor­dell abbrennt, wird in Müns­ter ein Non­nen­klos­ter nach­ge­rüs­tet.“ Er for­der­te die Schüt­zen und Ver­ei­ne auf: „Aus dem Sauer­land muss eine Bewe­gung des Enga­ge­ment ent­ste­hen. Es wird kei­ne abso­lu­te Sicher­heit geben. Helft mit, dass es ein Maß hal­ten in der Büro­kra­tie gibt.“ Kreis­jung­schüt­zen­spre­cher Manu­el Pott berich­tet, dass die Jung­schüt­zen fast kei­ne Ver­an­stal­tun­gen mehr pla­nen, weil die behörd­li­chen Auf­la­gen viel zu hoch sind. Ein Schüt­zen­oberst meint: „Es kann nicht sein, dass man immer erst den Bür­ger­meis­ter ein­schal­ten muss, um eine Ver­an­stal­tung orga­ni­sie­ren zu können.“

Volker Lange neuer Amtsoberst für Sundern

Wah­len stan­den auch auf der Tages­ord­nung: Neu im Kreis­vor­stand wur­de Vol­ker Lan­ge gewählt. Der 44-jäh­ri­ge von der St.-Hubertus Schüt­zen­bru­der­schaft Ame­cke-Sor­pe­see ist der neue Amts­oberst des ehe­ma­li­gen Amtes Sun­dern. Er wur­de ein­stim­mig von den Dele­gier­ten gewählt. Ein­stim­mig­keit herrsch­te auch bei den Wah­len von Diet­mar Wer­ner als des stell­ver­tre­ten­der Kreis­oberst, Mar­tin Spra­ve als Schatz­meis­ter, Peter Ber­ger als Stadt­oberst Arns­berg, Rai­ner Ley­graaf als Stadt­oberst Neheim-Hüs­ten  und Fer­di­nand Schul­te als Amts­oberst Balve.

Kreisschützenfest der kurzen Wege in Arnsberg

Haupt­mann Peter Erb von der Arns­ber­ger Bür­ger­schüt­zen­ge­sell­schaft infor­mier­te die Dele­gier­ten über den Ablauf des Kreis­schüt­zen­fes­tes vom 19. bis 21. Sep­tem­ber 2014. „Es wird ein Fest der kur­zen Wege. Das Vogel­schie­ßen am Frei­tag und Sams­tag wer­det ihr live in der Stadt erle­ben. Es fin­det an der Fest­hal­le statt“, so Erb. Er ent­schul­dig­te sich jetzt schon für die Behin­de­run­gen durch die zahl­rei­chen Bau­stel­len im Stadt­teil Alt-Arns­berg. Musi­ka­lisch beglei­tet wur­de die Ver­samm­lung vom Blas­or­ches­ter der Arns­ber­ger Bür­ger­schüt­zen­ge­sell­schaft. Am Ende der Ver­an­stal­tung über­gab Schüt­zen­oberst Johan­nes Bet­te aus Oeven­trop – im Grenz­ort Uen­trop zwi­schen Alt-Arns­berg und Oeven­trop – sym­bo­lisch das Kreis­schüt­zen­fest an Haupt­mann Peter Erb – musi­ka­lisch unter­stützt durch das Frei­wil­li­ge Tam­bour­korps Oeven­trop und das Tam­bour­corps der Arns­ber­ger Bür­ger­schüt­zen­ge­sell­schaft. Die nächs­te Kreis­de­le­gier­ten­ver­samm­lung fin­det am 14. März 2015 bei der Schüt­zen­bru­der­schaft Sto­ckum statt.
 

Der neue Amtsoberst Sundern Volker Lange, 44 Jahre, Maler- und Lackierer-Meister aus  Amecke. (Foto. KSB)
Der neue Amts­oberst Sun­dern Vol­ker Lan­ge, 44 Jah­re, Maler- und Lackie­rer-Meis­ter aus Ame­cke. (Foto. KSB)

Interview

 
Fra­ge: Wann stand fest, dass sie das Amt übernehmen?
Vol­ker Lan­ge: Im Okto­ber 2013 hat man mich gefragt und ich war sofort dabei. Ich bin ger­ne in der Schüt­zen­bru­der­schaft. Mein Wunsch war es immer in einem Ver­eins­vor­stand mitzuarbeiten.
Wie lan­ge sind sie schon Schützenbruder?
Vol­ker Lan­ge. Ja, eigent­lich erst seit drei Jah­ren. Ich war vor­her in ande­ren Ver­ei­nen aktiv tätig. Nun habe ich Zeit mich dem Schüt­zen­we­sen inten­siv zu widmen.
Was erwar­ten sie als Amtsoberst?
Vol­ker Lan­ge Ich freue mich ein­fach für die acht Ver­ei­ne im Amt Sun­dern der Spre­cher im Kreis zu sein. Ich ken­ne die Ver­ei­ne durch unse­re Freund­schafts­be­su­che. Diet­mar Wer­ner hat mir schon eini­ges erklärt und gezeigt. Ich bin ein Vereinsmensch.

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