Bürgermeister Lins sagte, dass es sich hier um ein Freibad handele, dass bereits seit fünf Jahren geschlossen. sei. da müsse man auch der Bürgerschaft gegenüber ehrlich sein und sagen, dass das Bad nicht reaktivierungsfähig sei. Die Diskussion habe man bereits 2008 und 2009 geführt, bevor man sich 2010 entschlossen hätte, das Bad im Sommer nicht zu öffnen. Er selbst habe oft genug in dem Bad gestanden, dass damals bereits 40 Jahre alt gewesen sei und einen erheblichen Investitionsstau gehabt habe. Bereits damals habe man den Mangel verwaltet und er sei nach jeder Saison froh gewesen, wenn nichts passiert sei. Der Bürgermeister berichtete auch, dass die Freibadtechnik nicht mehr vorhanden sei. Weil sie vor sich hin rostete und man noch etwas Geld habe retten wollen, sei sie teils verkauft, teils verschrottet worden. Eine Nachricht, die für viele Ratsmitglieder offensichtlich neu war und zu der Lins zusätzliche Informationen nachreichen will.
Lange: „Unredlich, der BI Hoffnungen zu machen“
Lins sagte, es sei letztlich egal, ob eine Reaktivierung, wie bisher nur „aus dem hohlen Bauch“ geschätzt, drei oder fünf Millionen koste und eine Sommersaison 250.000 oder 300.000 Euro, das seien Beträge, die von keinem Förderverein und auch von der Stadt Sundern nicht zu stemmen seien. Da habe Sundern dringendere Leuchttürme, etwa die Innenstadtentwicklung, und auch da müsse sich die Stadt mit Ausgaben beschränken. Unterstützung bekam Lins von hanns-Rüdiger Fehling: „Wenn der Förderverein eine Analyse will, soll er sie selbst liefern nach dem Motto ‚Wer bestellt, bezahlt‘,“ sagte der FDP-Poliiker und verwies darauf, dass Sundern Haushaltssicherungskommune ist. CDU-Fraktionschef Stefan Lange sagte, es wäre unrealistisch und unseriös, der Initiative Hoffnung zu machen, dass die Stadt Sundern hier Geld in die Hand nehmen werde. Die Stadt solle aber der BI Informationen geben und die Fakten auf den Tisch legen.
Stechele: „Erwartungen an Holländer enttäuscht“
SPD-Fraktionschef Michael Stechele sagte, er habe Verständnis, wenn jetzt Bürger in Wut geraten. Die Notwendigkeit, eine Möglichkeit für öffentliches Schwimmen zu schaffen, sei doch Konsens aller Parteien. 2010 habe man sich entschieden, bessere Möglichkeiten dafür mit den Holländern im Rahmen des Ferienparks zu suchen. Diese Erwartungshaltung sei inzwischen und vermutlich auf Dauer enttäuscht. Das dafür vorgesehene Geld sei inzwischen für die Sorpepromenade verbaut. Deshalb, so Stechele, solle sich die Stadt jetzt mit dem Förderverein zusammensetzen und in aller Ruhe und sachlich über Konzepte etwa auch eines Naturfreibads diskutieren. Auch Guido Simon von den Grünen sprach sich für eine wohlwollende Begleitung der Aktivitäten des Fördervereins aus. Christoph Schulte von der WISU sagte: „Die Bürgerinitiative hat sich gegründet, die muss man wahrnehmen.“
Ärger über „Pamphlet“ der BI
Bürgermeister Lins hatte zuvor gesagt, dass er von der Existenz der Bürgerinitiative bisher nur aus der Zeitung wisse. Bei ihm habe noch niemand angeklopft. Lins beklagte auch ein „Pamphlet“, dass die BI an Schulen verteilt hat. Klaus Tolle, langjähriger Vorsitzender des Planungsausschusses, der sich wiederholt für das Freibad stark gemacht hat, nannte dieses Flugblatt „Starken Tobak!“. Wenn dort von Trauer und Wut gesprochen werde, weil Politiker durch schlampigen Umgang mit Steuergeldern den Bürgern ihr Freibad genommen hätten, sei das für ihn „nicht in Ordnung, unredlich und enttäuschend“. FDP-Fraktionschefin Dorothee Thiele unterstützte Tolle. Wohl kein Thema sei in den letzten zehn Jahren so umfassend behandelt worden wie dieses, wenn da jetzt behauptet werde, der Bürger sei nicht informiert, sei das wirklich starker Tobak.








