Bürgermeister Ralph Brodel erklärte, dass er sich in Sachen Röhrtalbahn vom Saulus zum Paulus gewandelt habe. Als er nach Sundern kam, habe er die Reaktivierung abgelehnt. Nach langen Diskussion mit Experten und der eigenen Verwaltung sehe er in der Entscheidung für die Röhrtalbahn eine echte Zukunftsentscheidung. Toni Becker, Fraktionschef der Grünen, die die Röhrtalbahn mit ihrem Antrag neu auf die Tagesordnung gebracht haben, weil viele Neulinge in Rat und Verwaltung die alte Diskussion nicht miterlebt haben, machte deutlich, dass die Frage nicht Röhrtalbahn oder Röhrtalradweg laute, sondern dass man beides wolle. Arnsbergs Stadtplanerin Dr. Birgitta Plaß berichtete von den Plänen Arnsbergs, am Neheim-Hüstener Bahnhof, der in Kürze von der Bahn umfassen modernisiert werde, eine zentrale Mobilitätsstation zu errichten mit Umsteigemöglichkeiten nicht nur auf Bus und bahn, sondern auch auf E‑Bikes und car-Sharing. Auch aus Sicht des Hochsauerlandkreises liegt die Zukunft der Mobilität bei einem integrierten System mit dem Zusammenspiel verschiedener Angebote.
Offene und ehrliche Diskussion gefordert
Seitens der Politiker gab es viele Fragen, vom Lärmschutz über die Bahnübergänge bis zum Schülerverkehr. Einige äußerten Skepsis, sie könnten den Vorteil gegenüber dem bestehenden Busverkehr noch nicht erkennen, wie etwa Sebastian Booke (CDU) oder Rüdiger Laufmöller (FDP), der bemängelte, dass unter den Experten nur Befürworer der Bahn seien. CDU-Fraktionschef Stefan Lange relativierte, die CDU Position sei nicht entweder Bahn oder Radweg, die Reaktivierung der Bahn könne eine Option sein. Andreas Bahde (BüSu) plädierte dafür, das Geschenk anzunehmen. Und Jürgen ter Braak (SPD) forderte eine offene und ehrliche Diskussion ein, in der niemand die andere Seite als Spinner abtue.
Einen Wermutstropfen hatte der Bürgermeister allen Bahnfreunden gleich zu Beginn verabreicht. Auch bei optimalen Ablauf dürften die ersten Zuge frühestens in 12 oder 13 Jahren fahren.
