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Paten gesucht für Aus­wei­tung von „Leucht­turm­pro­jekt” Pro­Be

Die Bürgerstiftung und ihre Projektpartner werben um Patenschaften zur Finanzierung der Ausweitung des ProBe-Projekts auf die Sekundarschulen. (Foto: Julia Pauli)

Die Bür­ger­stif­tung und ihre Pro­jekt­part­ner wer­ben um Paten­schaf­ten zur Finan­zie­rung der Aus­wei­tung des Pro­Be-Pro­jekts auf die Sekun­dar­schu­len. (Foto: Julia Pau­li)

Arns­berg. „Pro­Be ist ein Pro­jekt auf sehr hohem Niveau, ein Pro­jekt, das uns von ande­ren Städ­ten unter­schei­det und zum Anspruch Arns­bergs als Bil­dungs­stadt passt,” wür­digt Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel das „Pro­jekt Berufs­ori­en­tie­rung”, bei dem seit 2008 schon 1600 Haupt- und För­der­schü­ler der Arns­ber­ger Schu­len mit­ge­macht haben. „Ein Leucht­turm­pro­jekt”, fin­det auch Andre­as Brem­ke, Vor­sit­zen­der der Bür­ger­stif­tung Arns­berg, die Pro­Be von Anfang an finan­zi­ell unter­stützt hat. Weil Pro­Be im kom­men­den Schul­jahr auch auf die bei­den neu­en Sekun­dar­schu­len im Stadt­ge­biet aus­ge­dehnt wer­den soll, wirbt Brem­ke jetzt um Pro­jekt­pa­ten, die sich finan­zi­ell an den Zusatz­kos­ten betei­li­gen. Ange­spro­chen sind ins­be­son­de­re Hand­werks- und Indus­trie­be­trie­be, die sich mit einer Spen­de ab 300 Euro pro Jahr einen exklu­si­ven Erst­kon­takt mit den Aus­bil­dungs­platz­su­chen­den sichern kön­nen.

Werk­pra­xis schützt vor Fehl­ent­schei­dun­gen

2016-11-02-arnsberg-probe-logoKern­stück von Pro­Be sind zwei Werk­pra­xis­pha­sen, in denen die Neunt­kläss­ler jeweils sechs Wochen lang an einem Nach­mit­tag in der Woche ein Berufs­bild näher ken­nen ler­nen. Das kann im Berufs­bil­dungs­zen­trum (bbz) der Hand­werks­kam­mer oder beim Kol­ping-Bil­dungs­werk, in der gemein­sa­men Lehr­werk­statt der Indus­trie oder an den bei­den Berufs­kol­legs erfol­gen. Im bbz etwa wer­den die Berei­che Bau und Aus­bau, Holz sowie Far­be und Gestal­tung vor­ge­stellt. „Jeder der jun­gen Leu­te nimmt dabei etwas mit, was er selbst geschaf­fen hat,” sagt Meinolf Nie­mand, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer. Wie ein gera­de gedreh­ter Wer­be­film zeigt, sind aber auch Gar­ten­bau, Ver­kauf, Bäcker und Kon­di­tor oder Fri­seur im Ange­bot. Die Schü­ler sol­len fest­stel­len, was ihnen gefällt, aber auch, was ihnen nicht gefällt. Denn es sol­len Fehl­ent­schei­dun­gen bei der Berufs­wahl, Aus­bil­dungs­ab­brü­che und War­te­schlei­fen ver­mie­den wer­den.

Chan­ce für Betrie­be bei Jagd nach Köp­fen

Aber auch die Betrie­be sol­len bei der Jagd auf die Köp­fe pro­fi­tie­ren. Denn erst­mals gebe es in die­sem Jahr ins­ge­samt mehr Aus­bil­dungs­plät­ze als Bewer­ber, erläu­tert Klaus Bour­dick, Geschäfts­be­reichs­lei­ter der IHK Arns­berg, der vor allem für die klei­nen und kleins­ten Betrie­be eine Rie­sen­chan­ce sieht, wenn sie sich exklu­siv den Schü­lern prä­sen­tie­ren kön­nen.  „Eine Win-Win-Situa­ti­on für bei­de Sei­ten und damit unterm Strich auch ein Plus für die Stadt”, so der Bür­ger­meis­ter, der auch von den „tol­len Ein­drü­cken” schwärmt, die die bis­he­ri­gen Pro­Be-Schü­ler bei den Zer­ti­fi­kats­ver­lei­hun­gen auf ihn gemacht hät­ten. Seit 2008 haben jähr­lich zwi­schen 150 und 250 Schü­ler an der Werk­pra­xis-Pha­sen teil­ge­nom­men. In den letz­ten drei Jah­ren haben zwi­schen 84 und 88 Pro­zent durch­ge­hal­ten und sich das Zer­ti­fi­kat gesi­chert.

2014.02.09.Logo BürgerstiftungAls Pro­Be 2008 in Arns­berg als Pilot­pro­jekt star­te­te, war Berufs­ori­en­tie­rung an der Schu­le noch kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Inzwi­schen hat das Land flä­chen­de­ckend eine ver­pflich­ten­de Berufs­ori­en­tie­rung an den Schu­len ein­ge­führt. Das Land habe sogar zeit­wei­se über­legt, das Arns­ber­ger Pro­Be-Modell lan­des­weit ein­zu­füh­ren, berich­tet Arns­bergs Bür­ger­meis­ter von einem Gespräch mit dem zustän­di­gen Staats­se­kre­tär, doch sei es am Ende wohl zu teu­er gewe­sen. Ver­pflich­tend gibt es jetzt KAOA – „Kein Abschluss ohne Aus­bil­dung”. KAOA beginnt in der 7. Klas­se mit einer Ein­füh­rung ins The­ma und bie­tet in der 8. Klas­se ein drei­tä­gi­ges Betriebs­prak­ti­kum.

Wei­te­re Geld­quel­len erfor­der­lich

„KAOA hat auch Pro­Be ver­än­dert”, sagt Wer­ner Hell­wig, Geschäfts­füh­rer der Kol­ping-Bil­dungs­zen­tren. Auch die Arns­ber­ger Schü­ler neh­men jetzt zunächst an KAOA teil, das auch die frü­he­re ers­te Pro­Be-Pha­se ersetzt. Im Anschluss sorgt Pro­Be dann mit den bei­den Werk­pra­xis-Blö­cken für ein wesent­lich inten­si­ve­res Ken­nen ler­nen der Berufs­bil­der. Nach­teil ist, dass Pro­Be inzwi­schen auf die frü­he­re För­de­rung durch die Arbeits­agen­tur ver­zich­ten muss. Die Bür­ger­stif­tung ist da mit ver­stärk­tem Enga­ge­ment ein­ge­sprun­gen. Wenn jetzt aber auch die Sekun­dar­schü­ler dazu kom­men, sind wei­te­re Geld­quel­len erfor­der­lich. Des­halb sind die Pro­jekt­part­ner froh, jetzt das neue Paten­schafts­mo­dell vor­stel­len zu kön­nen.

„Wir rech­nen mit 200 bis 250 Schü­lern”

„Wir wol­len der Ver­än­de­rung der Schul­land­schaft Rech­nung tra­gen”, so Wer­ner Hell­wig. Denn die bei­den Sekun­dar­schu­len in Arns­berg, die vie­le der frü­he­ren Haupt- und Real­schu­len erset­zen, bekom­men ab Som­mer 2017 erst­mals 9. Klassen.Theoretisch kom­men dann pro Jahr bis zu 350 Schü­ler auf Pro­Be zu. Die Schul­lei­tun­gen wer­den aller­dings fil­tern. „Wer aufs Abitur zumar­schiert oder sei­nen Platz für die Bank­leh­re schon in der Tasche hat, der wird sich bei Pro­Be nicht wie­der­fin­den,” so Petra Schmitz-Her­mes, Geschäfts­füh­re­rin der Bür­ger­stif­tung.. „Wir rech­nen mit 200 bis 250 Schü­lern. Das mal 300 Euro, dann weiß jeder, wie­viel Geld wir brau­chen”, so Andre­as Brem­ke, der neben­bei anmerk­te, dass die Spen­de als Pro­jekt­pa­te auch von der Steu­er abge­setzt wer­den kann. Zudem sag­te er zu, dass die Bür­ger­stif­tung als zusätz­li­chen Anreiz zunächst bis Jah­res­en­de jede Spen­de eines Pro­jekt­pa­ten „matchen” wer­de, also die sel­be Sum­me noch­mals drauf­le­gen.

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