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Notfall- und Intensivversorgung neu gedacht – neues Intensivzentrum ab Mitte 2023 in Hüsten

Der Neu­bau des Not­fall- und Inten­siv­zen­trums läuft im Zeit- und Kos­ten­plan. Der Schwer­punkt der Arbei­ten liegt im Gebäu­de­in­ne­ren und ins­be­son­de­re der Pro­zess­ebe­ne. (Foto: Kli­ni­kum Hochsauerland)

Arnsberg/Hüsten. Der Neu­bau des Not­fall- und Inten­siv­zen­trums in Arns­berg-Hüs­ten, mit 92 Mio. EUR Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men eines der größ­ten Kli­nik­pro­jek­te, das der­zeit in NRW umge­setzt wird, läuft nach wie vor im Zeit- und Kos­ten­plan. Wenn das neue Zen­trum Mit­te 2023 in Betrieb geht, wird das Kli­ni­kum Hoch­sauer­land als eines von zwölf Kran­ken­häu­sern in ganz NRW und als ein­zi­ges Kran­ken­haus im Hoch­sauer­land­kreis und dem wei­te­ren Umfeld alle struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen der „umfas­sen­den Not­fall­ver­sor­gung“ erfül­len. Also der höchs­ten der seit 2019 für ganz Deutsch­land gel­ten­den drei Stu­fen in der Notfallversorgung.

„Mit unse­rem in den letz­ten Jah­ren suk­zes­si­ve erwei­ter­ten und heu­te sehr brei­ten Fächer­spek­trum sind wir prä­de­sti­niert für die Behand­lung hoch­kom­ple­xer Krank­heits­bil­der. Doch bis­lang sind die Fach­ab­tei­lun­gen in Arns­berg an drei unter­schied­li­chen Kran­ken­haus­stand­or­ten ver­teilt, was eine naht­lo­se Team­ar­beit und Ver­sor­gung erschwert. Mit dem Neu­bau schaf­fen wir eine not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung dafür, dass die Ver­net­zung zwi­schen den ver­schie­de­nen Dis­zi­pli­nen vor­an­ge­trie­ben und die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit wei­ter ver­stärkt wird“, infor­mier­te Wer­ner Kem­per, Spre­cher der Geschäfts­füh­rung des Kli­ni­kums Hochsauerland.

(v.l.n.r.): Mela­nie Han­nig, Pfle­ge­fach­kraft, Simo­ne Esser, Abtei­lungs­lei­tung Pfle­ge Sta­ti­on 3a‑c, Ulrich Staf­fe, Bereichs­lei­ter Kli­ni­sche IT und Dr. med. Dirk Böse, Stell­ver­tre­ten­der Ärzt­li­cher Direk­tor der Arns­ber­ger Stand­or­te des Kli­ni­kum Hoch­sauer­land prä­sen­tier­ten mit dem Visi­ten­wa­gen ein sicht­ba­res Bei­spiel der umfas­sen­den Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie. (Foto. Kli­ni­kum Hochsauerland)

Enge fachübergreifende Zusammenarbeit

Ins­be­son­de­re in der Not­fall­ver­sor­gung kann die schnel­le fach­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­bei­tet vie­ler ver­schie­de­ner medi­zi­ni­scher Dis­zi­pli­nen Leben ret­ten. Denn nicht sel­ten kommt es vor, dass bei Not­fall­pa­ti­en­ten meh­re­re Organ­sys­te­me betrof­fen sind oder dass sie gleich­zei­tig erkrankt und ver­letzt sind, was gera­de bei älte­ren Not­fall­pa­ti­en­ten sogar eher die Regel als eine Aus­nah­me dar­stellt. Im neu­en Not­fall- und Inten­siv­zen­trum wer­den dem­nächst 18 Fach­ab­tei­lun­gen, davon 13 not­fall­ver­sor­gen­de Kli­ni­ken unter einem Dach zusam­men­ar­bei­ten. Gemein­sam bil­den sie künf­tig die Anlauf­stel­le mit dem größ­ten Spek­trum an dia­gnos­ti­schen und the­ra­peu­ti­schen Mög­lich­kei­ten im Hoch­sauer­land­kreis und dar­über hin­aus. Einem Spek­trum, wie es sonst meist nur in Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken ver­füg­bar ist.

Die Zusam­men­füh­rung und Bal­lung von Kräf­ten ins­be­son­de­re in einer gro­ßen zen­tra­len Not­fall­auf­nah­me und in einem geson­der­ten elek­ti­ven Dia­gnos­tik­zen­trum ist die Basis der inter­dis­zi­pli­nä­ren Zusam­men­ar­beit. Spe­zia­li­sier­te Pfle­ge­fach­kräf­te und Medi­zi­ner – u.a. der Fach­rich­tun­gen Anäs­the­sie, Inten­siv­me­di­zin, Not­fall­me­di­zin, All­ge­mein- und Vis­ze­r­al­chir­ur­gie, Gefäß­chir­ur­gie, Ortho­pä­die, Neu­ro­chir­ur­gie, Unfall­chir­ur­gie, Angio­lo­gie, Gas­tro­en­te­ro­lo­gie, Kar­dio­lo­gie, Gynä­ko­lo­gie und Geburts­hil­fe, Kin­der- und Jugend­me­di­zin, Neu­ro­lo­gie, Inter­ven­tio­nel­le Radio­lo­gie und Neu­ro­ra­dio­lo­gie, Dia­gnos­ti­sche Radio­lo­gie sowie Uro­lo­gie – kön­nen dabei je nach Bedarf zur spe­zia­li­sier­ten Dia­gnos­tik und The­ra­pie­fest­le­gung hin­zu­ge­zo­gen werden.

Vor­aus­sicht­lich ca. 32.000 Mal pro Jahr wird das neue Not­fall- und Inten­siv­zen­trum künf­tig zur Anlauf­stel­le für Not­fäl­le aller Art wer­den. Not­fäl­le die bis­her in ca. 24% der Fäl­le, man­gels den Anfor­de­run­gen ent­spre­chen­der Ver­sor­gungs­an­ge­bo­te, nicht in der Regi­on ver­sorgt wer­den konnten.

Interdisziplinarität organisieren

Der lau­fen­de Neu­bau in Arns­berg-Hüs­ten ist dabei ein Ele­ment der not­we­ni­gen Vor­aus­set­zun­gen. Seit der Fer­tig­stel­lung des Roh­baus und dem Richt­fest Anfang Okto­ber 2021 hat sich ein wei­te­rer Schwer­punkt der Arbei­ten auf die Pro­zess­ebe­ne ver­la­gert. Teams aus ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen erar­bei­ten gemein­sam neue Orga­ni­sa­ti­ons­for­men und neue digi­tal unter­stüt­ze inter­dis­zi­pli­nä­re Ver­sor­gungs­pro­zes­se gemäß den Anfor­de­run­gen des Kran­ken­hau­ses der Zukunft. Zu den Haupt­pro­jek­ten zäh­len dabei die Neu­kon­zep­ti­on der Zen­tra­len Not­auf­nah­me, des zukünf­ti­gen Zen­tral-OPs, der gro­ßen inter­dis­zi­pli­nä­ren Inten­siv­me­di­zin sowie das The­ma Digitalisierung.

Zentrale Notaufnahme

Die gro­ße zen­tra­le Not­auf­nah­me (ZNA) bil­det künf­tig die zen­tra­le Anlauf­stel­le aller medi­zi­ni­schen Not­fäl­le. Ziel des lau­fen­den Pro­jek­tes ist der Auf­bau einer Abtei­lung mit einer eigen­stän­di­gen Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur unter Mit­be­tei­li­gung der ver­schie­de­nen Kli­ni­ken und Schnitt­stel­len. Schwer­punk­te lie­gen in den Berei­chen Orga­ni­sa­ti­ons- und Per­so­nal­struk­tur, Raum­kon­zept, Schock­raum­ma­nage­ment, Stan­dar­di­sie­rung der Not­fall- und Erst­ver­sor­gung und Imple­men­tie­rung eines Tria­ge-Sys­tems. Die bis­her erar­bei­te­ten zukünf­ti­gen Abläu­fe in der ZNA wer­den aktu­ell mit den Chef­ärz­ten der betei­lig­ten Fach­ab­tei­lun­gen abge­stimmt und im Rah­men von Simu­la­ti­ons­trai­nings erprobt.

Modernstes OP-Zentrum

Im neu­en Zen­tral-OP mit zehn Sälen wer­den bes­te Vor­aus­set­zun­gen für die siche­re, effi­zi­en­te und moder­ne ope­ra­ti­ve Pati­en­ten­ver­sor­gung geschaf­fen. Nach Abschluss der Ein­rich­tungs-und Aus­stat­tungs­pla­nung sowie dem Beginn des Ein­baus der OP-Säle lie­gen die aktu­el­len Schwer­punk­te im Pro­jekt Zen­tral-OP in der Imple­men­tie­rung einer neu­en Soft­ware für die OP-Mate­ri­al­lo­gis­tik, der Ent­wick­lung der Medi­zin­pro­duk­te­ver­sor­gung mit­tels Fall­wa­gen, der Erstel­lung eines Per­so­nal­kon­zepts und der Stär­kung der OP-Pfle­ge, der Ent­wick­lung der künf­ti­gen digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on und OP-Doku­men­ta­ti­on sowie der Erar­bei­tung einer Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur für den ambu­lan­ten OP, der im Bestands­ge­bäu­de ent­ste­hen soll.

Intensivmedizin

Mit der Zusam­men­füh­rung der „klei­nen“ Inten­siv­sta­tio­nen der drei Arns­ber­ger Stand­or­te zu einer neu­en gro­ßen inter­dis­zi­pli­nä­ren Inten­siv­sta­ti­on mit bis zu 51 Bet­ten wird der ein­ge­schla­ge­ne Weg zum Aus­bau der Inten­siv­ka­pa­zi­tä­ten fort­ge­setzt. Die inter­dis­zi­pli­nä­re Bele­gung trägt zur Kom­pen­sa­ti­on von Bele­gungs­schwan­kun­gen ein­zel­ner Fach­ab­tei­lun­gen bei und mini­miert mög­li­che Abmel­dun­gen. Moder­ne Struk­tu­ren in medi­zi­nisch und wirt­schaft­lich opti­ma­ler Grö­ße sol­len dabei auch eine effi­zi­en­te­re Per­so­nal­be­set­zung ermög­li­chen. Die Schwer­punk­te des Pro­jek­tes „inten­siv­me­di­zi­ni­sche Berei­che“ lie­gen der­zeit in den The­men­ge­bie­ten Ver­ein­heit­li­chung der stand­ort­über­grei­fen­den intensivmedizinischen/pflegerischen Pro­zes­se, den Schu­lun­gen der Inten­siv­pfle­gen­den für das erar­bei­te­te Fach­kon­zept und die neu­en Pfle­ge­stan­dards, der Kapa­zi­täts­pla­nung anhand der Durch­schnitts­be­le­gung je Fach­ab­tei­lung, der Gewin­nung neu­er zusätz­li­cher Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen sowie der Kon­zep­ti­on der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on und Doku­men­ta­ti­on auf der zukünf­ti­gen Intensivstation.

Umfassende Digitalisierungsstrategie

Digi­ta­le Work­flows sol­len künf­tig im neu­en Not­fall- und Inten­siv­zen­trum sowie im gesam­ten Kli­ni­kum Hoch­sauer­land Ärz­tin­nen und Ärz­te sowie Pfle­ge­kräf­te best­mög­lich von Rou­ti­ne­ar­bei­ten ent­las­ten und so nicht zuletzt die Pati­en­ten­ver­sor­gung mit Hil­fe digi­ta­ler Werk­zeu­ge ein­fa­cher und wirk­sa­mer machen. Im Rah­men einer umfas­sen­den Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie befin­den sich Sys­te­me für ver­schie­de­ne kli­ni­sche Ein­satz­be­rei­che in der Umset­zung. Hier­zu gehö­ren bei­spiels­wei­se die mobi­le ärzt­li­che und pfle­ge­ri­sche Doku­men­ta­ti­on, ein Inten­siv­me­di­zi­ni­sches Doku­men­ta­ti­ons­sys­tem (PDMS), ein Tria­gie­rungs­sys­tem für Pati­en­ten in der Not­auf­nah­me (EPI­AS) sowie ein Pfle­ge­pro­zess­ma­nage­ment­tool. Für die Umset­zung ste­hen bis­her bewil­lig­te För­der­mit­tel in Höhe ca. 4,5 Mio. Euro zur Ver­fü­gung. Schon heu­te rollt die mul­ti­me­dia­le digi­ta­le Pati­en­ten­ak­te auf den ers­ten 46 Visi­ten­wa­gen über die Sta­tio­nen der Kli­nik für Psych­ia­trie, der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie, der Kli­nik für Neu­ro­lo­gie sowie in Tei­len der Kli­nik für Ger­ia­trie. Die Imple­men­tie­rung in wei­te­ren Berei­chen ist in Vorbereitung.

„Die Visi­ten­wa­gen ermög­li­chen Ärz­ten und Pfle­ge­kräf­ten eine digi­ta­le und papier­lo­se Arbeits­wei­se. So kön­nen zum Bei­spiel OP-Plä­ne, Labor­er­geb­nis­se, Rönt­gen­bil­der und wei­te­re Befun­de digi­tal im Pati­en­ten­zim­mer abge­ru­fen wer­den. Auch die digi­ta­le Erfas­sung und Doku­men­ta­ti­on aktu­el­ler Daten kann so bereits wäh­rend der Visi­te erfol­gen“, sagt Dr. med. Dirk Böse, Stell­ver­tre­ten­der Ärzt­li­cher Direk­tor der Arns­ber­ger Stand­or­te des Kli­ni­kums Hoch­sauer­land und Chef­arzt der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie am Karo­li­nen-Hos­pi­tal in Arnsberg-Hüsten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quel­le: Kli­ni­kum Hochsauerland)

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