
Sundern. Nach der kurzfristigen Einstellung des Hotelbetriebs im Sunderland Hotel nehmen nun sowohl die Eigentümergesellschaft als auch die Stadt Sundern Stellung – mit deutlich unterschiedlichen Bewertungen der Lage.
Die Severin Holding GmbH & Co. KG, Eigentümerin der Immobilie, zeigt sich in einer schriftlichen Stellungnahme überrascht und irritiert über das Vorgehen der Betreiberin, der Halbersbacher Privathotels GmbH. Die Begründung, der Hotelbetrieb sei wegen technischer oder sicherheitsrelevanter Mängel eingestellt worden, weist die Eigentümerseite ausdrücklich zurück.
Technische Probleme nicht wahrer Grund für Schließung
Wörtlich heißt es, die von Halbersbacher kommunizierten „vermeintlichen technischen Probleme“ seien unzutreffend und stellten „ersichtlich nicht den wahren Grund“ für die Schließung dar. Der Weiterbetrieb des Hotels sei zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt gewesen – weder in den vergangenen Monaten noch aktuell. Auch von Seiten der zuständigen Brandschutzbehörden habe es keinerlei Einschränkungen gegeben .
Die Severin Holding kündigt an, sich mit der Betriebseinstellung nicht abzufinden und kündigt an, alle rechtlichen Möglichkeiten bis hin zu gerichtlichen Schritten zu prüfen. Ziel bleibe es, den Hotelstandort im Zentrum von Sundern langfristig zu erhalten und eine zukunftsfähige Lösung zu finden.
Stadt Sundern: Keine Nutzungsuntersagung, keine akute Gefahr
Auch die Stadt Sundern hat sich unaufgefordert an die Blickpunkt-Redaktion gewandt, um „möglichen Missverständnissen vorzubeugen“. Demnach habe Anfang 2025 eine wiederkehrende Prüfung des Gesamtobjektes stattgefunden. Dabei seien Mängel an der Überprüfung technischer Anlagen festgestellt worden.
Entscheidend: Die Nutzung des Gebäudes wurde nicht untersagt, da ausdrücklich keine konkrete Gefahr bestanden habe. Diese Einschätzung sei zudem extern überprüft und bestätigt worden. Eine behördliche Schließung oder Zwangsmaßnahme habe es nicht gegeben.
Offene Fragen – und ein offener Konflikt
Damit verdichtet sich das Bild eines grundlegenden Konflikts zwischen Betreiber und Eigentümer, bei dem die Ursachen der Schließung höchst unterschiedlich dargestellt werden. Während Halbersbacher sicherheitsrelevante Gründe nennt, widersprechen sowohl Eigentümer als auch Stadt einer akuten Gefährdung oder behördlichen Einschränkung.
Wie es für den zentralen Hotelstandort, für Arbeitsplätze, für Veranstaltungen und für die Zukunft des Gebäudes weitergeht, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Schließung des Sunderland Hotels ist längst nicht nur eine betriebliche Entscheidung – sie könnte sich zu einer juristischen Auseinandersetzung mit erheblicher Tragweite für die Stadt Sundern entwickeln.
