Museumsneubau: Entwurf noch verbesserungswürdig

Aus dem Publi­kum kamen durch­aus kri­ti­sche Anmer­kun­gen zur Grö­ße und Gestal­tung des Gebäu­des. Von einem „Bun­ker“ war die Rede oder von einem „klotz­ar­ti­ge Rie­gel“. Ins­be­son­de­re beim obers­ten Geschoss mit Brü­cke und Gang gab es vie­le Wün­sche der Umge­stal­tung, etwa durch Ein­satz von mehr Glas oder Ver­kür­zung des Gangs. Der Wunsch nach auf­lo­ckern­den Fens­tern wird sich bei den Aus­stel­lungs­ä­len aller­dings nicht erfül­len las­sen, denn wo Fens­ter sind, kön­nen kei­ne Expo­na­te hän­gen. So ver­wies Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin Ulri­ke Scho­we auf  „inne­re Wer­te“, auf die es bei einem Muse­um ankom­me. Das neue Muse­um für Kunst- und Kul­tur­ge­schich­te in Müns­ter sei von außen eine bedroh­li­che Wand, im Inne­ren aber voll über­zeu­gend. Archi­tek­tin Atkin­son mein­te, die­ses Gebäu­de pas­se sich der Umge­bung an der Ruhr­stra­ße an, denn Anpas­sung bedeu­te nicht Nach­bau­en der Umge­bung. Ein Muse­um sehe anders aus als ein Wohn­haus, sonst erken­ne man es nicht. Zudem erklär­te sie auf eine ent­spre­chen­de Fra­ge, dass ein Licht­pla­ner an der Fas­sa­den­ge­stal­tung bei Dun­kel­heit arbeite.

Museumsleiter will keine Brücke ins Kreuzgewölbe

Auch die Anre­gung, den „Schlauch“ von Brü­cke und Flur als zusätz­li­chen Aus­stel­lungs­raum attrak­ti­ver zu nut­zen, wird sich nicht rea­li­sie­ren las­sen. Brand­schutz­tech­nisch han­de­le es sich hier um ein Trep­pen­haus, in dem nichts Brenn­ba­res ste­hen oder Hän­gen dür­fe. Des­halb kön­ne allen­falls mit Schrift an der Wand gear­bei­tet wer­den. Muse­ums­chef Schul­te-Hobein ist selbst auch noch unzu­frie­den mit dem Ver­lauf der Brü­cke, die der­zeit im Kreuz­ge­wöl­be des Alt­baus, dem schöns­ten Raum des Lands­ber­ger Hofs, enden soll und die­sen damit als Aus­stel­lungs­raum ent­wer­tet. Die For­de­rung, an der Ruhr­stra­ße einen Bus­park­platz zu bau­en und dort für weni­ger mobi­le Per­so­nen einen beque­men Zugang zu schaf­fen, ohne über das Alt­stadt­pflas­ter gehen zu müs­sen, lehn­te er aller­dings deut­lich ab. Aus wirt­schaft­li­chen Grün­den sol­le das Muse­um nur einen stän­di­gen Ein­gang haben und aus städ­te­bau­li­chen Grün­den sol­le der wie bis­her am Alten Markt lie­gen. Denn der Neu­bau habe einen hohen Lan­des­zu­schuss aus der Städ­te­bau­för­de­rung bekom­men, um den Bereich Steinweg/Alter Markt attrak­ti­ver zu machen. Der Zugang zur Ruhr­stra­ße soll nur in Aus­nah­me­fäl­len für das Publi­kum geöff­net wer­den, etwa bei Ver­an­stal­tun­gen im Mul­ti­funk­ti­ons­raum außer­halb der Öff­nungs­zei­ten des Museums.

Kreis bestreitet hohen Anstieg der Planungskosten

Auch die Sor­ge, die Kos­ten unter Kon­trol­le zu hal­ten, wur­de von den Bür­gern geäu­ßert. Der Land­rat sicher­te zu, Siche­run­gen ein­zu­zie­hen, damit die Kos­ten nicht aus dem Ruder lau­fen. Ulrich Bork, zustän­di­ger Fach­be­reich­lei­ter bei der Kreis­ver­wal­tung, sag­te, er wer­de unmit­tel­bar nach dem Beschluss im Kreis­tag am 28. April kla­re ver­trag­li­che Grund­la­gen mit den Archi­tek­ten schaf­fen. Und er sag­te auch, dass er eine Kos­ten­stei­ge­rung der Pla­nungs­kos­ten von 2,1 auf 3,3 Mil­lio­nen Euro in die­ser Höhe bestrei­te, denn es müs­se ja nicht alles wie­der neu geplant wer­den. Das Archi­tek­tur­bü­ro geht der­zeit von ins­ge­samt 900.000 Euro ver­lo­re­nen Pla­nungs­kos­ten infol­ge der Umpla­nung aus. Da das Gesamt­vo­lu­men von 12,7 Mil­lio­nen Euro unver­än­dert bleibt, kann mit dem ver­blei­ben­den Geld ent­spre­chend weni­ger Raum gebaut wer­den. Dadurch ist die Neu­bau­flä­che inzwi­schen von rund 700 auf 533 Qua­drat­me­ter geschrumpft. „Das ist die unters­te Gren­ze, weni­ger darf es wirk­lich nicht sein,“ sagt Dr. Jür­gen Schul­te-Hobein dazu.

Bei neuen Verfahren gehen 4,5 Mio. Förderung verloren

Auch auf die Fra­ge, war­um denn jetzt nicht ein­fach auf einen ande­ren Ent­wurf aus dem Archi­tek­ten­wett­be­werb zurück­ge­grif­fen wer­de, der von Anfang an kei­nen gro­ßen Ein­griff in den Hang vor­ge­se­hen habe, gab Ulrich Bork eine Ant­wort. Er wis­se nicht, ob es über­haupt einen sol­chen Ent­wurf gege­ben habe, aber er wis­se, dass es sich um ein form­stren­ges Ver­fah­ren han­de­le. Das gesam­te Ver­fah­ren müss­te von vor­ne begon­nen wer­den, wodurch auch der För­der­be­scheid des Lan­des über 4,5 Mil­lio­nen Euro hin­fäl­lig wer­de. Die­ses Geld feh­le dann und es sei längst nicht sicher, ob man es noch­mals bekom­men wer­de, da es im Rah­men der Regio­na­le 2013 bewil­ligt wor­den sei.

Museumscafé kommt wieder

Und noch zwei Infor­ma­tio­nen gab es. Das Muse­ums­ca­fé sei der­zeit geschlos­sen, weil es betriebs­wirt­schaft­lich kei­nen Sinn mache. Das Muse­um brau­che aller­dings ein Café und man wer­de sich früh­zei­tig zusam­men set­zen, um das Café zusam­men mit dem Muse­um wie­der zu eröff­nen, so Bork. „Und der Name Sau­er­land­mu­se­um bleibt auch erhal­ten“, erklär­te der Landrat.
„Wir neh­men mit, dass der Ent­wurf noch fei­ner wer­den muss, und wir wer­den eine Lösung fin­den, an der alle ihre Freu­de haben wer­den,“ sag­te Dr. Karl Schnei­der zum Abschied.

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