Leserbrief: „Bürgermeister-Aussage populistisch und unredlich“

Sun­dern. Zu unse­rer Bericht­erstat­tung über das Monats­pres­se­ge­spräch im Sun­derner Rat­haus erreich­te uns fol­gen­der Leserbrief:

„Die rhe­to­risch geschickt for­mu­lier­ten, teils voll­mun­di­gen und kühn getrof­fe­nen Aus­sa­gen des Bür­ger­meis­ters in sei­nen Monats­pres­se­kon­fe­ren­zen neh­me ich nor­ma­ler­wei­se ledig­lich zur Kennt­nis und rela­ti­vie­re sie durch einen Abgleich mit wei­te­ren Infor­ma­tio­nen. Die jetzt in den Medi­en popu­lis­tisch auf­ge­stell­te Behaup­tung, der Haupt­grund für eine Erhö­hung der Kreis­um­la­ge sei­en Fehl­spe­ku­la­tio­nen des Hoch­sauer­land­krei­ses mit RWE-Akti­en, kann aller­dings so nicht unwi­der­spro­chen ste­hen blei­ben: Dem Bür­ger­meis­ter fehlt es offen­sicht­lich an dem nöti­gen Hintergrundwissen. 

Die heu­ti­gen RWE-Akti­en sind über­wie­gend von den Alt­krei­sen als Betei­li­gung an den Elek­tri­zi­täts­wer­ken (VEW) mit der kom­mu­na­len Neu­glie­de­rung von 1975 in den HSK ein­ge­bracht wor­den. Allein seit 2002 hat der Hoch­sauer­land­kreis aus den RWE-Akti­en Erlö­se in Höhe von 163 Mil­lio­nen € erzielt. Damit wur­den u.a. die Schul- und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wie z. B. die Musik­schu­le finan­ziert. Ohne die­se Akti­en­er­lö­se wäre die von den städ­ti­schen Haus­hal­ten auf­zu­brin­gen­de Kreis­um­la­ge in die­ser Zeit jähr­lich um zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge höher aus­ge­fal­len. Dem HSK im Zusam­men­hang mit den durch die Ener­gie­wen­de ver­ur­sach­ten nied­ri­gen Kur­sen sowie den kurz­fris­tig ein­ge­bro­che­nen Erträ­gen Fehl­spe­ku­la­ti­on vor­zu­wer­fen, ist des­halb eben­so popu­lis­tisch wie unredlich.“

Ger­hard Haf­ner, Enkhausen, CDU-Mit­glied des Kreistages

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