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„Leben­de Alarm­an­la­ge“: AfD will Hun­de­steu­er abschaffen

Arns­berg. Die AfD-Frak­ti­on im Rat der Stadt Arns­berg hat bean­tragt, die Hun­de­steu­er ab 1. April fort­lau­fend aus­zu­set­zen. Das soll zur Erhö­hung des objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Sicher­heits­ge­fühls der Arns­ber­ger Bür­ger und zur Kri­mi­na­li­täts­prä­ven­ti­on die­nen. „Die Abschaf­fung der Hun­de­steu­er in Arns­berg wird Modell­cha­rak­ter bekom­men kön­nen“, so AfD-Frak­ti­ons­spre­cher Jür­gen Anto­ni. Arns­berg wür­de sich dann nicht nur als ideen­reich, kli­ma­ak­tiv und senio­ren­freund­lich prä­sen­tie­ren, son­dern auch als die Stadt, die sich für die Sicher­heit ihrer Bür­ger ein­setzt. Finan­zie­ren möch­te die AfD die Ein­nah­me­aus­fäl­le mit dem Geld, das wegen der uner­war­tet nied­ri­gen Erhö­hung der Kreis­um­la­ge übrig ist.

Ein­bre­cher mei­den Objek­te mit Hunden

Jür­gen Anto­ni (Foto: AfD)

Anto­ni begrün­det den Antrag mit den täg­li­chen Ein­bruchs­mel­dun­gen, mit seit Jah­ren anstei­gen­den Fall­zah­len bei gleich­zei­tig sin­ken­der Auf­klä­rungs­quo­te und auch mit Raub­über­fäl­len und Hand­ta­schen­dieb­stäh­len im öffent­li­chen Raum. „Mit der Abschaf­fung der Hun­de­steu­er kann es gelin­gen, eine größt­mög­li­che Sicher­heit für unse­re Bür­ger in der heu­ti­gen Zeit zu schaf­fen. Neben Alarm­an­la­gen und Sicher­heits­tü­ren gel­ten Hun­de als bes­ter Schutz vor Die­ben und Ein­bre­chern“, so Anto­ni, der auf ein Stra­te­gie­pa­pier der Poli­zei ver­weist, das neben mecha­ni­schen Schutz­maß­nah­men emp­fiehlt, sich einen Hund zuzu­le­gen. „Alarm­an­la­gen und Fens­ter­si­che­run­gen bie­ten nur beding­ten Schutz, ein Hund ist zwei­fel­los die bes­se­re Lösung“, so Anto­ni. Ein­schlä­gig vor­be­straf­te Häft­lin­ge sei­en befragt wor­den, wel­che Schutz­maß­nah­men am effek­tivs­ten sei­en. Mehr als 50 Pro­zent der Befrag­ten  wür­den nie in ein Haus oder eine Woh­nung ein­drin­gen, in der ein Hund lebe. Auf die Grö­ße des Hun­des kom­me es dabei nicht an. Gebell hin­ter der Woh­nungs­tür sei für Ein­bre­cher auf jedem Fall ein Grund, das Wei­te zu suchen. Neben dem Wach­in­stinkt gebe es noch kör­per­li­che Eigen­schaf­ten, die den Hund zur leben­den Alarm­an­la­ge machen – ein viel bes­se­res Gehör, ein wesent­lich brei­te­res Blick­feld und bes­se­re Seh­fä­hig­keit bei zuneh­men­der Dun­kel­heit und dau­er­haf­te Betriebs­be­reit­schaft ohne Ein­schal­ten und sogar bei Stromausfall.

„Auf mehr sozia­le Gerechtigkeit“

„Mit der Aus­set­zung der Hun­de­steu­er in Arns­berg kann auch ein zusätz­li­ches Zei­chen sozia­ler Gerech­tig­keit gesetzt wer­den“, schreibt Anto­ni in der Antrags­be­grün­dung und ver­weist auch auf ein aktu­el­les Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richt, nach dem sich ALG II-Emp­fän­ger die Kos­ten der Haft­pflicht­ver­si­che­rung ihres Hun­des künf­tig vom Mund abspa­ren oder die­sen ins Tier­heim geben müssten.

Gegen­fi­nan­zie­rung über Plus bei Kreisumlage

Für das Jahr 2017 sind im städ­ti­schen Haus­halt Ein­nah­men in Höhe von 390.000 Euro aus der Hun­de­steu­er ein­ge­plant. Das Aus­set­zen der Hun­de­steu­er ab 1. April bedeu­tet eine Min­der­ein­nah­me in Höhe von 292.000 Euro für das lau­fen­de Haus­halts­jahr. Für Anto­ni kein Pro­blem: „Durch die Absen­kung der Kreis­um­la­ge ergibt sich im lau­fen­den Haus­halts­jahr ein Plus in Höhe von 697.000 Euro, so dass nach Weg­fall der Ein­nah­men durch die Hun­de­steu­er noch ein Plus in Höhe von 405.000 Euro im städ­ti­schen Haus­halt aus­ge­wie­sen wer­den kann.“

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7 Antworten

  1. Eine tol­le Idee!
    Zur Ent­las­tung der öffent­li­chen Kas­sen wür­de ich aller­dings vor­schla­gen, die Hun­de­steu­er unver­än­dert zu las­sen und statt­des­sen eine Image­kam­pa­gne für Wach­gän­se ins Leben zu rufen.
    Die Hal­tung von Gän­sen ist gene­rell steu­er­frei und die Eigen­schaft der Gans als Alter­na­ti­ve zum Wach­hund unbestritten.
    Etwas mehr Inno­va­ti­ons­den­ken darf man von den geschätz­ten Akteu­ren der AfD doch verlangen.
    Viel­leicht wären Hun­de aber im Ver­gleich auch die bes­se­ren Poli­ti­ker. Immer­hin hät­ten die­se, so der Arti­kel, ein „wesent­lich brei­te­res Blickfeld“.
    Eine Eigen­schaft, die so man­chem Kom­mu­nal­po­li­ti­ker zugu­te käme.

  2. Geni­al.
    Ich sen­ke Steu­ern und erset­ze die­sen „Ver­lust“ durch Geld, das ich gar nicht besitze.
    Nur weil die Kreis­um­la­ge nicht so hoch aus­fällt wie geplant, sieht jemand die Mög­lich­keit, um Stim­men zu buh­len, indem er Bon­bons verteilt.
    Popu­lis­mus in der Poli­tik bedeu­tet, mit schein­bar ein­fa­chen Lösun­gen ver­su­chen, die Gunst der Bevöl­ke­rung zu gewin­nen. Dabei spielt die Sinn­haf­tig­keit oft­mals kei­ne beson­de­re Rolle.

  3. Da hat jemand mal ne gute Idee, aber die müs­sen wir ja sofort aber sowas von nie­der machen, nur weil sie von der Afd kommt. Ver­nünf­ti­ges Mit­ein­an­der wäre doch hier mal ne Lösung. Eine fai­rer poli­ti­scher Dis­kurs ist aber in dem Land schon lan­ge nicht mehr mög­lich und schon gar­nicht hier in der Provinz.

    1. Die­ser Vor­schlag ist so welt­fremd, dass kein Dis­kurs ent­ste­hen kann.
      Es gibt kein „Plus“ bei der Kreis­um­la­ge aus Sicht einer Kom­mu­ne, son­dern nur ein gerin­ge­res Minus bei Zwangs­zah­lun­gen, die einer Kom­mu­ne auf­er­legt werden.

  4. Was haben die denn geraucht?
    In der Pra­xis sieht das dann so aus:
    Die Mör­der­dog­ge in Form eines Zwerg­pin­schers stürzt sich auf den Ein­bre­cher, reißt ihn zu Boden und leckt ihm so lan­ge durchs Gesicht, bis die­ser lacht oder Hil­fe herbeieilt.
    Unglaub­li­cher Vor­schlag, mei­nen die das im Ernst oder ist da jetzt schon der 1. April?

  5. Inter­es­sier­ten könn­te die Stadt an Stel­le eines Hun­de­steu­er­erlas­ses im A*D Sinn ein­fa­che preis­wer­te Hun­de­bell-Alarm­ge­ber schen­ken und wäre damit immer noch günstiger.
    Zunächst ist die Erhö­hung pas­si­ver Sicher­heit bei der Woh­nung der rich­ti­ge Weg. Dies wird übri­gens mit 10% von der KfW gefördert.

  6. Ach ja, der Herr Antoni …
    Ver­mut­lich sol­len die von ihm ins Spiel gebrach­ten „Wach­hun­de“ ein­heit­lich auf den Ruf­na­men „Blon­di“ reagieren?

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