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Kreis­ver­wal­tung gegen Aus­nah­me für Wind­park Helle­fel­der Höhe Mit­te

Die von den beiden Interessengemeinschaftem aus Hellefeld und Westenfeld angefertigte Montage zeigt den Blick über Hellefeld auf die Hellefelder Höhe.
Die von den bei­den Inter­es­sen­ge­mein­schaf­ten aus Helle­feld und Wes­ten­feld ange­fer­tig­te Mon­ta­ge zeigt den Blick über Helle­feld auf die Helle­fel­der Höhe mit den dort mög­li­cher­wei­se ent­ste­hen­den Wind­kraft­an­la­gen.

Sundern/Hellefeld/Meschede. „Die Errich­tung eines Wind­parks auf der Helle­fel­der Höhe Mit­te führt zu einer erheb­li­chen und groß­räu­mi­gen Beein­träch­ti­gung des Land­schafts­bil­des, was mit dem Schutz­zweck des Land­schafts­schutz­ge­biets nicht ver­ein­bar ist. Die Vor­aus­set­zung zur Ertei­lung einer Aus­nah­me ist somit nicht gege­ben.“ So steht es wört­lich in einer Beschluss­vor­la­ge (9/272) der Kreis­ver­wal­tung, die erst­mals am 11. Juni im Kreisum­welt­aus­schuss und abschlie­ßend im Kreis­tag am 19. Juni bera­ten wer­den soll.  Die Kreis­ver­wal­tung for­dert die Poli­ti­ker auf, die von der Stadt Sun­dern bean­trag­te Ent­las­sung, Befrei­ung oder Aus­nah­me aus dem Land­schafts­schutz zumin­dest für die Flä­che „4.2 Helle­fel­der Höhe Mit­te“ wegen der bestehen­den natur­schutz­fach­li­chen Beden­ken abzu­leh­nen. Die Vor­la­ge beschreibt auch sofort, was das bedeu­ten wür­de: Die Ent­las­sung, Befrei­ung oder Aus­nah­me aus dem Land­schafts­schutz wer­de „von Sei­ten der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg als Grund­la­ge zur Geneh­mi­gung des Flä­chen­nut­zungs­plans der Stadt Sun­dern gefor­dert. Ansons­ten müss­te die Stadt mit erheb­li­chem per­so­nel­len und zeit­li­chen Auf­wand die vor­lie­gen­de Pla­nung neu aus­rich­ten und über­ar­bei­ten mit allen damit ver­bun­de­nen Kon­se­quen­zen“.

Kei­ne Beden­ken gegen Helle­fel­der Höhe West

Logo HochsauerlandkreisDie Kreis­ver­wal­tung ver­weist dar­auf, dass die Unte­re Land­schafts­be­hör­de (ULB) im Rah­men aller Betei­li­gungs­schrit­te zur Aus­wei­sung von Wind­kraft­vor­rang­zo­nen im Teil­flä­chen­nut­zungs­plan „Wind­ener­gie“ der Stadt Sun­dern gegen­über der Flä­che „4.2 Helle­fel­der Höhe Mit­te“ immer erheb­li­che Beden­ken auf­grund der beson­de­ren Emp­find­lich­keit des Land­schafts­bil­des geäu­ßert habe. Gegen die Aus­wei­sung der Wind­vor­rang­zo­ne auf der Flä­che „4.1 Helle­fel­der Höhe West“ , der klei­ne­ren der bei­den von den Sun­derner Poli­ti­kern beschlos­se­nen Wind­kraft­vor­rang­zo­nen im Stadt­ge­biet, bestehen aus Sicht der ULB „auf­grund der weni­ger expo­nier­ten Lage sowie der Vor­be­las­tung durch eine Hoch­span­nungs­tras­se“ kei­ne Beden­ken. „Eine ent­spre­chen­de Befrei­ung kann für die­se Flä­che in Aus­sicht gestellt wer­den,“ so Kreis­di­rek­tor Dr. Dra­then als Ver­fas­ser der Beschluss­vor­la­ge.

Kreis­tag könn­te sich über Beden­ken hin­weg­set­zen

Der Kreis­di­rek­tor ver­weist dar­auf, dass sich der Kreis­tag als Trä­ger der Land­schafts­pla­nung mit einer ein­deu­ti­gen Aus­sa­ge über die Beden­ken der Unte­ren Land­schafts­be­hör­de hin­weg­set­zen und sei­ne Zustim­mung ertei­len kön­ne. Dr. Dra­then kommt aller­dings zu dem Fazit. „Es wird daher emp­foh­len, den Antrag der Stadt Sun­dern für die Flä­che „4.2 Helle­fel­der Höhe Mit­te“ wegen der bestehen­den natur­schutz­fach­li­chen Beden­ken abzu­leh­nen.“

Erho­lungs­funk­ti­on und iden­ti­täts­stif­ten­de Bedeu­tung

Dunkle Wolken über der Hellefelder Höhe. zwei Flächen nördlich von Hellefeld und nordöstlich von Westenfeld sind als einzige Windrad-Standorte ausgewählt worden. (Foto: oe)
Dunk­le Wol­ken über der Helle­fel­der Höhe. Zwei Flä­chen nörd­lich von Helle­feld und nord­öst­lich von Wes­ten­feld hat­ten Sun­derns Poli­ti­ker im Dezem­ber 2014 als ein­zi­ge Wind­rad-Stand­or­te im Stadt­ge­biet aus­ge­wählt. (Foto: oe)

Die Vor­la­ge ver­weist dar­auf, dass die ULB in allen Plan­ver­fah­ren kreis­weit bis­her dar­auf hin­ge­wie­sen habe, dass die Errich­tung von Wind­kraft­an­la­gen auf den land­schafts­bild­prä­gen­den äuße­ren Mit­tel­ge­birgs­hö­hen­zü­gen des Sauer­lan­des wie dem Arns­ber­ger Wald, der Rhein-Weser-Was­ser­schei­de und der Homert „wegen einer erheb­li­chen und groß­räu­mi­gen Beein­träch­ti­gung des Land­schafts­bil­des“ aus Sicht der ULB als poten­zi­el­le Wind­kraft­vor­rang­zo­nen nicht in Betracht kom­men kön­nen. Auch im inne­ren Kreis­ge­biet gebe es eini­ge mar­kan­te Höhen­zü­ge, die wich­ti­ge Hori­zont­li­ni­en bil­de­ten. So habe die Helle­fel­der Höhe nicht nur eine beson­de­re Bedeu­tung als nörd­li­che Raum­kan­te des „Alten Tes­ta­ments“, son­dern wir­ke auch von Arns­berg her gese­hen als natür­li­che Hori­zont­li­nie. Auch die Helle­fel­der Höhe sei ein Aus­schnitt der Kul­tur­land­schaft des HSK, des­sen „beson­de­re Eigen­art, öko­lo­gi­sche und land­schafts­be­zo­ge­ne Erho­lungs­funk­ti­on oder klein­räu­mig iden­ti­täts­stif­ten­de Bedeu­tung als unver­träg­lich gegen­über der geplan­ten Frei­raumin­an­spruch­nah­me durch Wind­ener­gie­an­la­gen ein­ge­stuft“ wer­de. Fazit: „Nach Auf­fas­sung des Hoch­sauer­land­krei­ses eig­nen sich die­se Flä­chen auf­grund ihrer natur­räum­li­chen Vor­ga­ben und Aus­stat­tung und der dar­aus erwach­se­nen Bedeu­tung für die Land­schafts­pfle­ge und die land­schafts­ge­bun­de­ne Erho­lung nicht für die Wind­ener­gie­nut­zung.“ Der Kreis fürch­tet zudem, dass aus dem vor­ste­hen­den Fall ein Prä­ze­denz­fall für ande­re Berei­che ent­ste­hen könn­te, da hier die Erhal­tung der Kul­tur- und Erho­lungs­land­schaft im Sauer­land beson­ders bedeut­sam sei.

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