Kommentar zum Tiggesplatz-Beschluss: „Große Chance verpasst!“

Sun­dern. Der Stadt­ent­wick­lungs­aus­schuss hat in sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag abend die Schwens-Plä­ne zur Erwei­te­rung des Tig­ges­plat­zes und zur Neu­ge­stal­tung des Innen­stadt­ver­kehrs ver­wor­fen und statt­des­sen für das Tap­pe/Ross­mann-Pro­jekt gestimmt. „Eine bür­ger­freund­li­che Zukunft des Are­als wird damit ver­baut“, meint Autor Lud­wig Gre­ven. Hier sein Kommentar:

Von Lud­wig Greven

Für eine Umge­stal­tung der Innen­stadt hät­te es in Zei­ten, in denen der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del durch die Onlin­ever­sen­der und ver­än­der­tes Kon­su­men­ten­ver­hal­ten abstirbt, ganz ande­rer Plä­ne, Phan­ta­sie und Fach­kennt­nis bedurft, statt sich dem erst­schlech­ten Ent­wurf hin­zu­ge­ben. Bernd Schwens, selbst Archi­tekt, hat dafür Ent­wür­fe vor­ge­legt, die einen weit­räu­mi­gen Blick und eine völ­lig ande­re Nut­zung des Are­als ermög­licht hät­ten. Mit Mög­lich­kei­ten zur Frei­zeit­ge­stal­tung, Gas­tro­no­mie, Woh­nen und einem Geschäfts­haus an ande­rer Stel­le, unter Ein­be­zie­hung der angren­zen­den Flä­che der K5. Das hät­te eine ande­rer Ver­kehrs­füh­rung ver­langt, aber die Chan­ce eröff­net, über den Ver­kehr in der Innen­stadt grund­le­gend neu nach­zu­den­ken im Zei­chen des Kli­ma­wan­dels und einer not­wen­di­gen Mobilitätswende.

Die gro­ße Mehr­heit im SUI hat die Bereit­schaft dazu nicht auf­ge­bracht. Das ist zu bedau­ern. Denn wenn das neue Gebäu­de irgend­wann ste­hen soll­te, ist die Chan­ce, ein Filet­stück der Innen­stadt ganz anders, näm­lich bür­ger­freund­lich zu gestal­ten, im Wort­sinn verbaut.

Rat­sam wäre es gewe­sen, wenigs­tens in den Gestal­tungs­bei­rat aus­schließ­lich Bau­ex­per­ten, Kul­tur­schaf­fen­de, Bür­ger und Geschäfts­leu­te zu beru­fen, um ein unab­hän­gi­ges Gre­mi­um zu schaf­fen, das die Inves­to­ren-Plä­ne kri­tisch unter die Lupe nimmt. Statt­des­sen sol­len ihm auch Ver­tre­ter der Frak­tio­nen ange­hö­ren, die sich dann qua­si selbst bera­ten. Das lässt nicht erhof­fen, dass aus dem Tap­pe-Pro­jekt noch etwas Gutes wird.

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