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Jury sagt Ja zu Arns­bergs „E“, Nein zu Sun­derns „KuBiZ“

Die Gastwelten-Immobilie - ein Rohbau nach der Insolvenz des einstigen Leuchtturmprojekts. (Foto: oe)
Die Sun­derner Gast­wel­ten-Immo­bi­lie soll zum Kultur‑, Bil­dungs- und Inte­gra­ti­ons­zen­trum KuBiZ wer­den. Die ange­streb­ten 80 Pro­zent Zuschuss aus dem Städ­te­bau­pro­gramm des Lan­des gibt es aller­dings nicht. (Foto: oe)

Arnsberg/Sundern. Düs­sel­dorf hat ent­schie­den. Arns­berg gehört zu den Kom­mu­nen, die vom Städ­te­bau-Son­der­pro­gramm zur Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen pro­fi­tie­ren, Sun­dern aller­dings nicht. Laut Lis­te, die das Minis­te­ri­um für Bau­en, Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Ver­kehr des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len am Frei­tag nach­mit­tag ver­öf­fent­lich­te, bekommt Arns­berg eine För­de­rung von 290.400 Euro für ein „mul­ti­funk­tio­na­les inter­kul­tu­rel­les Begeg­nungs- und Enga­ge­ment­zen­trum“ im Bereich der Hüs­te­ner Pes­ta­loz­zi­schu­le. Der Antrag aus Sun­dern, wo man für ein „Kultur‑, Begeg­nungs- und Bil­dungs­zen­trum“ in der Gast­wel­ten-Immo­bi­lie rund 2 Mio. Euro För­der­geld bean­tragt hat­te, war dage­gen offen­bar nicht erfolg­reich. In bei­den Fäl­len waren poli­ti­sche Beschlüs­se in hoher Eile gefasst wor­den, um die engen Fris­ten des Pro­gramms ein­zu­hal­ten.

Jede zwei­te Kom­mu­ne in NRW hat sich bewor­ben

Durch das Städ­te­bau-Son­der­pro­gramms zur Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen wer­den ins­ge­samt 147 Pro­jek­te aus 100 Städ­ten und Gemein­den in NRW mit ins­ge­samt 72 Mil­lio­nen Euro geför­dert. Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te das Stadt­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um das zusätz­li­che Pro­gramm aus Lan­des­mit­teln auf­ge­legt, um die Kom­mu­nen bei der Inte­gra­ti­on zu unter­stüt­zen. Etwa jede zwei­te nord­rhein-west­fä­li­sche Kom­mu­ne hat sich dar­auf­hin bewor­ben. Eine unab­hän­gi­ge Exper­ten­ju­ry hat die Maß­nah­men in die­ser Woche aus­ge­wählt. Durch die För­de­rung wer­den NRW-weit Gesamt­in­ves­ti­tio­nen mit einem Volu­men von rund 100 Mil­lio­nen Euro aus­ge­löst. „Mich beein­druckt beson­ders das gro­ße ehren­amt­li­che Enga­ge­ment, das aus vie­len Anträ­gen deut­lich wird. Ich freue mich daher, dass wir mit unse­rem Son­der­pro­gramm die vie­len enga­gier­ten Bür­ger wir­kungs­voll unter­stüt­zen und stär­ken kön­nen“, sag­te Minis­ter Micha­el Gro­schek anläss­lich der Pro­gramm­ver­öf­fent­li­chung.
Inner­halb weni­ger Wochen nach Bekannt­ga­be des Städ­te­bau-Son­der­pro­gramms waren im Stadt­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um von 184 Kom­mu­nen För­der­an­trä­ge in Höhe von rund einer hal­ben Mil­li­ar­de Euro ein­ge­gan­gen. „Das allein zeigt, wie groß der Bedarf an der­ar­ti­gen Pro­jek­ten ist“, sag­te Gro­schek. „Die Qua­li­tät und Not­wen­dig­keit vie­ler För­der­an­trä­ge hat uns hier wirk­lich über­zeugt. Das gilt übri­gens auch für die Kom­mu­nen, die nun nicht zum Zuge gekom­men sind. Wir wer­den ver­su­chen, noch eini­ge Maß­nah­men ins regu­lä­re Städ­te­bau­pro­gramm auf­zu­neh­men.“

Anbau der Pes­ta­loz­zi­schu­le soll Inte­gra­ti­ons­zen­trum wer­den

Die ehemalige Pestalozzi-Schule ist jetzt Notunterkunft für 250 Flüchtlinge. (Foto: oe)
Die ehe­ma­li­ge Pes­ta­loz­zi-Schu­le ist der­zeit Not­un­ter­kunft für 300 Flücht­lin­ge. (Foto: oe)

Die Stadt Arns­berg hat­te sich mit dem Pro­jekt eines „mul­ti­funk­tio­na­len inter­kul­tu­rel­len Enga­ge­ment­zen­trums mit den Berei­chen Begeg­nung, Bil­dung und Bür­ger­en­ga­ge­ment im Quar­tier Zwi­schen­stadt Unter­hüs­ten“ sowie einem beglei­ten­den Quar­tiers­ma­nage­ment um Auf­nah­me in das Son­der­pro­gramm bewor­ben. Seit Juli 2015 unter­stützt die Stadt Arns­berg das Land bei der Erst­auf­nah­me von Flücht­lin­gen mit einer Not­un­ter­kunft in der städ­ti­schen ehe­ma­li­gen Pes­ta­loz­zi­schu­le im Stadt­quar­tier Unter­hüs­ten. Die Not­un­ter­kunft ver­fügt gegen­wär­tig über 300 Plät­ze. Sie soll in die­sem Jahr auf­ge­ge­ben wer­den.  Es ist geplant, das Haupt­ge­bäu­de der der­zei­ti­gen Not­un­ter­kunft als städ­ti­sches Über­gangs­wohn­heim für vom Land zuge­wie­se­ne Flücht­lin­ge mit bis zu 100 Plät­zen umzu­bau­en und ent­spre­chend ein­zu­rich­ten.  Der im Rah­men der Not­un­ter­kunft gegen­wär­tig mit­ge­nutz­te Anbau, der soge­nann­te Vari­el­Bau, soll dann als „Inte­gra­ti­ons­zen­trum“ im Quar­tier Unter­hüs­ten her­ge­rich­tet wer­den. Tei­le des Vari­el-Baus wur­den bereits für bür­ger­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten des Por­tu­gie­si­schen Ver­eins und sei­ner Grup­pen genutzt.

Das „E“ soll eine Filia­le im Arns­ber­ger Bür­ger­bahn­hof bekom­men

Im Arnsberger Bürgerbahnhof öffnet regelmäßig das Repair Cafe. (Foto. oe)
Der Arns­ber­ger Bür­ger­bahn­hof. (Foto. oe)

Im Erd­ge­schoss des Anbaus ist die Her­rich­tung und Ein­rich­tung eines mul­ti­funk­tio­na­len inter­kul­tu­rel­len Enga­ge­ment­zen­trums mit den Berei­chen Begeg­nung, Bil­dung und Bür­ger­en­ga­ge­ment („E“) mit dem Ziel geplant, Flücht­lin­ge und Zuwan­de­rer, die schon län­ger in Arns­berg leben, sowie bestehen­de bür­ger­schaft­li­che Ver­ei­ne und Initia­ti­ven des Stadt­teils zusam­men­zu­füh­ren, um gemein­sa­me Bil­dungs- und Kul­tur­ange­bo­te im Quar­tier zu orga­ni­sie­ren, aber vor allem auch die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on der Flücht­lings­grup­pen anzu­re­gen und zu unter­stüt­zen und dabei bestehen­de Orga­ni­sa­tio­nen im Quar­tier zu betei­li­gen. Von dort aus soll zugleich ein „Fili­al­be­trieb“ im Bür­ger­bahn­hof des Stadt­teils Arns­berg mit­be­treut wer­den. Eben­so sol­len die Betrie­be (Beschäf­ti­gung, Aus­bil­dung) im Stadt­quar­tier mit der Arbeit des Zen­trums ver­netzt wer­den.  Ver­net­zungs­struk­tu­ren sol­len geschaf­fen und ent­spre­chen­de Ver­an­stal­tun­gen, Semi­na­re und Wei­ter­bil­dun­gen ange­bo­ten wer­den.

Land för­dert mit 80 Pro­zent

Für die Umbau­ar­bei­ten von Räu­men und die Ein­rich­tung sind 118.000 Euro ver­an­schlagt. Durch eine Voll­zeit­stel­le und eine Teil­zeit­stel­le sol­len die Umset­zung des Kon­zep­tes und der Auf- und Aus­bau des „E“ beglei­tet wer­den. Hier­für wer­den Per­so­nal­kos­ten in Höhe von 245.000 Euro ver­an­schlagt. In der Gesamt­sum­me erge­ben sich somit Kos­ten in Höhe von 363.000 Euro. 80 Pro­zent davon – 290.400 Euro – kom­men jetzt als För­de­rung vom Land. Der städ­ti­sche Eigen­an­teil liegt bei 72.600 Euro, die aus  pau­scha­len Mit­teln für den Asyl­be­reich gedeckt wer­den, die der beschlos­se­ne Dop­pel­haus­halt zur Ver­fü­gung stellt.

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