- Anzeige -

„Insel“ Sundern: Weniger Kriminalität und weniger Unfälle

Die Polizeiwache Sundern hat die Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbilanz für 2013 vorgestellt. (Foto: oe)
Die Poli­zei­wa­che Sun­dern hat die Kri­mi­na­li­täts- und Ver­kehrs­un­fall­bi­lanz für 2013 vor­ge­stellt. (Foto: oe)

Sun­dern. Wären da nicht die orga­ni­sier­ten Metall­die­be, die die klei­nen metall­ver­ar­bei­ten­den Betrie­be Sun­derns als Eldo­ra­do ent­deckt haben, und die eher zufäl­li­ge Häu­fung von fünf töd­li­chen Ver­kehrs­un­fäl­len in einem Jahr, Poli­zei­haupt­kom­mis­sar Chris­toph Bank­stahl, der Wach­lei­ter der Poli­zei­wa­che Sun­dern, hät­te bei der Vor­stel­lung der Kri­mi­na­li­täts- und Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik für 2013 rund­um posi­ti­ve Zah­len vor­le­gen kön­nen. Aber auch so kam er zu dem Schluss, dass man in Sun­dern wie auf einer Insel lebe, weil das Risi­ko, Opfer einer Straf­tat zu wer­den, wei­ter­hin sehr gering sei und auch die Zahl der mel­de­pflich­ti­gen Ver­kehrs­un­fäl­le kon­ti­nu­ier­lich sinke.

Bei Wohnungseinbrüchen ist Sundern Diaspora

2014.02.06.Logo.PolizeiBeson­ders erfreu­lich, so Bank­stahl, sei es, dass bei einem all­ge­mei­nen Rück­gang der Straf­ta­ten um 155 Fäl­le die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che noch­mals deut­lich zurück­ge­gan­gen sei, von 30 im Jahr 2012 auf 21 im Jahr 2013. Denn Woh­nungs­ein­bruch sei eine beson­ders sozi­al­schäd­li­che Straf­tat, die den Betrof­fe­nen  in den Kno­chen sit­ze und nicht ver­ges­sen wer­de. In Sun­dern gebe es alle 17 Tage einen Woh­nungs­ein­bruch, in Arns­berg zum Ver­gleich alle 2,5 Tage. Das lie­ge dort an der nahen Auto­bahn, über die die Täter schnell abhau­en könn­ten. Sun­dern sei da Dia­spo­ra. Die Auf­klä­rungs­quo­te sei in Sun­dern mit 14 Pro­zent im Ver­gleich zu ande­ren Städ­ten noch gut, „aber nix, mit dem man sich rüh­men kann“.

Kein Grund zu Sorge auf nächtlichen Straßen

Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der Straf­ta­ten in Sun­dern deut­lich von 1670 auf 992 zurück­ge­gan­gen. 3,5 Pro­zent der Sun­derner Ein­woh­ner sind im letz­ten Jahr Opfer von Straf­ta­ten gewor­den, so Bank­stahl, und dazu gehör­ten auch das Abschnei­den von Hor­ten­si­en im Vor­gar­ten, Belei­di­gun­gen oder Online-Betrug. Erstaun­li­che vie­le Bür­ger wür­den immer noch auf betrü­ge­ri­sche Emails reagie­ren und Geld über­wei­sen. Die Täter säßen dann in der Ukrai­ne und die Straf­ta­ten sei­en unauf­klär­bar, so der Wach­lei­ter. Bei Rausch­gift­de­lik­ten sei­en die Fall­zah­len seit Jah­ren weit­ge­hend unver­än­dert, beträ­fen meist Mari­hua­na, kei­ne har­ten Dro­gen. Jugend­kri­mi­na­li­tät sei auch kein Rie­sen­pro­blem, der ein­zi­ge jugend­li­che Inten­siv­tä­ter habe Sun­dern offen­bar ver­las­sen. Mord und Tot­schlag habe es 2013 in Sun­dern zum Glück nicht gege­ben. Ein­schät­zun­gen, in Sun­dern kön­ne man nachts nicht mehr sicher über die Stra­ße gehen, wie sie in sozia­len Netz­wer­ken ver­brei­tet wür­den, nann­te Bank­stahl schlicht und ein­fach „Blöd­sinn!“. Hier und da gebe es schon mal „Kra­wall“, aber „de fac­to pas­siert hier nichts“.

Metall lässt Banden wie Heuschrecken einfallen

„Metall­dieb­stäh­le sind das, was uns beschäf­tigt,“ sagt Bank­stahl. Sun­dern sei ein begehr­tes Ziel für ost­eu­ro­päi­sche Ban­den, die wie die Heu­schre­cken ein­fal­len. Klei­ne metall­ver­ar­bei­ten­de Betrie­be in Ver­bin­dung mit gerin­ger Poli­zei­dich­te, das sei ein Eldo­ra­do für die­sen Täter­kreis, nicht nur im Sauer­land, son­dern in ganz Deutsch­land.  Bank­stahl warn­te auch vor den vie­len Schrott­händ­lern, die bim­melnd umher­fah­ren. Die sei­en nicht nur unter­wegs, um legal Schrott zu sam­meln, denn so viel Sam­mel­schrott gebe es gar nicht, son­dern um nächt­li­che Tat­or­te aus­zu­bal­do­wern. Bank­stahl lob­te die vor­bild­li­che Arbeit und die Top-Auf­klä­rungs­er­fol­ge der in Dort­mund ein­ge­rich­te­ten Son­der­kom­mis­si­on. Nach ins­ge­samt 131 Fäl­len 2012 und 54 Fäl­len 2013 habe es in die­sem Jahr erst zwei gro­ße Fäl­le gege­ben, einen erneut in Ame­cke, wo jede Fir­ma schon mal dran gewe­sen sei, und einen in Westenfeld.

„Prävention bei jungen Fahrern hat sich bewährt“

(Foto: Uwe Schlick/pixelio.de)
(Foto: Uwe Schlick/pixelio.de)

Bei den Ver­kehrs­un­fäl­len berich­tet Bank­stahl von kon­ti­nu­ier­lich sin­ken­den Zah­len. 2013 habe es noch 233 mel­de­pflich­ti­ge Unfäl­le gege­ben, also Unfäl­le mit Per­so­nen­scha­den, lie­gen­ge­blie­be­nen Fahr­zeu­gen oder Unfall­flucht, aber kei­ne rei­nen Blech­schä­den. das sind zehn weni­ger als 2012, sogar 63 weni­ger als 2010. Der Wach­lei­ter sieht das als Erfolg der prä­ven­ti­ven Maß­nah­men bei jun­gen Fah­rern, der Alko­hol- und Geschwin­dig­keits­kon­trol­len. Die Ent­wick­lung gilt auch für die Motor­rad­fah­rer. „Der Lärm nimmt zu, die Unfäl­le las­sen nach,“ so Bank­stahl, der bei den Motor­rad­fah­rern aber nach wie vor Pro­ble­me aus­macht: „Die hei­zen, die sind laut und unein­sich­tig!“ Lob hat­te Bank­stahl dage­gen für die Sun­derner beim The­ma Unfall­fluch­ten parat. Hier sei die Auf­klä­rungs­quo­te auf 37 Pro­zent gestie­gen, dank des sehr guten Zeugenverhaltens.

So wenig Kinderunfälle wie noch nie

Rich­tig geär­gert hat sich Chris­toph Bank­stahl nach eige­nem Bekun­den über eine Über­schrift, dass Kin­der in Sun­dern gefähr­lich leben. Sei­ne Sta­tis­tik wei­se so weni­ge Kin­der­un­fäl­le wie noch nie aus. 13 Kin­der sei­en 2013 an Unfäl­len betei­ligt gewe­sen, davon sie­ben als Bei­fah­rer in Autos. Akti­ve Kin­der­un­fäl­le habe es sechs gege­ben gegen­über frü­her bis zu 30, da habe sich die Ver­kehrs­er­zie­hung top aus­ge­wirkt. Vier Kin­der sei­en zu Fuß ver­un­glückt, zwei mit dem Rad, und von die­sen sechs nur ein ein­zi­ges auf dem Schulweg.

Als Ausflugsgebiet viele Unfälle durch Ortsfremde

Im Ver­gleich zu ande­ren Städ­ten mit ver­gleich­ba­rer Ein­woh­ner­zahl ist die Unfall­häu­fig­keit in Sun­dern aber rela­tiv hoch. „Das liegt dran, dass wir ein klas­si­sches Aus­flugs­ge­biet sind,“ sagt Bank­stahl. Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men erreich­ten zwar die Leu­te, die hier woh­nen, aber nicht die, die am Wochen­en­de am Sor­pe­see oder auf der Helle­fel­der Höhe unter­wegs sind. Das zei­ge auch der Blick auf die Lis­te mit den fünf töd­li­chen Unfäl­len („Exor­bi­tant. So vie­le hat­ten wir noch nie!“). In vier von fünf Fäl­len kamen die Unfall­ver­ur­sa­cher nicht aus dem Hoch­sauer­land­kreis. Am Sor­pe­see und auf der Helle­fel­der Höhe ras­ten zwei Motor­rad­fah­rer in den Tod, zwi­schen Hach­en und Rei­gern stie­ßen zwei Pkw zusam­men, wobei eine Bei­fah­re­rin starb, und inner­orts in Hach­en wur­de eine jun­ge Mut­ter von einem Rie­sen-Gelän­de­wa­gen über­rollt. Ledig­lich bei dem Unfall in der Sett­me­cke, wo ein Rad­fah­rer auf dem Weg zur Nacht­schicht starb, waren kei­ne Aus­flüg­ler beteiligt.

Bürgermeister Lins: „Wir sind in guten Händen!“

Bür­ger­meis­ter Det­lef Lins, der zusam­men mit eini­gen Mit­ar­bei­tern der Stadt­ver­wal­tung dem Bericht Bank­stahls im Rats­saal lausch­te, freu­te sich über das Signal , dass „wir in Sun­dern sicher und gut leben und bei der Poli­zei­wa­che Sun­dern in guten Hän­den sind“.  Ein dank, den Bank­stahl für die gut funk­tio­nie­ren­de Ord­nungs­part­ner­schaft mit dem Ord­nungs- und Jugend­amt zurückgab.
 

Teilen Sie diesen Beitrag oder unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit via Paypal:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

- Anzeige -
Anzeige
- Anzeige -

Kontakt zur Redaktion

redaktion@blickpunktASM.de