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IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge: Hei­mi­sche Wirt­schaft hat Tief­punkt über­wun­den

Arnsberg/Kreis. „Die Wirt­schaft am Hell­weg und im Sauer­land hat den Pan­de­mie-beding­ten Tief­punkt sicht­bar über­wun­den“, so IHK-Prä­si­dent Andre­as Rother bei der Vor­stel­lung der Ergeb­nis­se der IHK- Herbst­um­fra­ge am Mitt­woch in Arns­berg. Sowohl die Lage, als auch die Erwar­tun­gen haben einen Sprung nach oben gemacht. Vor allem die Indus­trie blickt wie­der sehr zuver­sicht­lich nach vorn. Ins­ge­samt betei­lig­ten sich 520 Unter­neh­men an der Befra­gung.

Tief­punkt der Kon­junk­tur über­wun­den

Der IHK-Kon­junk­tur­kli­ma­in­di­ka­tor – er berück­sich­tigt Lage- und die Erwar­tungs­ur­tei­le – liegt mit 102,7 Punk­ten wie­der knapp über der Wachs­tums­li­nie von 100. „Nach dem Tief­punkt im Früh­jahr von 69,1 Punk­ten haben wir nun ein ‚V‘ in der Ent­wick­lung. Das ist posi­ti­ver als vie­le erwar­tet haben“, sagt Andre­as Rother. „Was wir sehen, ist aller­dings ein zar­tes Pflänz­chen. Ein erneu­ter Lock­down wür­de uns weit zurück­wer­fen“, so der IHK-Prä­si­dent und for­dert von der Poli­tik ein sen­si­bles Vor­ge­hen auch bei stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len.

Kein ein­heit­li­ches Bild

Die IHK-Befra­gung zeigt kein ein­heit­li­ches Bild, sowohl im Ver­gleich der Bran­chen als auch der Unter­neh­men unter­ein­an­der. Das Gros der Betrie­be (52 Pro­zent) bewer­tet die Lage als „befrie­di­gend“, 26 Pro­zent sogar als „gut“. Für das bes­te Lage­bild sorgt wei­ter­hin das Bau­ge­wer­be. Die Bran­che pro­fi­tiert vor allem von Auf­trä­gen aus der Ver­gan­gen­heit. Eben­falls zufrie­den mit der Lage sind Ein­zel­han­del und die Dienst­leis­tungs­spar­ten. Das schlech­tes­te Urteil gibt der­zeit die Ver­kehrs­wirt­schaft ab. Das Gast­ge­wer­be hat seit dem Lock­down-gepräg­ten Früh­jahr zwar deut­lich zule­gen kön­nen, doch spre­chen dort noch immer 28 Pro­zent der Betrie­be von einer schlech­ten und nur 19 Pro­zent von einer guten Lage.

IHK-Prä­si­dent Andre­as Rother und Geschäfts­füh­re­rin Dr. Ilo­na Lan­ge (vor­ne) haben die Ergeb­nis­se der Kon­junk­tur­be­fra­gung gemein­sam mit Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern aus der Regi­on vor­ge­stellt. Foto: Becker / IHK

In der Indus­trie beur­teilt jedes zwei­te Unter­neh­men die Lage mit befrie­di­gend. Im Früh­jahr waren es nur 31 Pro­zent. 46 Pro­zent urteil­ten damals mit „schlecht“. Die­ser Anteil hat sich auf 27,1 Pro­zent ver­rin­gert. „Eine Ursa­che für die posi­ti­ve Ent­wick­lung sind die bes­se­ren Per­spek­ti­ven im Außen­han­del. Dort sieht die Bran­che wie­der deut­lich mehr Chan­cen als im Früh­jahr“, erläu­tert IHK- Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Dr. Ilo­na Lan­ge.

Wirt­schaft so opti­mis­tisch wie Früh­jahr 2018

Ins­ge­samt ist die Wirt­schaft so opti­mis­tisch wie zuletzt im Früh­jahr 2018: 27 Pro­zent erwar­ten bes­se­re, 22 Pro­zent schlech­te­re Geschäf­te. Aller­dings gibt es eine gro­ße Sprei­zung unter den Bran­chen. Zum Opti­mis­mus trägt in gro­ßem Umfang die Indus­trie bei. 40 Pro­zent der Unter­neh­men dort erwar­ten eine wei­te­re Erho­lung der Kon­junk­tur. In den Dienst­leis­tungs­bran­chen hal­ten sich posi­ti­ve und nega­ti­ve Erwar­tun­gen die Waa­ge.

In den übri­gen Bran­chen, dies sind Groß­han­del, Gast­ge­wer­be, Ver­kehrs­wirt­schaft, Ein­zel­han­del und Bau­wirt­schaft, ist der Aus­blick zwar deut­lich bes­ser als vor vier Mona­ten, aber per Sal­do noch immer pes­si­mis­tisch. „Ins­ge­samt erwar­tet die Wirt­schaft, dass sich die Erho­lung wei­ter fort­setzt“, so IHK-Chef-Volks­wirt Ste­fan Seve­rin, „doch der Blick auf ein­zel­ne Bran­chen und zurück­hal­ten­de Pla­nun­gen bei Inves­ti­tio­nen und Beschäf­ti­gung zei­gen, dass die Situa­ti­on wei­ter­hin als vola­til ein­ge­schätzt wird.“

Weni­ger Inves­ti­tio­nen bei einem Fünf­tel

Ein Fünf­tel der Betrie­be plant in den kom­men­den Mona­ten mehr und rund ein Drit­tel weni­ger zu inves­tie­ren als in der Ver­gan­gen­heit. Haupt­mo­tiv für Inves­ti­tio­nen blei­ben Ersatz­be­darf und Ratio­na­li­sie­run­gen. Eben­falls zurück­hal­tend sind die Beschäf­ti­gungs­ab­sich­ten. 24 Pro­zent der Betrie­be pla­nen, den Per­so­nal­stamm zu ver­rin­gern. Die­sen gegen­über pla­nen 11 Pro­zent mehr Ein­stel­lun­gen.

Dr. Ilo­na Lan­ge, IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin, betont: „Unse­re Ergeb­nis­se zei­gen, dass knapp zwei Drit­tel der­Un­ter­neh­men ihre Mit­ar­bei­ter hal­ten wol­len. Sie wis­sen, dass nach Coro­na Fach­kräf­te wie­der knapp wer­den.“

Inlands­fra­ge zurück gegan­gen

Gefragt nach den Risi­ken für die Kon­junk­tur­ent­wick­lung ant­wor­ten 70 Pro­zent mit einem Rück­gang der Inlands­nach­fra­ge. Es fol­gen wirt­schafts­po­li­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen mit 44 Pro­zent und Arbeits­kos­ten mit 31 Pro­zent. Die Sor­gen um ein aus­rei­chen­des Ange­bot an Fach­kräf­ten rücken wie­der etwas stär­ker in den Fokus, nach­dem sie in der Lock­down-Zeit nur wenig dis­ku­tiert wur­den.

(Quel­le: IHK Arns­berg Hell­weg Sauer­land)

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