Hüstener Straßen mit NS-Namen werden umbenannt

2013.12.11.Arnsberg.wagenfeld
Die Karl-Wagen­feld-Stra­ße in Hüs­ten wird, so beschloss der Rat am Mitt­woch­abend, umbe­nannt. Den neu­en Namen fin­det der Bezirks­aus­schuss unter Betei­li­gung der Bür­ger. (Fotos: oe)
2013.12.11.Arnsberg.Kahle
Auch der Maria-Kah­le-Weg, teils in Hüs­ten, teils in Herdrin­gen, bekommt einen neu­en Namen.

Hüs­ten. Die bei­den Hüs­te­ner Stra­ßen Karl-Wagen­feld-Stra­ße und Maria-Kah­le-Weg bekom­men neue Namen. Das beschloss der Arns­ber­ger Rat mit brei­ter Mehr­heit. Die neu­en Namen wer­den die Bezirks­aus­schüs­se in Hüs­ten bzw. Hüs­ten und Herdrin­gen unter Betei­li­gung der Anwoh­ner festlegen.

Die Hüs­te­ner Rats­mit­glie­der haben es nicht geschafft, eine Ver­ta­gung der Ent­schei­dung zu errei­chen. Ihren Antrag, den sie nach der Bür­ger­ver­samm­lung am Mon­tag gestellt hat­ten, unter­stütz­te nur rund ein Dut­zend der Rats­mit­glie­der. Im Vor­feld der Rats­sit­zun­gen hat­ten die Frak­tio­nen sich kurz­ge­schlos­sen und zu einer gemein­sa­men Marsch­rich­tung gefun­den. Man müs­se hier Inhalt und Ver­fah­ren getrennt betrach­ten, sag­te CDU-Frak­ti­ons­chef Klaus Kai­ser. Das Ver­fah­ren, so SPD-Frak­ti­ons­chef Ralf Bitt­ner, sei wirk­lich sub­op­ti­mal gelau­fen. Bei­de waren sich einig, dass Feh­ler gemacht wor­den sei­en bei der Infor­ma­ti­on und Betei­li­gung der Bür­ger, aber auch, dass man poli­tisch klar machen muss, dass es in Arns­berg kei­ne Stra­ßen­be­nen­nun­gen nach Nazi­grö­ßen geben darf, dass man „die brau­ne Soße nicht will“. Und da spie­le auch kei­ne Rol­le, ob die Betrof­fe­nen damals in der ers­ten oder fünf­ten Rei­he gestan­den hät­ten oder außer­halb der NS-Zeit etwas beson­de­res geleis­tet haben, so Gerd Stütt­gen (SPD).

Ein­stim­mig fass­te der Rat zunächst zwei Grund­satz­be­schlüs­se: Stra­ßen­be­nen­nun­gen nach Per­so­nen mit ein­deu­ti­ger NS-Ver­gan­gen­heit soll es in Arns­berg nicht mehr geben und Neu­be­nen­nun­gen sol­len durch die Bezirks­aus­schüs­se unter Betei­li­gung der Bür­ger erfol­gen. Getrennt erfolg­te danach die Abstim­mung, ob der Rat in den Fäl­len Wagen­feld und Kah­le die Zustän­dig­keit an sich zieht und die Umbe­nen­nung beschließt. Hier gab es ein Ja mit eini­gen Gegen­stim­men und Ent­hal­tun­gen. Eine Emp­feh­lung des Rates für die Namens­ge­bung stand nicht mehr zur Abstim­mung. Grü­nen-Frak­ti­ons­spre­cher Hans Wulf hielt aller­dings noch ein Plä­doy­er „für die Leu­te, die Opfer waren und die wir ver­ges­sen haben“. Wenn nach Dr. Rudolf Gunst, dem letz­ten Hüs­te­ner Amts­bür­ger­meis­ter vor dem III. Reich, jetzt kei­ne Stra­ße benannt wer­de, sol­le die Ver­wal­tung doch über­le­gen, wie die­ser Mann anders „nach oben geho­ben“ wer­den könne.

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