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Gleich zwei Inte­gra­ti­ons­prei­se gehen nach Sun­dern

Dr. Cornelia Schu von der Stiftung Mercator (links) und Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann (2. von links) bei der Übergabe des Integrationspreises an die Vertreter des Lüner Forums. Wenig später gingen auch zwei Preise nach Sundern, an die Gemeinschaftshauptschule und den SSV Stockum. (Foto: Bezirksregierung)
Dr. Cor­ne­lia Schu von der Stif­tung Mer­ca­tor (links) und Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Gerd Bol­ler­mann (2. von links) bei der Über­ga­be des Inte­gra­ti­ons­prei­ses an die Ver­tre­ter des Lüner Forums. Wenig spä­ter gin­gen auch zwei Prei­se nach Sun­dern, an die Gemein­schafts­haupt­schu­le und den SSV Sto­ckum.  (Foto: Bezirks­re­gie­rung)

Sundern/Dortmund. Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Gerd Bol­ler­mann hat am 5. Dezem­ber im Rah­men einer fest­lich-fröh­li­chen Fei­er in den
Räu­men des Dort­mun­der Signal-Idu­na-Sta­di­ons die Prei­se des 1. Inte­gra­ti­ons­wett­be­werbs der Bezirks­re­gie­rung über­ge­ben. Einer der drei Haupt­prei­se ging dabei an die Gemein­schafts­haupt­schu­le Sun­dern. Und auch bei den bei­den Son­der­prei­sen war Sun­dern mit dabei.  Den Son­der­preis des Lan­des­sport­bunds über­gab der Vize­prä­si­dent des West­deut­schen Bas­ket­ball­ver­ban­des Wolf­gang Mohr an den SSV Sto­ckum.

Die ins­ge­samt 5000 Euro Preis­gel­der kön­nen dank der Unter­stüt­zung der Stif­tung Mer­ca­tor ver­ge­ben wer­den. Die Preis­ver­lei­hung in den
Räu­men des Sta­di­ons wur­de durch die Unter­stüt­zung der BVB-Stif­tung „Leuch­te auf“ ermög­licht.  Ins­ge­samt 47 Bewer­bun­gen und Vor­schlä­ge waren seit Aus­schrei­bung des ers­ten Inte­gra­ti­ons­prei­ses der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg im ver­gan­gen Juni ein­ge­gan­gen. Dar­un­ter waren Schu­len, Ver­ei­ne, Migran­ten­selbst­or­ga­ni­sa­tio­nen, Ver­bän­de und wei­te­re Ein­rich­tun­gen und  Ein­zel­per­so­nen aus dem Regie­rungs­be­zirk, die einen wert­vol­len Bei­trag zur Bil­dung, Inte­gra­ti­on und Teil­ha­be von Kin­dern und Jugend­li­chen mit Zuwan­de­rungs­ge­schich­te leis­ten.

Der ers­te Preis im Wert von 2000 Euro geht an das „Mul­ti­kul­tu­rel­le Forum Lünen“ für das Pro­jekt „Hal­lo! Scha­lom! Selam! Pri­vjet!“. Es wen­det sich an
Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne und hat den Abbau von ras­sis­ti­schen und anti­se­mi­ti­schen Vor­ur­tei­len und Hal­tun­gen zum Ziel. Jeweils ein zwei­ter Preis im Wert von 1500 Euro geht an die Gemein­schafts­haupt­schu­le Sun­dern sowie den Ver­bund der sozi­al-kul­tu­rel­len Migran­ten­selbst­or­ga­ni­sa­ti­on in Dort­mund. „Die Gemein­schafts­haupt­schu­le Sun­dern wird für ihren akti­ven Umgang mit der schul­spe­zi­fi­schen Situa­ti­on eines Migra­ti­ons­an­teils von 40 Pro­zent  aus­ge­zeich­net,“ sag­te der Regie­rungs­prä­si­dent und nann­te  Län­der­ta­ge, Unter­richts­in­hal­te mit inte­gra­ti­ver Aus­rich­tung, Städ­te­part­ner­schaf­ten, her­kunfts­sprach­li­chen Unter­richt, Pro­jek­te zum Cyber­mob­bing als eini­ge der Bau­stei­ne die­ses „im Schul­all­tag geleb­ten Leit­bil­des“.

„Hoher Nut­zen für Schü­le­rIn­nen mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund“

Die Gemein­schafts­haupt­schu­le Sun­dern ist mit rund 550 Schü­le­rIn­nen eine der größ­ten Haupt­schu­len in NRW. Inte­gra­ti­on hat einen hohen Stel­len­wert an der Schu­le. Ziel­set­zung ist, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler vor­ur­teils­frei zu erzie­hen, damit sie „Ver­schie­den­heit“ als Berei­che­rung und nicht als Bedro­hung wahr­neh­men. In der Begrün­dung für die Preis­ver­lei­hung heißt es:  „Die Schu­le ist im Hin­blick auf die Inte­gra­ti­ons­ar­beit sehr enga­giert. Das The­ma steht im Schul­le­ben im Vor­der­grund, die kul­tu­rel­le Viel­falt wird inten­siv geför­dert. Die Schu­le ist gut ver­netzt, hat ein eige­nes Inte­gra­ti­ons­kon­zept erstellt und ver­fügt über ein päd­ago­gi­sches Leit­bild, das in neun Spra­chen zur Ver­fü­gung steht. Durch die zahl­rei­chen, ver­schie­de­nen Pro­jek­te wird ein­drucks­voll doku­men­tiert, dass an die­ser Schu­le Inte­gra­ti­on in hohem Maße gelebt und umge­setzt wird. Es gelingt eine brei­te Ver­net­zung mit Koope­ra­ti­ons­part­nern wie der Stadt, Ver­ei­nen und ande­ren Insti­tu­tio­nen, womit neue Türen und Mög­lich­kei­ten für inno­va­ti­ve Pro­jek­te geöff­net und gesi­chert wer­den. Damit wird gleich­zei­tig die inter­kul­tu­rel­le Aus­rich­tung der Schu­le nach­hal­tig und fest ver­an­kert. Durch die vor­bild­li­che Bewer­bung kann man die Doku­men­ta­tio­nen gut nach­voll­zie­hen. Ins­ge­samt ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein hoher Nut­zen für die Schü­le­rIn­nen mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund ent­steht.“

„Expe­ri­ment Bas­ket­ball“ gelun­gen

Der Son­der­preis des Lan­des­sport­bun­des geht an den SSV Sto­ckum, weil hier die Inte­gra­ti­ons­ar­beit über den Bas­ket­ball­sport initi­iert wird. Es begann Anfang 2012, als Musa Alp, der der­zei­ti­ge Abtei­lungs­lei­ter für den Frei­zeit- und den Brei­ten­sport beim SSV Sto­ckum, die Idee hat­te, den im Raum Sun­dern nicht  ver­wais­ten Bas­ket­ball­sport wie­der auf­le­ben zu las­sen. Als er im Som­mer 2011 eine Grup­pe aus­län­di­scher Jugend­li­cher am Sor­pe­see Bas­ket­ball spie­len sah, ver­such­te er eine sport­li­che Hei­mat für die Jugend­li­che zu fin­den. Da es im Stadt­ge­biet Sun­dern kei­nen Ver­ein mehr gab, der sich um Bas­ket­ball küm­mer­te, hat Musa Alp auf eige­ne Kos­ten in der Stadt Sun­dern eine Hal­le gemie­tet, wo die Jugend­grup­pe flei­ßig trai­nie­ren konn­te. Um an einem orga­ni­sier­ten Sport­be­trieb teil­neh­men zu kön­nen such­te Musa Alp nach einem Ver­ein, der die Bas­ket­ball-Grup­pe auf­neh­men konn­te und fand bald Unter­stüt­zung beim Krei­sport­bund des Hoch­sauer­land­krei­ses. Nach Gesprä­chen mit ver­schie­de­nen Akteu­ren hat der SSV Sto­ckum das „Expe­ri­ment Bas­ket­ball“ gewagt. Die Grün­dung der Bas­ket­ball­ab­tei­lung wur­de im Rah­men der Akti­on „Inte­gra­ti­on durch Sport“ vom Kreis­sport­bund geför­dert. Um im Nach­wuchs­be­reich Kin­der und Jugend­li­che für Bas­ket­ball zu moti­vie­ren, fan­den ver­schie­de­nen Aktio­nen in Sun­de­ner Grund­schu­len statt. Mitt­ler­wei­le konn­ten sich die Bas­ket­bal­ler im Ver­ein fest eta­blie­ren. Somit schließt der SSV Sto­ckum mit sei­ner Bas­ket­ball­ab­tei­lung nicht nur eine Lücke bei den Sport­ar­ten im Raum Sun­dern und dem Hoch­sauer­land­kreis, son­dern betreibt gleich­zei­tig Inte­gra­ti­ons­ar­beit und erreicht vie­le Kin­der und Jugend­li­che mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in der Regi­on.

Lob für den „Ein­zel­kämp­fer“ Musa Alp und sein hohes bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment

In der Begrün­dung der Preis­ver­lei­hung heißt es: „Die­ses inte­gra­ti­ve Sport­pro­jekt ver­dient ein hohes Maß an Aner­ken­nung, da ein „Ein­zel­kämp­fer“ mit hohem bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment zuge­wan­der­te Jugend­li­che in Ver­eins­struk­tu­ren beför­dert hat. Es han­delt sich um ein gutes Bei­spiel für die Ein­bin­dung der Migran­ten in Ver­eins­struk­tu­ren. Dass dies auch in einer ande­ren Sport­art als Fuß­ball gelingt, unter­streicht die Bedeu­tung.“

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