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„Generationenwechsel“: Sunderner Schützen schwenken dritte Alte Fahne

Schwenkt im Festzug die dritte Alte Fahne: Marc Grünebaum mit seinen ehemaligen Mitbewerbern und Pike-Trägern (Foto: Stephan Hormuth)
Schwenkt im Fest­zug die drit­te Alte Fah­ne: Marc Grü­ne­baum mit sei­nen ehe­ma­li­gen Mit­be­wer­bern und Pike-Trä­gern (Foto: Ste­phan Hormuth)

Sun­dern. Sie hat seit Jahr­zehn­ten einen ganz beson­de­ren Stel­len­wert bei den Sun­derner Schüt­zen: die Alte Fah­ne. Nach 37 Dienst­jah­ren kam es zum Gene­ra­tio­nen­wech­sel und die zwei­te Alte Fah­ne der Bru­der­schaft wur­de zum Aus­stel­lungs­stück. Marc Grü­ne­baum, der dies­jäh­ri­ge Trä­ger der Alten Fah­ne, schwenk­te erst­mals die neue, drit­te Alte Fahne.

Die zweite Alte Fahne wurde aus Resten der Vorgängerin gefertigt

Das in Vor­stands­krei­sen in glei­chem Umfang ver­ehr­te wie begehr­te alte Tuch wur­de nach 37 Jah­ren Dienst­zeit seit August 2014 erst sicher ver­wahrt, um dann kurz vor dem dies­jäh­ri­gen Schüt­zen­fest sei­nen neu­en Platz im Spei­se­saal der Huber­tus­hal­le zu fin­den. In der Chro­nik der Bru­der­schaft ist zu lesen, dass sie die zwei­te „Alte Fah­ne“ gewe­sen ist, und aus den Res­ten ihrer Vor­gän­ge­rin und einer alten Krie­ger­fah­ne geschnei­dert wurde.

„Generationenwechsel“: Dritte Alte Fahne in Dienst gestellt

Seit lan­gem wird in Sun­dern die aus­ge­dien­te Bru­der­schafts­fah­ne als „Alte Fah­ne“ in den Fest­zü­gen mit­ge­führt. Über­lie­fert ist, dass bereits 1921 ein Trä­ger die­ser Alten Fah­ne ernannt wor­den ist. Der 1. Bru­der­meis­ter und Trä­ger der Alten Fah­ne von 1994, Lud­ger Simon, set­ze sich schließ­lich für den „Gene­ra­tio­nen­wech­sel“ ein: „Die 37 Jah­re sind an der zwei­ten Alten Fah­ne nicht spur­los vor­über­ge­gan­gen. Bevor sie auch für einen dau­er­haf­ten Aus­hang nicht mehr zu gebrau­chen gewe­sen wäre, hat­ten wir ent­schie­den, eine neue Alte Fah­ne von einem Pader­bor­ner Fach­be­trieb schnei­dern zu las­sen”. Die nun­mehr drit­te Alte Fah­ne ent­spricht äußer­lich und in der Farb­ge­bung und Beschrif­tung ihrer Vor­gän­ge­rin, ist jedoch sta­bi­ler ausgeführt.

Gegen Mitbewerber durchgesetzt

Das muss­te auch der dies­jäh­ri­ge Trä­ger der Alten Fah­ne, der 42-jäh­ri­ge Steu­er­be­ra­ter und Fach­be­ra­ter für Unter­neh­mens­nach­fol­ge Marc Grü­ne­baum, aus der zwei­ten Kom­pa­nie, fest­stel­len. Nach sei­ner Wahl zum Trä­ger war er glück­lich, zu den Weni­gen aus den Rei­hen des Sun­derner Schüt­zen­vor­stands zu gehö­ren, die bei den Fest­zü­gen des Schüt­zen­fes­tes die Alte Fah­ne prä­sen­tie­ren dür­fen. „Gewählt wer­den kön­nen nur die Mit­glie­der des zwei­ten Jahr­gan­ges unse­res Vor­stands, und dies auch nur in der ers­ten Wahl­pe­ri­ode von drei Jah­ren“, erklärt Marc Grü­ne­baum die Tradition.

Träger der Alten Fahne bilden eigene Abteilung im Festzug

Auch die Alte Fahne wird beim Königinnenkonzert am Sonntagmorgen gefeiert (Foto: Stephan Hormuth)
Auch die Alte Fah­ne wird beim Köni­gin­nen­kon­zert am Sonn­tag­mor­gen gefei­ert (Foto: Ste­phan Hormuth)

Nach dem Königs­paar ist der Trä­ger der Alten Fah­ne die zwei­te Attrak­ti­on im Fest­zug, und muss sich dazu ent­spre­chend ins Zeug legen. Marc Grü­ne­baum bestimm­te sei­ne bei der Wahl unter­le­ge­nen Kan­di­da­ten der ande­ren Kom­pa­nien zu sei­nen Piket­rä­gern. Das war für ihn selbst­ver­ständ­lich, und er hebt gern den Zusam­men­halt und die hohe Inte­gra­ti­ons­kraft der Sun­derner Schüt­zen­bru­der­schaft her­aus. Im Fest­zug wur­de er – wie sei­ne Vor­gän­ger auch – von vie­len ehe­ma­li­gen Trä­gern beglei­tet. Sie bil­den eine eige­ne Abtei­lung. Auch nicht ver­ges­sen wer­den darf im Sun­derner Schüt­zen­fest der Stamm­tisch der Fah­nen­trä­ger. Wäh­rend des Köni­gin­nen­kon­zerts am Sonn­tag­mor­gen wer­den in jedem Jahr die Trä­ger der Alten Fah­ne und das amtie­ren­de Königs­paar herz­lich begrüßt.

Dank an das Königspaar Florian Görlich und Laura Falke

Die zweite Alte Fahne präsentiert Ludger Simon nach 37 Dienstjahren nun als Ausstellungsstück. (Foto: Stephan Hormuth)
Die zwei­te Alte Fah­ne prä­sen­tiert Lud­ger Simon nach 37 Dienst­jah­ren nun als Aus­stel­lungs­stück. (Foto: Ste­phan Hormuth)

Marc Grü­ne­baum hat­te sich mit der Fah­nen­trä­ger­tra­di­ti­on schon vor sei­ner Wahl beschäf­tigt und zeigt sich nach dem Schüt­zen­fest nun eben­so wie der 1. Bru­der­meis­ter Lud­ger Simon begeis­tert davon, dass die alte Alte Fah­ne nun ihren end­gül­ti­gen Platz in dem neu­en Fah­nen­kas­ten gefun­den hat, den das Königs­paar Flo­ri­an Gör­lich und Lau­ra Fal­ke der Schüt­zen­bru­der­schaft geschenkt haben. „Wir dan­ken dem Königs­paar 2015/2016 für die­ses sehr schö­ne Geschenk an unse­re Bru­der­schaft”, freu­ten sich bei­de zusam­men mit dem gesam­ten Vor­stand und den ehe­ma­li­gen Trä­gern nach­dem die Fah­ne dort ihren Ehren­platz erhal­ten hatte.

Amtszeit endet im August

Ende August trifft sich der Vor­stand der Huber­tus­schüt­zen zur Schüt­zen­fest­ab­rech­nung. An die­sem Tag endet Marc Grü­ne­baums Zeit als Trä­ger der Alten Fah­ne und es wird der Nach­fol­ger gewählt. In den drei Alt­kom­pa­nien ste­hen schon jetzt die Kan­di­da­ten des aktu­el­len zwei­ten Jahr­gan­ges gespannt bereit und war­ten auf Ihre ein­ma­li­ge Chan­ce, die­se beson­de­re Tra­di­ti­on der St.-Hubertus-Schützen fortzuführen.

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Eine Antwort

  1. Tra­di­ti­on ist eine wich­ti­ge und wert­vol­le Sache. Dass auf der neu­en Fah­ne wie­der „Gehor­sam, Treue, Tap­fer­keit, des deut­schen Krie­gers Ehren­kleid“ zu lesen ist, grenzt in mei­nen Augen – mit Ver­laub – an Stumpf­sinn. Scha­de, dass die Schüt­zen ihr wah­res „Ehren­kleid“ (Ein­satz für die Tra­di­ti­on und die Gemein­schaft) mit dem Fest­hal­ten an einem Relikt mili­ta­ris­ti­schen Unter­ta­nen­tums der­art beflecken.

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