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Enga­gier­te Natur­schüt­zer zwi­schen Stadt und Land aus­ge­zeich­net

Arns­berg. Natur­schutz ist eine Auf­ga­be, die enga­gier­te Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger sowohl im städ­ti­schen Umfeld als auch in länd­li­che Regio­nen Süd­west­fa­lens zu ihrer Auf­ga­be machen. Dies beweist der dies­jäh­ri­ge Natur­schutz­preis der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, der unter dem Mot­to „Natur in der Stadt – Natur im Dorf” aus­ge­schrie­ben war. Von den 32 ein­ge­gan­ge­nen Wett­be­werbs­bei­trä­gen zeich­ne­te Regie­rungs­prä­si­dent Hans Josef Vogel jetzt ins­ge­samt 13 mit Prei­sen in unter­schied­li­chen Kate­go­ri­en aus.

Vogel: „Bei­trag zur Lebens­qua­li­tät”

Regie­rungs­prä­si­dent Hans Josef Vogel über­reicht die Preis­ur­kun­de an Ewald Fer­le­mann aus Dort­mund für sei­ne Arbeit in sei­ner pri­va­ten Auf­fang- und Aus­wil­de­rungs­sta­ti­on von Jung­vö­geln. (Foto: Bezirks­re­gie­rung)

Regie­rungs­prä­si­dent Hans Josef Vogel: „Heu­te ist der Natur­schutz ein The­ma in und aus der Gesell­schaft. Dies ist ein Ver­dienst der vie­len ehren­amt­li­chen Natur­schutz­in­itia­ti­ven in unse­ren Städ­ten und Regio­nen. Natur in der Stadt und Natur im Dorf tra­gen ent­schei­dend zur Lebens­qua­li­tät bei. Mit dem viel­fäl­ti­gen ehren­amt­li­chen Ein­satz vie­ler Men­schen aller Alters­grup­pen lebt der Natur­schutz vor der eige­nen Haus­tür. Der Natur­schutz­preis 2018 will die­ses Enga­ge­ment aner­ken­nen und gute Bei­spie­le aus­zeich­nen.” Die Preis­ver­lei­hung wur­de mit einem Fach­bei­trag von Dr. Ger­trud Hein, Natur- und Umwelt­aka­de­mie NRW, in Anleh­nung an das Wett­be­werbs­the­ma „Natur in Stadt und Dorf” ergänzt. Für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Gym­na­si­ums Lau­ren­tia­num in Arns­berg.

13 Preis­trä­ger

Fol­gen­de Wett­be­werbs­bei­trä­ge erhal­ten Prei­se:

  • Pri­va­te Auf­fang­sta­ti­on für Wild­vö­gel: Seit 35 Jah­ren über­nimmt Ewald Fer­le­mann aus Dort­mund die Pfle­ge von ver­letz­ten Vögeln und die Auf­zucht von ver­wais­ten Jung­vö­geln. Er hat sei­nen Gar­ten in eine Auf­fang- und Aus­wil­de­rungs­sta­ti­on umge­wan­delt.
  • Fle­der­maus­schutz: Die­ter Hüls­hoff, Chris­ti­an, Fincke, Hubert Köh­ler und Ralf Men­ne haben den Schutz von Fle­der­mäu­sen zu Ihrer Sache gemacht. Die vier akti­ven Natur­schüt­zer haben sich zusam­men­ge­tan, um einen Stol­len in Bri­lon Mes­sing­hau­sen so her­zu­rich­ten, dass er den hei­mi­schen Fle­der­mäu­sen als Lebens­raum zur Ver­fü­gung steht. Die Arbeit der Grup­pe ist bei­spiel­haft für einen Ein­satz im Sin­ne des Arten­schut­zes.
  • Vor­bild­li­che, natur­na­he Gar­ten­ge­stal­tung: Hans Peter König aus Mesche­de hat aus sei­nem Gar­ten ein arten- und struk­tur­rei­ches Bio­top geschaf­fen. Zahl­rei­che Bio­top­ty­pen und Habi­ta­te wie Mager­wie­se, Wild­blu­men­wie­se, Hecke, Ruderal­bio­top und Tro­cken­mau­er wur­den im Gar­ten­be­reich errich­tet, an sei­nem Haus hat er Kunst­nes­ter und Nist­käs­ten ange­bracht.
  • Kegel­club und Obst­wie­se: 13 Kegel­brü­der aus War­stein bewei­sen, dass man das Frei­zeit­ver­gnü­gen und die Gemein­schaft auch mit einem kon­kre­ten Enga­ge­ment im Natur­schutz ver­bin­den kann. Sie haben im Raum War­stein eine Obst­wie­se ange­legt. Einer der Kegel­brü­der hat die für das Pro­jekt erfor­der­li­che 4000 Qua­drat­me­ter gro­ße Flä­che zur Ver­fü­gung gestellt, die mit 14 Obst­bäu­men bepflanzt wur­de. Das Pro­jekt hat inzwi­schen Nach­ah­mer gefun­den.
  • Bau von Nist­hil­fen: Der Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) im Enne­pe-Ruhr Kreis hat gemein­sam mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Grund­schu­len in Enne­pe­tal Voer­de und Sprock­hö­vel Haß­ling­hau­sen 500 Nist­hil­fen gebaut und pflegt die­se gemein­sam mit den Schü­ler­grup­pen.
  • MINT For­scher­park Frön­den­berg: Schü­le­rin­nen der Schwer­punkt-AG MINT (Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft, Tech­nik) der Gesamt­schu­le Frön­den­berg nut­zen den MINT-For­scher­park der Schu­le, um sich dort mit selbst aus­ge­ar­bei­te­ten Pro­jek­ten die Natur und ihre Gesetz­mä­ßig­kei­ten zu erschlie­ßen.
  • Pro­jekt Amper Bach: Im Rah­men einer Pro­jekt­ar­beit wird die Rena­tu­rie­rung des Amper Baches in Soest durch Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Con­rad von Soest Gym­na­si­ums durch eigen­stän­di­ge Unter­su­chun­gen beglei­tet. Ein Genera­tio­nen­ver­trag unter den Schü­le­rin­nen und Schü­lern sorgt dafür, dass schon gewon­ne­ne Erkennt­nis­se an die nächs­te Klas­se wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Jede Schü­ler­ge­nera­ti­on wählt im Rah­men des Umwelt­mo­ni­to­rings einen eige­nen Schwer­punkt aus.
  • Kep­pels Frücht­chen eSG: Dagh Zep­pen­feld aus Hil­chen­bach pro­du­ziert mit den Früch­ten von 16 im Jahr 2017 gepflanz­ten Obst­bäu­men eige­nen Apfel­saft, der in einem eige­nen Laden und bei Schul­ver­an­stal­tun­gen ver­kauft wird. So wur­den in die­sem Jahr 3,6 Ton­nen Äpfel geern­tet und ver­ar­bei­tet.

Son­der­prei­se

  • Vor­bild­li­che Natur­schutz­ar­beit: Jür­gen Beh­mer aus Erwit­te enga­giert sich schon seit sei­ner Jugend ehren­amt­lich und auto­di­dak­tisch für den Schutz der Natur im Kreis Soest. Er pflegt Kopf­wei­den und legt Klein­ge­wäs­ser und Obst­wie­sen an. An zahl­rei­chen Gebäu­den hat er für Vögel und Fle­der­mäu­se Nist­hil­fen ange­bracht.
  • Lang­jäh­ri­ger Ein­satz für den Natur­schutz: Die Arbeit für den Natur­schutz benö­tigt Aus­dau­er. Ein aus­zeich­nungs­wür­di­ges Bei­spiel hier­für ist der Ein­satz von Karl Heinz Tacke aus Nach­rodt-Wib­lingwr­de. Durch sei­ne boden­stän­di­ge und ver­bind­li­che Art gelingt es Karl-Heinz Tacke Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne für die Natur zu begeis­tern und ihnen kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge zu ver­mit­teln.

Aner­ken­nungs­prei­se

  • „In Lipp­stadt blüht dir was”: Für eine Initia­ti­ve zur För­de­rung der Pflan­zen- und Insek­ten­viel­falt in Lipp­stadt haben sich in Lipp­stadt die drei gro­ßen Umwelt­schutz­ver­bän­de Arbeits­ge­mein­schaft bio­lo­gi­scher Umwelt­schutz ( ABU), Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) sowie der Bund für Umwelt und Natur­schutz in Deutsch­land (BUND) zusam­men­ge­tan. Sie haben eine Mischung mit regio­na­lem Saat­gut ent­wi­ckelt, das in eigens ent­wi­ckel­ten Samen­tüt­chen für 50 Cent erwor­ben wer­den kann. An dem Pro­jekt betei­li­gen sich Lipp­städ­ter Unter­neh­mer und eine Grund­schu­le.
  • „Wir blü­hen auf”: Tim Stark ist der Ansprech­part­ner für ein ähn­li­ches Pro­jekt, das in Schwelm mit dem Tech­ni­schen Betrieb der Stadt und einem Saat­gut­her­stel­ler ent­wi­ckelt wur­de. Ins­ge­samt wur­den drei Saat­gut­mi­schun­gen für Som­mer­blu­men in unter­schied­li­cher Wuchs­hö­he ent­wi­ckelt, die Lebens- und Nah­rungs­raum für Schmet­ter­lin­ge und Insek­ten sind. Das Saat­gut kann in Samen­tüt­chen bei 12 Schwel­mer Ein­zel­händ­lern erwor­ben wer­den.
  • „Wer­de Bunt­ma­cher”: Auch in Hemer gibt es eine Initia­ti­ve – hier vom Natur­schutz­bund Mär­ki­scher Kreis e.V.- der eine Saat­gut­mi­schung von regio­na­lem Wild­blu­men-Saat­gut ent­wi­ckelt hat.
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